Der Nordkirchener Amos Pieper (vorne) bejubelt sein erstes Tor im deutschen Profi-Fußball. © dpa
Fußball

„Es wäre doch völlig verrückt“: Amos Pieper schaut mit zwei Gesichtern auf die Fast-Sensation

Nach dem starken Spiel gegen den eigentlich übermächtigen FC Bayern ärgert sich der Nordkirchener Innenverteidiger vor allem über eine Szene. Natürlich ist die Freude über das 3:3 aber auch sehr groß.

Wäre jemand vor dem Montagsspiel in der Fußball-Bundesliga gegen die Bayern zu Amos Pieper gegangen und hätte ihn gefragt, ob der Nordkirchener ein 3:3 gegen den frischgebackenen Weltpokalsieger unterschreiben würde, hätte er wohl ohne eine Sekunde zu zögern mit „ja“ geantwortet. Nach einem starken Spiel ärgert man sich in Ostwestfalen nun aber doch ein wenig.

„Es wäre doch völlig verrückt, wenn wir uns nicht über einen Punkt in der Allianz Arena freuen würden“, erklärte Amos Pieper nach dem Abpfiff beim Internet-Streaming-Anbieter DAZN. Aber schon in diesen Worten zeigte die Mimik des Nordkircheners: Da wäre auch eigentlich mehr drin gewesen. Fast hätten die Arminen am Dienstag mit Weltpokal-Sieger-Besieger-Shirts durch die Altstadt laufen können.

Denn die Ostwestfalen führten bei den Bayern in der ersten Halbzeit mit 2:0 und nach knapp 55 Minuten sogar nochmal mit 3:1. „Aber dann zeigen die Bayern eben mal kurz, wieso sie die Bayern sind“, analysierte der Innenverteidiger, der auch weiß, dass der Rekordmeister gerade zum Spielende durchaus die ein oder andere Großchance hatte.

Amos Pieper hatte die wohl schwerste Aufgabe aller Spieler

„Wir haben in der ersten Halbzeit eigentlich jeden Zweikampf gewonnen, der irgendwie wichtig war. Dann sitzt du da in der Pause und sagst dir: Mach genauso weiter. Doch dann sind diese Bayern einfach so stark“, lobte Amos Pieper, der 90 Minuten lang die momentan wohl schwerste Aufgabe für Fußballer vor sich hatte: die Verteidigung des Weltfußballers Robert Lewandowski.

Aber fast immer behielt der Nordkirchener die Oberhand gegen den Polen und musste nur ein einziges Mal anschauen, wie Lewandowski in Weltklasse-Manier nach einem gedrehten Volley zum Tor einschoss. Aber das war gar nicht das, worüber sich Amos Pieper nach dem Spiel besonders ärgerte: „Die Szene macht er klasse, klar. Aber hätte ich davor kein Luftloch geschlagen, wäre die Situation so gar nicht passiert. Das ärgert mich schon sehr.“

Luftloch vor dem 1:2 ärgert Amos Pieper sehr

Denn nach einer flachen Hereingabe von Kingsley Coman trat Pieper über den Ball und sorgte so mit dafür, dass der Angriff nicht geklärt werden konnte und am Ende im 1:2 durch Lewandowski endete. Als die Kugel dann auch im Netz zappelte, fiel der Innenverteidiger auf die Knie und schlug wütend auf sich selbst den Münchener Rasen ein.

Trotzdem: Das Remis ist ein weiterer wichtiger Punkt für die „kleinen“ Arminen im „großen“ Bundesliga-Abstiegskampf. Schon am Freitag kommt mit dem VfL Wolfsburg der nächste Champions-League-Aspirant auf den DSC und Amos Pieper zu. „Dann müssen wir den Mut mitnehmen, den wir hier in der ersten Halbzeit hatten. Es war der FC Bayern und wenn wir diesen Schwung auch in Wolfsburg zeigen, ist auch am Freitag was drin“, lautet die Kampfansage des Innenverteidigers.

Mit dpa-Material

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Gebürtig aus dem wunderschönen Ostwestfalen zog es mich studienbedingt ins Ruhrgebiet. Seit ich in den Kinderschuhen stand, drehte sich mein ganzes Leben um Sport, Sport und Sport. Mittlerweile bin ich hierzulande ansässig geworden und freue mich auf die neuen Herausforderungen in der neuen Umgebung.
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Nico Ebmeier

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