Bei Reinhard Behlert und dem SC Capelle laufen die Planungen für die kommende Saison bereits auf Hochtouren. © Sebastian Reith
Fußball

Der SC Capelle wird „tierisch getroffen“ – und erreicht trotzdem einen „Meilenstein“

Bei Fußball-Kreisligist SC Capelle bahnt sich eine Kader-Revolution an. Insgesamt „drei Leute, die das Bild der Ersten über zehn Jahre hinweg mitgeprägt haben“, hören beim SCC auf.

Das letzte Spiel in der Fußball-Kreisliga B datiert mittlerweile vom 25. Oktober 2020 und auch der Trainingsbetrieb des SC Capelle ruht seit dem Lockdown. Dennoch scheinen sie beim SCC dieser Tage so viel wie eben möglich ist, in Bewegung setzen zu wollen.

Da wäre zum einen die Verlängerung mit dem Trainer-Trio um Reinhard Behlert, Co-Trainer Fabrizio Pate und Torwart-Coach Benedikt Reckmann. Gemeinsam soll in den nächsten Jahren der Aufstieg gelingen.

Diese ohnehin schon anspruchsvolle Aufgabe wird nun noch durch eine Komponente, die es ab Sommer 2021 für die Trainer zu moderieren gilt, erweitert. „Drei Leute, die das Bild der Ersten über zehn Jahre hinweg mitgeprägt haben, werden ihre Fußballschuhe an den Nagel hängen“, erzählt Reinhard Behlert.

Drei Stammspieler des SC Capelle beenden ihre Karrieren

Mit Alexander Reher, Stefan Möer und Lars Zimmermann hören gleich drei Spieler des SC Capelle auf, die ihr Trainer als „echte Stammspieler“ bezeichnet und deren Verlust den Verein „tierisch getroffen“ hätte. „Die Jungs werden neben dem Sportlichen auch als Typen eine Lücke hinterlassen“, sagt Behlert.

Die Karriereenden seien „bei allen Dreien aus absolut verständlichen und nachvollziehbaren Gründen“ entschieden worden und reiche von Vater-Freuden (Zimmermann), über berufliche Veränderungen (Reher), bis hin zu gesundheitlichen Gründen (Möer).

Nicht mehr für die erste Mannschaft spielen wird zudem Marius Peters, der ebenfalls beruflich eingeschränkt sei, aber noch aktiv kicken möchte und deswegen in die Zweite wechseln wird.

Ersatz kommt aus der U19 von Capelle

Eins zu eins ersetzen wird Behlert die Erfahrung der Abgänger nicht können, was auch mit der Philosophie des SCC zu tun hat. „Der Weg auf unsere eigenen Jungs zu setzen, auf Kontinuität, Zusammenhalt und keine Spieler mit finanziellen Anreizen zu locken, hat sich bewährt“, sagt der Coach.

Deswegen stehe jetzt schon fest, dass der SC Capelle in der nächsten Saison keine Spieler von anderen Vereinen verpflichten würde. Die Verluste sollen vielmehr mit Spielern aus der eigenen Jugend aufgefangen werden. So sind ab nächster Saison Mika Lohmann, Janis Hölscher und Janik Hülsmann als Ersatz vorgesehen.

Janis Hölscher (2.v.l.), Mika Lohmann (5.v.l) und Janik Hülsmann (6.v.l) könnten beim SC Capelle ab nächster Saison in große Fußstapfen treten. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Dass sie sich in Capelle so sicher sind, die Abgänge der drei Routiniers mit jungen Spielern auffangen zu können, hat noch mit einer weiteren Komponente zu tun. Denn nach Einzelgesprächen mit jedem Spieler stünde fest, dass es außer der erwähnten Abgänge keine weiteren Spieler vom SCC wegziehen würde.

„Mich macht das schon enorm stolz“, sagt Reinhard Behlert und ergänzt: „Für alle war es selbstverständlich, dem SCC die Treue zu halten. Dass sicher einige Spieler finanziell wie auch sportlich attraktivere Möglichkeiten hätten, hat für keinen eine Rolle gespielt.“

Reinhard Behlert spricht von „Meilenstein“

Dass zum jetzigen Zeitpunkt bereits solch ein großer Einfluss auf die nächste Saison genommen werden konnte, lässt den Capelle-Trainer sogar von einem „Meilenstein für die Saison 2021/2022“ sprechen. „Der SCC geht mit einer sehr schlagkräftigen Truppe in die nächste Saison“, so Behlert.

Wann und unter welchen Bedingungen die aktuelle Saison fortgesetzt wird, darauf haben sie in Capelle keinen Einfluss. „Es sind noch viele Punkte zu holen, aber gerade ist die größte Hoffnung, dass sich alles rund um Corona so entwickelt, dass wir die Saison fertig spielen können“, so Reinhard Behlert.

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Ist passionierter und aktiver Sportler aus dem schönen Bergischen Land und seit 2011, ursprünglich wegen des Studiums, im Ruhrgebiet unterwegs. Liebt die Kommunikation mit Menschen im Allgemeinen und das Aufschreiben ihrer Geschichten im Speziellen.
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