Timo Ostdorf war ziemlich überrascht, als er vom Sommerwechsel eines Stammspielers des TuS Haltern am See erfuhr. © Jürgen Patzke
Fußball: Oberliga

„Völlig überrascht“: Stammspieler verlässt den TuS ohne ein einziges Gespräch

Der TuS Haltern verliert im Sommer einen Stammspieler an einen Konkurrenten. Der Spieler selbst habe mit keinem im Verein vorher gesprochen, so Ostdorf, der aus mehreren Gründen überrascht war.

Bislang blieb es auf dem Transfermarkt in Haltern extrem ruhig. Alle Vereine halten sich derzeit aufgrund der Corona-Pandemie und der ungewissen Zukunft zurück. Nun gab es aber die erste Wechselverkündung – zur Überraschung des TuS Haltern am See. Denn die Verantwortlichen dort haben selbst erst über Social-Media vom Sommerwechsel ihres Stammspielers erfahren.

„Wir sind völlig überrascht“, sagt TuS-Trainer Timo Ostdorf über die Verkündung von Oberliga-Konkurrent Westfalia Herne. „Jan-Niklas Kaiser wechselt von TuS Haltern zu unserer Westfalia“, heißt es auf der Facebook-Seite des Vereins. Angedeutet hatte sich das zuvor nicht.

Der Wechsel von Jan-Niklas Kaiser hat auch Timo Ostdorf überrascht

Denn ein Gespräch zwischen dem Spieler und Ostdorf oder dem neuen Sportlichen Leiter Timo Eibold gab es nicht, so Halterns Trainer. Nachvollziehen kann er das nicht. Dass ein Spieler mal eine neue Herausforderung sucht, sei völlig in Ordnung und normal. „Aber ich hätte erwartet, dass er mich informiert“, so Ostdorf.

Schon im Sommer, als viele Spieler den TuS Haltern am See verlassen hatten, wollte der junge Kaiser ebenfalls wechseln. Dem schob sein Trainer aber direkt einen Riegel vor. Nachdem der 22-Jährige in der Regionalliga kaum Spielpraxis erhielt, machte Ostdorf ihm sofort klar, dass er voll und ganz auf ihn bauen werde.

Kaisers bisherige Einsatzzeiten unterstreichen das. Als einer von nur fünf Spielern kam er bislang immer zum Einsatz, spielte von 900 möglichen Minuten 804. Timo Ostdorf ließ seinen Worten also Taten folgen und schenkte ihm Vertrauen.

„Das Vertrauen ist jetzt natürlich schon ein bisschen gestört“

„Das Vertrauen ist jetzt natürlich schon ein bisschen gestört“, sagt er. Für ihn sei es vor allem auch sehr überraschend, dass sich Kaiser so früh für einen Sommerwechsel zu Herne entschieden hat. Dafür nennt Ostdorf zwei Gründe.

Zum einen stehe noch gar nicht fest, wo die Westfalia in der kommenden Saison spielt. Mit gerade mal einem Punkt aus acht Spielen rangiert das Team von Christian Knappmann derzeit auf dem vorletzten Platz – sechs Punkte hinter einem Nicht-Abstiegsplatz.

Außerdem sei auch noch gar nicht klar, wer Herne in der kommenden Saison trainieren wird, da Knappmann schon länger auf die Regionalliga schiele. „Da hätte ich gerne über all das mal vorher mit ihm gesprochen“, sagt Timo Ostdorf, „aber wir müssen das jetzt akzeptieren“.

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Pascal Albert

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