Ein Spieler beim SV Südkirchen zeichnet sich durch besondere Vereinstreue aus. © Jura Weitzel
Fußball

„Die geilsten Spiele“: Vereinsurgestein des SV Südkirchen vermisst etwas Besonderes

In den Reihen des SV Südkirchen befindet sich ein Spieler, der schon über 20 Jahre für den Verein spielt. Zwar fühlt er sich wohl, vermisst jedoch auch etwas.

Es gibt sie noch, die Spieler, die ihr ganzes Leben einem Verein treu bleiben. Der SV Südkirchen hat so einen in seinen Reihen. Dieser fing bei den Minikickern an, spielt seit über 20 Jahren beim SV und läuft normalerweise für die B-Liga-Mannschaft auf.

Christian Bauhaus hat schon einiges erlebt beim und mit dem SV Südkirchen, die Hochs wie Tiefs. Die ersten Spiele im Seniorenbereich bestritt der Abwehrspieler, als der SVS noch in der Bezirksliga spielte, allerdings abstieg. 2011/12 war das. Vier Jahre später folgte der Abstieg in die B-Liga – Bauhaus blieb jedoch.

„Ich habe mir nie Gedanken gemacht, woanders zu spielen“, sagt er. „Ich muss nicht in ganz hohe Ligen wechseln, ich habe mit Südkirchen schon fast alles gespielt.“

Christian Bauhaus fühlt sich beim SV Südkirchen wohl

Bauhaus‘ Treue hängt auch damit zusammen, dass er sich am Friedhofsweg einfach wohlfühlt. „Im Verein herrscht ein Riesen-Zusammenhalt“, berichtet der 28-Jährige. „Alle spielen für den Spaß, geben aber alles. Jeder versucht zu helfen, dass der Verein möglichst gut dasteht.“

Christian Bauhaus ist seit mehr als 20 Jahren eine Konstante beim SV Südkirchen.
Christian Bauhaus (l.) ist seit mehr als 20 Jahren eine Konstante beim SV Südkirchen. © Jürgen Weitzel © Jürgen Weitzel

Die Ausrichtung des Vereins unterstützt Bauhaus ebenfalls: „Ich finde es gut, dass der SV auf die Jugend setzt, das ist das richtige Prinzip“, meint er. „Ich glaube nicht, dass das in jedem Verein so ist.“

Es gibt aber auch etwas, das Bauhaus vermisst. Allerdings wird das wohl auch nicht mehr so wiederkommen, wie es einmal war. Bauhaus vermisst die Derbys, wie er sagt. Zwar gibt es noch die Gemeindederbys gegen den FC Nordkirchen und den SC Capelle, doch: „Früher im Fußballkreis Lüdinghausen hatten wir noch mehr Derbys“, berichtet der Bankkaufmann.

Besondere Erinnerungen an den Pokal

Es sind jene Spiele, an die sich der 28-Jährige besonders gerne zurückerinnert. „Derbysiege und Pokalsiege“, sagt er. Es sei ein schönes Gefühl gewesen im K.o.-Wettbewerb weit zu kommen und dem Favoriten manchmal sogar mehr als nur ein Bein zu stellen. „Wir sind damals teilweise mit dem Bus nach Münster gefahren“, erzählt Bauhaus. „Das waren die geilsten Spiele.“

Auch wenn es wohl nicht mehr so sein wird, wie es noch vor einigen Jahren war, wird der SV Südkirchen auch weiter auf Christian Bauhaus zählen können. „Ich war hier immer zu Hause.“ Ein Wechsel kommt nicht infrage? Wie aus der Pistole geschossen antwortet Bauhaus: „Ich glaube nicht.“ Dann lacht er.

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Redakteur
Ist zum Studium ins Ruhrgebiet immigriert - und geblieben. Vielseitig interessiert mit einer Schwäche für Geschichten aus dem Sport, von vor Ort und mit historischem Bezug.
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Matthias Henkel
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