Geht es nach dem FLVW, reichen den Amateurfußballern zwei Wochen Training, um sich nach dem zweiten Lockdown auf den Re-Start vorzubereiten. © Thieme-Dietel
Fußball

„Unverantwortlich“ und „despektierlich“: Heftige Kritik am FLVW aus Haltern

Der FLVW plant derzeit mit zwei Wochen Training vor dem Re-Start. Für Timo Ostdorf ist das alles andere als nachvollziehbar. Neben Kritik äußert er aber auch einen konstruktiven Vorschlag.

Noch immer ist überhaupt nicht klar, wann die Amateurfußballer in Deutschland wieder trainieren, geschweige denn wieder spielen dürfen. In einem Interview auf der Internetseite des FLVW hat sich der Vizepräsident Fußball des Verbandes zuletzt zu einem möglichen Re-Start und der Vorlaufzeit für die Vereine für ebendiesen geäußert. Seine Aussagen sorgten bei Timo Ostdorf für Unverständnis und heftige Kritik.

„Wir haben uns im Moment für zwei Wochen ausgesprochen“, sagte Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen, über die derzeit geplante Trainingszeit als Vorbereitung auf die Rückkehr zum Spielbetrieb.

„Nur zwei Wochen Training sind in meinen Augen aber völlig unverantwortlich“, sagt Timo Ostdorf, Trainer des TuS Haltern am See. Jeder, der mal selbst Fußball gespielt hat, wisse, dass nach so einer langen Pause eine längere Vorbereitung benötigt werde.

Timo Ostdorf: „Wir können ja nicht 14 Tage durchtrainieren“

„Kein Lauftraining und keine Stabilisationsübungen ersetzen auch nur ansatzweise das richtige Training“, so der 34-Jährige, der an Neujahr seinen Vertrag beim TuS um zwei Jahre verlängert hatte.

Die Möglichkeiten der Amateurfußballer würden nicht ausreichen, um die wettkampfspezifischen Grundlagen, die benötigt werden, um „einigermaßen verletzungsfrei zu bleiben“, auf dem richtigen Niveau zu halten. „Wir reden hier eben von Sport mit Körperkontakt.“

Nach drei Monaten Pause könne man nicht verlangen, dass die Teams nach zwei Wochen Training schon wieder wettkampffähig sind. Denn die zwei Wochen Vorlaufzeit könnten natürlich auch nicht durchgehend für Trainingseinheiten genutzt werden.

„Wir können ja nicht 14 Tage durchtrainieren“, erklärt Timo Ostdorf. Gerade nach so einer langen Pause sei es wichtig, das Training richtig zu steuern, damit alle Spieler auch immer ausreichend Regenerationszeit haben.

Dass eine zweiwöchige Vorbereitungszeit sehr kurz ist, „dessen sind wir uns bewusst“, sagte Manfred Schnieders zuletzt. Er gehe aber davon aus, dass die Trainer ihren Spielern „zumindest in den überkreislichen Ligen Trainingspläne für ein individuelles Training mitgegeben haben, sodass die persönliche Fitness halbwegs gewährleistet ist“.

Ostdorf wünscht sich Dialog zwischen dem FLVW und den Trainern

Ob 14 Tage reichen oder nicht habe aber nichts damit zu tun, ob man überkreislich spielt oder nicht, sagt Timo Ostdorf. „Ich finde die Aussage sogar ziemlich despektierlich gegenüber den unterkreislich spielenden Teams.“

Daher könne er die Aussagen Schnieders auch absolut nicht nachvollziehen – sie würden ihn sogar ein bisschen sauer machen. „Wir sind Amateurfußballer und sitzen von der Kreisklasse bis zur Oberliga alle in einem Boot“, so der TuS-Trainer.

Ostdorf will allerdings nicht nur kritisieren, sondern macht auch direkt noch einen konstruktiven Vorschlag an den FLVW: „Wie wäre es, wenn sich die Verantwortlichen mal mit den Trainern austauschen?“ Indem man zwischen diesen beiden Parteien einen Dialog herstellt, könnten Trainer ihre Bedenken direkt den zuständigen Personen des Verbandes mitteilen.

Denn letztendlich sind nun mal alle daran interessiert, eine bestmögliche Lösung zu finden. Derzeit scheinen die einzelnen Parteien aber noch weit auseinander zu sein. Eine einigermaßen zufriedenstellende Lösung für alle ist noch in weiter Ferne.

Über den Autor
Redakteur
Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
Zur Autorenseite
Pascal Albert

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.