Michael Onnebrink von Concordia Flaesheim glaubt längst nicht mehr an einen Re-Start Anfang Mai - und wünscht ihn sich auch nicht. © Jürgen Patzke (Archiv)
Fußball

„Wir reden darüber, dass Menschen sterben – da sind Auf- und Abstiege scheißegal“

Michael Onnebrink von Concordia Flaesheim hat allmählich genug. Dass die Saison noch mal fortgesetzt wird, daran glaubt er nicht mehr - und er hofft es auch schon längst nicht mehr.

Wird bald schon wieder gespielt? Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen peilt einen Re-Start am 2. Mai an. Ob der Termin realistisch ist, wird derzeit heiß diskutiert. Michael Onnebrink, Trainer von Concordia Flaesheim, würde sich wünschen, dass die Saison nun einfach abgesagt wird – obwohl sein Team noch Chancen auf den Aufstieg hätte.

„Wenn man das Ganze aktuell verfolgt, kann ich mir nicht vorstellen, dass es noch mal weiter gehen kann“, sagt der Trainer mit Blick auf die Corona-Infektionszahlen. Anfang April soll wieder trainiert werden. „Die Frage ist: Ist das überhaupt sinnvoll, dieses Datum aufrecht zu erhalten?“, so Onnebrink weiter.

Onnebrink möchte keine Saisonfortsetzung auf Biegen und Brechen

„Wir haben nicht mal alle Geschäfte wieder auf und die Gastronomen haben weiterhin geschlossen“, sagt er. Erst, wenn alle Geschäfte und Lokale wieder geöffnet haben, sollte überhaupt erst wieder über eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs nachgedacht werden.

„Unter den jetzigen Voraussetzungen finde ich es schwer“, sagt Onnebrink über einen Re-Start. „Ich weiß nicht, ob es der richtige Weg ist, auf Gedeih und Verderb die 50-Prozent-Marke erreichen zu wollen.“

Zwar habe der Verband nun erst mal Fakten geschaffen, indem er ein Termin für den Re-Start nannte, doch das sei noch „mit einem ganz, ganz dicken Fragezeichen verbunden“.

Natürlich, so der Flaesheimer, wolle er gerne wieder mit seiner Mannschaft auf den Platz zurück. Das Wichtigste sei das aber derzeit nicht, sagt er, wohlwissend, dass sein Team noch Chancen auf den Bezirksliga-Aufstieg hätte.

Schnelltests vor dem Training schließt Michael Onnebrink aus

„Wir reden darüber, dass Menschen sterben – da sind Auf- und Abstiege scheißegal.“ Die Frage beim Blick auf einen Re-Start sei auch, unter welchen Bedingungen dieser stattfinden könnte.

Training und Spiele mit Schnelltests schließt Michael Onnebrink – genauso wie weitere Halterner Vereinsvertreter – bereits aus. „Wie soll das funktionieren?“ Sollte es wieder losgehen, wären die Flaesheimer wahrscheinlich drei Mal pro Woche auf dem Trainingsplatz, dazu würde dann irgendwann wieder ein Spiel sonntags kommen.

Vier Schnelltests pro Woche wären das für jeden Spieler. „Es gibt bestimmt Leute, die sagen, ‚das ist in Ordnung, ich verdiene genug‘“, sagt er, „aber was sage ich dann zum Beispiel Schülern oder Studenten?“.

So sehr er den Fußball auch liebe und so gerne er auch wieder irgendwann auf dem Platz stehen würde, „so macht das Ganze keinen Spaß“.

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Pascal Albert

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