Timo Ostdorf (r.) hat direkt für zwei Jahre beim TuS Haltern am See verlängert. © TuS Haltern am See
TuS Haltern

„Uns ist bewusst, dass es nur mit jungen Leuten auch nicht gehen wird“

Direkt für zwei Jahre hat Ostdorf beim TuS Haltern verlängert. Lange nachdenken musste er über seine Zukunft nicht. Ein Thema war ihm in den Gesprächen mit dem Verein aber besonders wichtig.

Der TuS Haltern am See startete mit der Verkündung der wahrscheinlich wichtigsten Verlängerung ins neue Jahr. Direkt am 1. Januar gab der Verein bekannt, dass Trainer Timo Ostdorf für zwei weitere Jahre unterschrieben hat. Im Gespräch mit der Halterner Zeitung spricht der 34-Jährige über die Gespräche mit dem TuS und das, was in den nächsten Wochen passieren soll.

„Die Entscheidung fiel mir überhaupt nicht schwer“, sagt Timo Ostdorf über seine Verlängerung bis 2023. Richtige Verhandlungen über eine weitere Zusammenarbeit habe es derweil gar nicht wirklich gegeben, gesteht er.

„Besondere Herausforderung“ für Ostdorf und seine Trainerkollegen

Vielmehr ging es in den Gesprächen mit dem Verein darum, wie der TuS sich in Zukunft weiter ausrichten möchte. Am Ende war klar: Der eingeschlagene Weg, der mit einem großen Umbruch und einem neuen Konzept im Frühjahr und Sommer 2020 begann, soll fortgeführt werden.

Auch ein erstes Fazit wurde gezogen, verrät Ostdorf. Denn sowohl für ihn als auch seine Trainerkollegen war das erste halbe Jahr „eine besondere Herausforderung“. Das lag vor allem an einer Kombination aus den äußeren Umständen (Corona-Pandemie) und den selbst herbeigeführten Veränderungen vom Verein aus (Bilbao-Konzept).

„Nach mehreren Monaten Pause hatte man da in großen Teilen eine neue Mannschaft“, sagt Timo Ostdorf. Für ihn und seine Kollegen Thorsten Kornmaier und Oliver Bautz galt es, die vielen neuen und vornehmlich jungen Spieler an den Seniorenfußball heranzuführen.

Der Fokus liegt weiter auf der Weiterentwicklung der jungen Spieler

Dass dabei nicht sofort alles klappen würde, war vorhersehbar und eingeplant. „Viele sagen: Wer absteigt, ist direkt wieder Favorit“, erklärt der TuS-Trainer. Bei seinem Team sei die Situation aber eine andere gewesen. Dass die Halterner nach zahlreichen qualitativ hochwertigen Abgängen nicht direkt wieder um den Aufstieg in die Regionalliga mitspielen würden, war klar.

„Mir war wichtig, dass der Verein weiter hinter dem Konzept steht“, sagt Ostdorf. Diese Bestätigung hat er in den Gesprächen mit dem neuen Sportvorstand Daniel Haxter und dem neuen Sportlichen Leiter Tim Eibold schnell bekommen.

„Die Ergebnisse stehen nicht an erster Stelle“, erklärt er. Natürlich sei es wichtig, sich sportlich gut zu verkaufen, doch nun geht es beim TuS erst mal vor allem darum, junge Spieler mit Bezug zur Stadt Haltern am See weiterzuentwickeln.

Für Tim Eibold ist Timo Ostdorf „die wichtigste Personalie“

Allerdings, das wissen die Verantwortlichen des Oberligisten auch, kommt es immer auf eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern an. „Uns ist bewusst, dass es nur mit jungen Leuten auch nicht gehen wird“, so Ostdorf, der seine Spieler aber im gleichen Atemzug auch lobt.

„Die Jungs haben das bisher sehr gut gemacht.“ Als Beispiel nennt er den 4:2-Sieg beim RSV Meinerzhagen, mit dem wohl kaum jemand im Vorfeld gerechnet hatte.

Dass Ostdorf direkt für zwei Jahre verlängert hat, kann durchaus als ungewöhnlich bezeichnet werden. Im Amateurfußball hat ein Großteil der Spieler und Trainer meist nur einen Vertrag für ein Jahr. Seine Verlängerung bis 2023 sei „ein Zeichen, dass wir langfristig an diesem Projekt arbeiten wollen“.

Nun da die Verlängerung des Trainers vollzogen wurde, steht den Verhandlungen mit den Spielern des TuS nichts mehr im Weg. Ostdorf sei „die wichtigste Personalie“ gewesen, sagt Tim Eibold, weshalb er großes Interesse daran gehabt habe, diese schnell zu klären. Erste Gespräche mit einigen Spielern habe es bereits gegeben, sagt Timo Ostdorf. Weitere sollen schon in dieser Woche folgen.

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Pascal Albert

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