Sebastian Hohaus (r.) kam im Sommer von Bezirksliga-Aufsteiger Erle zum TuS Sythen. Vor allem in den ersten Wochen traf er wie am Fließband - nicht die einzige Fähigkeit, die sein Trainer an ihm schätzt. © Blanka Thieme-Dietel
Fußball: Kreisliga A

Sythens neue Tormaschine: Ungewöhnlicher Trainer-Rat und ein besonderes Lob

Sythens einziger Neuzugang ist voll eingeschlagen: Sebastian Hohaus besticht nicht nur mit seinem Torriecher, sondern auch mit anderen Fähigkeiten - eine überraschte einst seinen Ex-Trainer sehr.

Große Veränderungen gab es am Kader der Sythener in diesem Sommer nicht. Das Team des zum Cheftrainer beförderten Dennis Schulz ging fast unverändert in seine erste Kreisliga-A-Saison. Mit Sebastian Hohaus gab es nur einen externen Neuzugang, der dafür aber überragend eingeschlagen ist. Sein Trainer glaubt, dass die Qualität seiner Mannschaft bald sogar noch mal steigen wird – dank eines anderen Spielers.

„Ich bin natürlich sehr zufrieden“, sagt Schulz über die ersten Monate seines neuen Stürmers Sebastian Hohaus beim TuS Sythen. Wie könnte es auch anders sein? Der Ex-Spieler des Bezirksliga-Aufsteigers und Lippramsdorfer Ligakonkurrent SpVgg. Erle steht derzeit an der Spitze der Torjägerliste der Recklinghäuser Kreisliga A1.

Sythens Saisonstart hat die Erwartungen von Hohaus übertroffen

Acht Mal war der im Mai nach Sythen gezogene Stürmer bislang in der Liga erfolgreich. An den ersten beiden Spieltagen erzielte er alle fünf Sythener Tore, schoss den TuS in der ersten Partie sogar im Alleingang zum ersten Kreisliga-A-Sieg der Geschichte. Im Derby gegen den ETuS legte er mit einem Doppelpack nach, ehe er noch mal gegen die Reserve des TuS Sinsen traf.

„Gerade am Anfang hat er getroffen wie am Fließband“, sagt Dennis Schulz. Schon in der Vorbereitung brauchte er nur wenige Sekunden, um sich direkt mit einem Traumtor in die Torschützenliste einzutragen. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir so schnell zusammenfinden“, gesteht der Spieler selbst.

Auch Sythens bisherige Leistungen in der Kreisliga A haben ihn ein wenig überrascht. Denn der TuS ist nach seinem erstmaligen Aufstieg in die A-Liga vieles, aber kein Abstiegskandidat. Mit 13 Punkten steht die Mannschaft auf Platz vier, punktgleich mit dem Tabellendritten.

„Wir spielen gut zusammen“, sagt Hohaus über die ersten Monate bei seinem neuen Verein. Alles sei bislang „sehr, sehr positiv“ gewesen – natürlich mit Ausnahme der Pandemie und der daraus resultierenden Unterbrechung. „Ich hätte natürlich gerne weitergespielt“, so der Stürmer.

Sebastian Hohaus spielte früher als Spielmacher

Bis zur Corona-Pause hatte Hohaus Spiele teilweise im Alleingang entschieden. „Ich weiß, was ich an ihm habe“, sagt Dennis Schulz. Der 27-Jährige sei das fehlende Puzzlestück in der Offensive des Aufsteigers gewesen. „Er ist ein zentraler Stürmer, wie wir ihn gesucht haben.“

Dabei spielte er bei seinem Ex-Klub zuletzt gar nicht im Sturm, sondern im Mittelfeldzentrum. In vorderster Front fühlt er sich jedoch am wohlsten. „Dort bin ich echt glücklich“, sagt Hohaus. In der Jugend habe er noch als offensiver Mittelfeldspieler und Ballverteiler gespielt, erzählt er.

Bei Sythen wird er auf dieser Position nicht benötigt. „Wenn man dafür einen André Nacke hat, braucht man mich da nicht mehr“, sagt er. Nacke ist der Taktgeber im Mittelfeld des Aufsteigers und versorgt die Stürmer regelmäßig mit Vorlagen.

Hohaus glänzte in dieser Spielzeit nicht nur als Vollstrecker, sondern auch als sehr mannschaftsdienlicher Spieler. „Er ist laufstark und arbeitet viel mit“, erklärt Schulz. Er sei eben nicht der Stürmer, der versuche, jeden Ball selbst aufs gegnerische Tor zu bringen. „Er legt auch mal quer.“

Dennis Schulz freut sich auf Marvin Polczinskis Rückkehr

Eine Einschätzung, die auch der Stürmer selbst bestätigt. „Ich bin nicht der Typ, der unbedingt das Tor machen muss“, sagt er. Wenn er die Chance bekomme, noch mal quer zu legen, mache er das auch meistens. Der Erfolg der Mannschaft steht für ihn über dem eigenen.

Auch seine hohe Laufbereitschaft ist ein Attribut, welches Sebastian Hohaus schon seit vielen Jahren besitzt. Von dem Trainer, der ihn erstmals in die Sturmspitze gestellt hatte, bekam Hohaus sogar mal einen sehr ungewöhnlichen Rat. „Er sagte, ich laufe zu viel für einen Stürmer und könnte ruhig häufiger vorne bleiben“, erzählt er.

Wenn die Saison im Frühjahr (hoffentlich) wieder weiter geht, bekommt Hohaus noch einen weiteren Konkurrenten im Sturm. Denn dann wird auch Marvin Polczinski, der seit einem Jahr bei den Sythener spielt, aber verletzungsbedingt nur in Testspielen und einem Pokalspiel auflaufen konnte, wieder dabei sein.

„Wenn es wieder losgeht, wird er richtig heiß sein“, prognostiziert Dennis Schulz. „Er steigert unsere Qualität noch mal enorm.“ Durch Polczinskis Rückkehr hätte der Trainer auch wieder mehr Möglichkeiten in vorderster Front. Denn aufgrund einiger Ausfälle konnte er nicht immer so offensiv spielen lassen, wie er eigentlich gewollt hätte.

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Pascal Albert

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