DFB-Präsidentin: Amateursport-Vertreterin aus NRW überlegt zu kandidieren

Beim Deutschen Fußball-Bund geht es dieser Tage drunter und drüber. DFB-Präsident Fritz Keller scheint kurz vor dem Aus zu stehen. Könnte eine Amateursportvertreterin aus NRW seine Nachfolgerin werden?
Fritz Keller, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), sorgte mit einer unbedachten Äußerung zuletzt für großen Wirbel. © dpa

Vor einem möglichen Rücktritt des umstrittenen DFB-Präsidenten Fritz Keller hat die Amateursportvertreterin Ute Groth ihr Interesse an der Führung des Deutschen Fußball-Bundes bekundet.

„Ich kann mir das schon vorstellen – im Team eben. Wichtig ist jetzt aber, dass es eine große Erneuerung gibt – personell und strukturell“, sagte die 62-Jährige der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstag). Der DFB habe ein strukturelles Problem: „Viele Leute an der Basis haben keine Lust mehr auf dieses Funktionärsgeklüngel.“

Bereits 2019 hatte Groth bei der Präsidentenwahl den Hut in den Ring geworfen und gegen den jetzigen Amtsinhaber verloren. Derzeit steht Keller wegen eines Nazi-Vergleichs heftig in der Kritik und muss sich deswegen vor dem Sportgericht verantworten. „Ich glaube, dass man den Verband nicht nur, was die Personen angeht, neu ausrichten muss. Es wäre eine andere Gewichtung nötig: etwas weniger von der Glitzerwelt Bundesliga, hin zum Amateurverein.“

Amateure sind abhängig vom DFB

Nicht nur wegen der Corona-Pandemie litten die Vereine in Deutschland an einer schwindenden Zahl von Mitgliedern. Es bräuchte mehr neue Menschen in den Vereinsstrukturen, sagte Groth.

„Die Mitbestimmungsmöglichkeit für die Basis sollte dringend verbessert werden, da passiert zu wenig.“ Sie betonte, dass der Verband sich seiner Verantwortung bewusst sein müsse. „Der Fußball ist das letzte große Lagerfeuer, das wir in unserer Gesellschaft noch haben“, so Groth.

Sie selbst ist als Vorsitzende des DJK TUSA Düsseldorf in einem Amateursportverein tätig, kennt die Belange der Vereinszugehörigen Bestens.

Ute Groth, Vorsitzende des DJK Tusa 06 Düsseldorf, hat ihr Interesse an der Führung des Deutschen Fußball-Bundes bekundet. © dpa © dpa

„Was dem Verband derzeit noch hilft, ist der Umstand, dass viele Amateure nicht ausreichend genug vernetzt sind, um der Macht des DFB etwas entgegensetzen zu können. Knackpunkt ist für viele der Spielbetrieb, für den man den DFB einfach braucht. Dieser Punkt hält viele Vereine davon ab, aus dem Verband auszutreten“, erklärt sie die Abhängigkeit der Amateure vom größten Fußballverband der Welt.

Der DFB hat mehr als sieben Millionen Mitglieder, verteilt auf mehr als 25.000 Vereine. Knapp drei Millionen sind als Fußballer und Fußballerinnen aktiv. „Der Fußball – das ist schließlich eine große Gruppe an Menschen, die man ansprechen kann“, sagt Groth.

Mit Material der Deutschen Presse-Agentur

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