Besiana Reçica (r.) kickte hier - vor drei Jahren - für SuS Concordia Flaesheim gegen den VfL Billerbeck. © Manfred_Rimkus
Fußball

Von Flaesheim in die Nationalelf: „Leben, als wäre Fußball der Beruf“

Besjana Reçica schoss viele wichtige Tore in ihrer langen Zeit bei Concordia Flaesheim. Mittlerweile trifft die 24-Jährige auch für die Nationalmannschaft.

Viele Jahre spielte Besjana Reçica in Haltern Fußball. Weg von ihren Freunden wollte sie nicht, auch wenn sie hätte höherklassig spielen können. Irgendwann ging sie dann doch den Schritt in die weite Welt. Mittlerweile spielt sie für die Nationalmannschaft.

Besjana Reçica war über Jahre hinweg die Top-Stürmerin der Fußballerinnen von Concordia Flaesheim. Dank ihrer Tore überlebte der Verein die schwierige Saison 2016/17 in der Westfalenliga. Oft hätte sie damals schon den Verein verlassen können, doch sie wollte nicht. „Ich wollte immer bei meinen Freunden bleiben, in Flaesheim war es immer so familiär“, sagt sie.

Zwischen 2011 und 2017 lief die Stürmerin für die Concordia auf. Danach folgte sie doch dem Ruf eines höherklassigen Klubs. Beim 1. FFC Recklinghausen spielt sie seitdem in der Regionalliga – gilt auch dort als Topstürmerin. Dort entdeckte sie sogar ein Scout des MSV Duisburg.

Zu einer Sache war das Probetraining richtig gut

Der MSV spielt in der Bundesliga, ist aber dort derzeit Tabellenletzter. Besjana Reçica durfte dort einen Monat im Probetraining vorspielen. Ihr habe es aber nicht so gut gefallen, sagt sie. „Die Spieler waren eher egoistisch dort, deshalb bin ich bei Recklinghausen geblieben.“

Zu einer Sache, und auch keiner kleinen, war das Probetraining beim Traditionsverein dann aber doch gut: Dort wiederum entdeckte ein Scout der jungen kosovarischen Nationalmannschaft die Angreiferin. Sie bekam eine Anfrage des Landes – und ist seitdem fester Bestandteil der Mannschaft.

Laut ihres Spielerprofils bei soccerdonna.de kommt Reçica, die im Verein und bei der Nationalmannschaft die Nummer 13 trägt, auf neun Länderspiele, in denen sie fünf Tore geschossen hat. Sie selber sagt, sie habe in Freundschafts- und Pflichtspielen zusammen acht Tore für ihr Land schon geschossen.

Mit dem Kosovo rang die ehemalige Flaesheimerin um die Qualifikation zur Europameisterschaft, die im Jahr 2022 in England stattfindet. Das junge Land wurde erst am 3. Mai 2016 das 55. Mitglied der UEFA und im selben Jahr auch vollständiges Fifa-Mitglied. Seitdem darf das Land auch offiziell an Pflichtspielen teilnehmen.

„Für das erste Mal gar nicht so schlecht“

Zum allerersten Mal nahmen die Frauen an einer EM-Qualifikation teil. Und dort lief es – obwohl sich das Team nicht mehr für die EM qualifizieren kann – gar nicht so schlecht. Acht von zehn Spielen haben Reçica und Co. bislang absolviert, dabei haben sie zehn Punkte gesammelt. „Für das erste Mal war das gar nicht so schlecht“, sagt sie.

In ihrer Gruppe traf das kosovarische Team auf die Niederlande, Russland, Slowenien, die Türkei und Estland. Das nächste Spiel Kosovos ist am 27.11 gegen Russland, das mit 18 Punkten auf Platz zwei hinter den Niederländerinnen (26 Punkte) rangiert. Nicht mit dabei ist dann Besjana Reçica. Sie laboriert derzeit an einer Sprunggelenksverletzung.

„Einen Tag vor der letzten Länderspielreise habe ich mich verletzt“, sagt sie. Mitgefahren nach Rücksprache mit der Trainerin ist sie trotzdem, doch spielen konnte sie nach einigen Untersuchungen dann doch nicht. Diesmal ist sie gar nicht erst mitgefahren.

Wenn sie wieder fit ist, wird Besjana Reçica aber weiterhin ein Teil ihres Landes sein, davon ist auszugehen. Die Zeit bei der Nationalmannschaft genießt sie. „Das ist alles sehr professionell. Man lebt als wäre Fußball ein Beruf“, sagt sie.

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