Alle Maßnahmen an den Plätzen halfen nichts - die Saison ist unterbrochen. © Sebastian Reith
Meinung

FLVW gibt ein unglückliches Bild ab – andere Verbände reagieren konsequenter

Nur noch Individualsport ab dem 2. November - das steht seit Mittwochnachmittag fest. Der FLVW zog kurz darauf nach. Damit gibt er nicht das beste Bild ab, meint unser Autor.

Jetzt ist es soweit: Die Politik hat beschlossen, dass auch der Amateursport, ausgenommen der Individualsport, pausieren muss. Diese Maßnahme gilt ab dem 2. November. Geplante (Nachhol-)Spiele, vor allem im Fußball, waren noch für das Wochenende angesetzt. Doch dann die Rolle rückwärts: Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) zog nach und sagte alle Fußball-Partien, die noch hätten stattfinden sollen, ab.

Dabei hat der FLVW nicht unbedingt das beste Bild abgegeben. Noch vor einer Woche hieß es, die Saison werde trotz hoher Sieben-Tages-Inzidienzwerte in vielen Städten und Landkreisen fortgesetzt. Damals verwies der FLVW darauf, dass das Infektionsrisiko auf Fußball-Plätzen „äußerst gering“ sei. Das mag stimmen, aber warum erfolgte jetzt die Kehrtwende?

FLVW will die Saison fortsetzen

Konsequenter wäre es wohl gewesen, die Saison selbst zu unterbrechen und nicht erst auf die Politik zu warten. Teilweise baten Mannschaften selbst darum, die Saison zu unterbrechen, teilweise setzten Spieler freiwillig mit dem Fußball aus. Der FLVW wollte trotzdem die Saison um jeden Preis fortsetzen.

Andere Verbände haben da souveräner reagiert. Der Westdeutsche Volleyball-Verband kündigte eine Saison-Unterbrechung an, ebenso sein Pendant im Basketball.

Außerdem überließen einzelne Kreise ihren Mannschaften die Entscheidung über eine Fortsetzung. Der Handballkreis Hellweg sagte zunächst einen Spieltag ab und ließ dann die Mannschaften entscheiden, ob und wie sie die Saison fortsetzen wollen. Die Handballer des PSV Bork entschieden sich umgehend für eine Unterbrechung und werden wohl nur die Rückrunde ausspielen. Auch die Tischtennisspieler pausieren bis Jahresende.

Dass der FLVW ermöglichen wollte, dass die Fußballer maximal lange spielen können ist aller Ehren wert. Das Auftreten des Verbandes wirkt aber unglücklich. Denn anstatt offensiv voran zu gehen, schlingerte er anderen Verbänden bislang lediglich hinterher.

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Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel

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