FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders und seine Kollegen haben sich auf einen Starttermin für die Saison geeinigt. © FLVW
Fußball

Der FLVW befürchtet rechtliche Konsequenzen bei einer Saison-Annullierung

Der erste deutsche Fußballverband hat sich eine Deadline gesetzt, ab wann er die Fußball-Saison abbrechen würde. Gibt es solche Pläne auch für den westfälischen Fußballverband?

Am Mittwochabend hat der Verbandsfußballausschuss des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) in einer virtuellen Sitzung getagt. Es sei nur um interne Absprachen gegangen, erklärt Manfred Schnieders, der Vize-Präsident des FLVW. Ging es denn auch um einen möglichen Abbruch der Fußball-Saison?

Diese Frage verneint er. „Wir dürfen die Saison überhaupt nicht frühzeitig abbrechen – allein aus rein rechtlichen Gründen schon nicht“, sagt Schnieders. Er betont, dass das mit der Spielordnung zusammenhängt. In der steht geschrieben, dass die Saison gewertet wird, wenn mindestens 50 Prozent der Spiele absolviert sind. „Und so lange wir die Chance haben, zeitlich diese 50 Prozent zu erreichen, dürfen wir die Saison nicht annullieren.“

Es könnte zu rechtlichen Auseinandersetzungen kommen

Würde der FLVW sich nicht an seine eigene Spielordnung halten, könne es zu rechtlichen Auseinandersetzungen mit enttäuschten Vereinen kommen. „Wie wird wohl ein Tabellenführer reagieren, wenn wir die Saison annullieren würden, obwohl noch im April, Mai und Juni gespielt werden könnte?“, fragt Schnieders. Es sei einfach viel zu früh „und irgendwie ein Blick in die Glaskugel. Niemand kann heute verlässlich sagen, was in den nächsten Monaten passiert“, so Schnieders.

Für den Verband gehe es jetzt darum, darauf zu warten, wie die Politik entscheidet. „Mehr können wir aktuell einfach nicht machen. Die Politik gibt vor, wie es weitergeht. Und wir können uns dann nur auf unsere Spielordnung berufen“, sagt Schnieders.

Die Spielordnung lässt es zu

Doch stellt sich die Frage, warum zum Beispiel der Hamburger Fußballverband schon jetzt von der Annullierung spricht? In einer Sitzung hatten sich die Verantwortlichen darauf geeinigt, die Saison abzubrechen, wenn bis zum 28. Februar nicht wieder gespielt werden darf. „Ganz einfach: Weil deren Spielordnung das zulässt. Unsere tut das aber nicht“, erklärt Schnieders.

So müssen die westfälischen Amateurfußballer darauf warten, wie die Politik in den nächsten Wochen und Monaten entscheidet. Es ist nach Schnieders Aussagen nicht ausgeschlossen, dass die unterbrochene Saison ab April noch fortgesetzt werden könnte.

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Thomas Schulzke

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