Der Halterner Jona Hoffmann (r.) ist seit vielen Jahren im Radsport aktiv. 2018 entschied er sich, vom Gelände auf die Straße zu wechseln. © Nina Wallenborn
Radsport

Vom Gelände auf die Straße: Der Halterner Jona Hoffmann hat schon viel erlebt

Trotz seines jungen Alters hat der Halterner Jona Hoffmann bereits einiges erlebt. Fuhr er früher im Gelände, ist er heute nur auf der Straße zu finden - wo er ziemlich schnell unterwegs ist.

Nach ersten Erfolgen auf dem Mountainbike und dem Gesamtsieg im „MTB-NRW-Cup“ wechselte der Halterner Jona Hoffmann die Disziplin und fährt seitdem nur noch Straßenrennen. Und auch auf diesem Terrain kann der 19-Jährige mit Gesamtsiegen, vorderen Plätzen und der Teilnahme an Deutschen Meisterschaften schon einiges vorweisen.

Begonnen hat er, wie so viele erfolgreiche ATV-Radsportler, als kleiner Junge bei Trainerurgestein Klaus Prag. Neugierig gemacht hatte ihn damals die heute im Weltcup startende Emma Blömeke aus Haltern. Eigentlich war es damals erst mit sechs Jahren möglich, dem Verein beizutreten.

Er war aber erst fünf Jahre alt, durfte aber dennoch mitmachen. Er erinnert sich noch gut an eines seiner allerersten Rennen. Da legte ihm Prag extra einen „dicken Gang“ ein und sagte überzeugt: „Das ist das, was er gut kann – einfach nur feste reintreten.“

Erstes Podiumsplatzierung bei den Westfalenmeisterschaften

Bis hin zur U17 feierte Hoffmann weitere Erfolge auf dem Mountainbike und mit der Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften in Sachsenhausen gelang ihm auch sein größter Erfolg in der Klasse. Allerdings erlebte er bei der späteren Teilnahme auch seine größte Niederlage.

„Im Rennen ging absolut nichts voran, ich weiß bis heute nicht, woran das gelegen hat“, erzählt er. Zwei Wochen später bei der Bundesnachwuchssichtung in Gedern war das aber schon wieder vergessen. Da konnte er in dem überaus starken Feld von 70 Teilnehmern auf Platz 24 fahren, womit er der zweitbeste Starter aus dem NRW-Kader war.

2017 fasste Jona Hoffmann dann den Entschluss, versuchsweise bei einem reinen Straßenrennen zu starten. Bei seinem ersten Rennen in Herford belegte er am Ende Platz 7. „Da hatte ich im Feld richtig Spaß, als wir im Pulk mit Topspeed über die Strecke rasten“, sagt er.

2018 folgte der komplette Wechsel auf die Straße und der Einstieg in den „German-Cycling-Cup“ (GCC). Die Serie beinhaltete acht Rennen in ganz Deutschland. In der U19 startend schaffte er seine erste Podiumsplatzierung bei den Westfalenmeisterschaften in Gütersloh.

Kurz vor dem Ziel wird Hoffmann von einem Konkurrenten erwischt

Nach dem Eintritt in das „Sebamed-Racing-Team“ 2019 hatte Hoffmann mit Platz 8 in Herford und einem Sieg in Essplinger Rode einen hervorragenden Saisonstart. Danach startete er auch erstmalig in der Junioren-Bundesliga im hessischen Einhausen.

Über 120 Kilometer wilde Jagd erlebte er dort mit einem Schnitt von 47 Km/h sein bis dato schnellstes Rennen und lag bis zur vorletzten Kurve in Schlagdistanz zu den Top Ten. Doch dann verließ ihn das Rennglück, als ihn ein Mitbewerber knappe 500 Meter vor dem Zielstrich abräumte.

Jona Hoffmann peilt in der kommenden Saison den Aufstieg in die Eliteklasse an.
Jona Hoffmann peilt in der kommenden Saison den Aufstieg in die Eliteklasse an. © Privat © Privat

„Es hat trotzdem Spaß gemacht“, sagt Hoffmann heute. In insgesamt 25 Rennen stand er in der Saison neben einem Saisonsieg noch zwei weitere Male auf dem Podium.

Eine weitere Neuorientierung erlebte er 2020 mit dem Eintritt in das Team „Veloclub Ratisbona“ aus Regensburg. Er startete im März erneut in Herford – nun erstmalig in der Amateur Elite Klasse. Dabei konnte er zunächst noch gut mithalten, hatte aber nach rund 60 Kilometern einen Einbruch.

„Wir sind eigentlich die ganze Strecke nur Vollgas gefahren“

„Da war ich plötzlich total fertig“, erinnert sich der Halterner an das Rennen. Danach wurde die Saison durch die Corona-Pandemie komplett ausgebremst und Hoffmann konnte erst im August wieder bei Trainingsrennen in Holland Fahrt aufnehmen. Ende August konnte er dann in Refrath endlich wieder bei einem offiziellen Rennen starten.

Hier hatte sich nach der langen Corona-Pause ein illustres Starterfeld eingefunden. Dort gelang es ihm gegen Ende mit einer mehrköpfigen Ausreißergruppe sogar, das gesamte Hauptfeld zu überholen. Hoffmann fuhr jubelnd als Dritter über die Ziellinie. „Das war ein tolles Gefühl, wir sind eigentlich die ganze Strecke nur Vollgas gefahren“, erzählt der 19-Jährige.

Eine Woche später beim Erftpokal in Quadrath konnte er diese Leistung sogar noch übertreffen. Beim Einläuten der letzten Runde lag Hoffmann etwa auf Platz zehn, sah aber, wie vorne jemand attackierte und hängte sich dran.

Jona Hoffmann möchte zukünftig in der Eliteklasse fahren

600 Meter vor dem Ziel hatte der Ausreißer sein Pulver verschossen und Hoffmann entschied sich den Sprint voll durchzuziehen. Diese Lücke konnte das heranjagende Feld nicht mehr schließen und der Halterner konnte den Zieleinlauf auf Platz eins richtig genießen.

Ein weiteres Highlight folgte im September mit der Teilnahme an der Deutschen Zeitfahrmeisterschaft in Genthin. Am Ende war er mit einem Platz im Mittelfeld zufrieden. „Mir ist es gelungen, mich ziemlich genau an die vorher ausgegebenen Wattzahlen zu halten“, sagt er.

Aktuell für den RV Münster startend hofft Jona Hoffmann für die kommende Saison, dass es überhaupt wieder möglich sein wird, Rennen zu fahren. Ein Ziel hat er für die Saison ebenfalls schon vor Augen: den Aufstieg in die Eliteklasse.

Über den Autor
freier Mitarbeiter
Ist schon seit Jahren freier Mitarbeiter der Redaktion Haltern am See. Er fotografiert und berichtet über das lokale Geschehen und betreut die Serie „Das Sportporträt“. Darüber hinaus berichtet er in Wort und Bild über aktuelle sportliche Großereignisse im Outdoorbereich , wie Reitturniere, Laufveranstaltungen, Radrennen und Kartsport. Sein Spezialgebiet ist die Berichterstattung über Motorsport auf der Nordschleife des legendären Nürburgrings. Für die Dorstener Redaktion begleitet er dazu seit Jahren die heimischen Rennfahrer in der Langstreckenserie und beim Jahreshighlight, dem 24 Stunden Rennen.
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Horst Lehr

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