Tim Forsmann (l.) und Christoph Kasak (M.) gehörten zum Regionalliga-Kader des TuS Haltern. Beide kommen nicht aus Haltern oder spielten in der Jugend des TuS. Wie groß ist der Anteil derartiger Spieler derzeit? © Jürgen Patzke (Archiv)
Fußball

Vergleich mit Regionalliga-Saison: Wie viel Bilbao steckt im TuS Haltern?

Ein Jahr ist das Bilbao-Konzept des TuS Haltern nun alt. In den vergangenen 12 Monaten hat sich im Verein viel getan. Der Anteil an „Bilbao-Spielern“ ist stark gestiegen.

Es war eine Nachricht, die deutschlandweit für Aufsehen sorgte: Ende April 2020 verkündete der TuS Haltern am See, dass er zukünftig verstärkt auf einheimische und selbst ausgebildete Spieler setzen will. Als Vorbild gilt der spanische Erstligist Athletic Bilbao. Der Verein hatte sich eine Prozentmarke für Spieler, die ins Konzept passen, gesetzt. Wie groß ist der Anteil derartiger Spieler aktuell und wie war er vor einem Jahr?

In der nun annullierten Saison sollten 50 Prozent der Seniorenspieler aus Haltern kommen, hier wohnhaft oder zumindest beim TuS ausgebildet worden sein. In der kommenden Saison sollen es sogar 75 Prozent sein.

Ein Blick auf den Spielerpool des TuS Haltern am See im April 2021 zeigt: Der Verein hatte seine Quote in der aktuellen Spielzeit schon deutlich übertroffen und auch bereits die Quote für die kommende Saison erreicht.

TuS Haltern steigert seinen Bilbao-Anteil in einem Jahr um 24 Prozent

Im Vergleich zur Vorsaison beziehungsweise zum Spielerpool im April 2020 zeigt sich in Zahlen auch das, was vielen schon so klar gewesen sein wird: Innerhalb eines Jahres hat sich beim TuS Haltern am See ziemlich viel verändert.

Ein Großteil des Regionalliga-Teams ist nicht mehr da, mit Stefan Oerterer, Jan-Niklas Kaiser, Enes Schick und Tim Forsmann verlassen im Sommer zudem noch vier Spieler, die regelmäßig für den TuS in Deutschlands vierthöchster Spielklasse zum Einsatz kamen, den Verein. Nils Eisen wird zudem seine Karriere beenden.

Bereits im vergangenen Sommer kamen – genauso wie nun auch wieder – viele U19-Spieler, die allesamt aufgrund ihrer Ausbildung in Haltern zum Konzept des Vereins passen, in den Seniorenkader. Das ließ den Anteil an sogenannten „Bilbao-Spielern“ ansteigen.

Viel
Viel “Bilbao” auf einem Bild: Im Landesliga-Team des TuS Haltern am See spielen fast ausschließlich Spieler, die zum Konzept des Vereins passen. Hier jubeln (v.l.) Nils Bartke, Linus Saewe und Christoph Goos über ein Tor gegen Herbern. © Jürgen Patzke © Jürgen Patzke

In Zahlen bedeutet das: Lag der Anteil der heimischen Spieler in der vergangenen Saison bei rund 54 Prozent, liegt er aktuell bei etwa 78 Prozent. Ein Großteil der Bilbao-Spieler in der vergangenen Saison gehörte jedoch fest zum Kader des Bezirksliga-Teams.

Der einzige dieser Spieler, der regelmäßig Einsätze in der Regionalliga West verbuchen konnte, war der in Haltern lebende und aus Marl kommende Verteidiger Noah Korczowski.

Gegen Heiden standen 17 Bilbao-Spieler im Kader des TuS Haltern

Der aus der eigenen Jugend stammende Nick Schorn saß nur drei Mal in der Regionalliga auf der Bank des TuS Haltern am See, während Luca Bernoth, der im Sommer in die USA wechselt, zumindest drei Mal kurz vor Schluss eingewechselt wurde.

Zuletzt war das anders. Sowohl in der Landesliga als auch in der Oberliga kamen in dieser Spielzeit zahlreiche zum Konzept passende Spieler zum Einsatz. Beispielhaft dafür kann die jeweils letzte Partie beider Teams vor der Saisonunterbrechung genommen werden.

Beim Auswärtsspiel gegen die SG Finnentrop-Bamenohl, wo Stefan Oerterer dem TuS mit seinen letzten beiden Toren im Halterner Dress einen Punkt sicherte, standen in der Startelf von Trainer Timo Ostdorf sechs Bilbao-Spieler. Auf der Bank saßen noch sechs weitere.

Wenige Tage zuvor hatte das Team B des TuS sein letztes Spiel gegen das von Ex-Lippramsdorf-Trainer Michael Hellekamp trainierte Viktoria Heiden. Bei der 2:4-Niederlage hatten alle 17 Spieler im Kader (inklusive Sebastian Amendt, der auch mehrmals noch Spielminuten sammelte) einen Halterner Hintergrund.

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Pascal Albert

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