Kevin Plogmaker (h.) und der TuS Sythen erlebten ein Novum vor dem Lockdown. © Ralf Deinl
Fußball: Kreisliga A

„So extrem war es noch nie“: Sythens Novum ist wegen Corona längst Geschichte

Vor dem Lockdown hatten die Sythener um Trainer Dennis Schulz mit einem unangenehmen Novum zu kämpfen. Das ist nun schon wieder Geschichte, der Blick geht längst wieder nach vorne.

Wäre die Saison 2020/21 noch mal fortgesetzt worden, wäre die Überschrift eine andere gewesen: „Sythen könnte der große Gewinner der Vorbereitung sein“, würde über diesem Text stehen. Nun ist die Saison aber komplett annulliert, gespielt wird wohl frühestens im Sommer wieder. Kurz vor der Pause erlebte der TuS Sythen etwas, dass Trainer Dennis Schulz in diesem Ausmaß auch noch nicht erlebt hatte.

Das letzte Spiel der Sythener ist noch ein bisschen länger her als das der meisten Amateurfußball-Teams. Eigentlich sollte der A-Ligist am 25. Oktober 2020 gegen RW Dorsten spielen, doch die Partie musste wegen eines Coronavirus-Falls im engeren Umfeld eines Dorsteners ausfallen.

„Das kommt uns ganz gelegen“, hatte Dennis Schulz damals gesagt. Denn den Sythenern fehlten zahlreiche Spieler. Gerade mal neun fitte Akteure hätte der Trainer gegen die Rot-Weißen aus der Nachbarstadt zur Verfügung gehabt.

Sythens Verletzungsmisere „hatte sich durch die Saison gezogen“

Zwar habe es auch zwei, drei Ausfälle aus beruflichen Gründen oder aufgrund anderer Verpflichtungen geben, sagt Schulz heute, doch ein Großteil seiner Spieler war schlichtweg verletzt. Zudem war im Spiel zuvor – beim 0:3 gegen Gemen – auch noch Torhüter Philipp Berten mit Rot vom Platz geschickt worden; für ihn musste Kapitän Kevin Plogmaker ins Tor. Also noch ein Spieler weniger.

Philipp Berten sah im letzten Sythener Spiel vor dem Lockdown die Rote Karte.
Philipp Berten sah im letzten Sythener Spiel vor dem Lockdown die Rote Karte. Er war einer von zahlreichen Ausfällen, die der A-Ligist gegen Dorsten hätte kompensieren müssen. © Ralf Deinl © Ralf Deinl

Dass mal der ein oder andere Spieler – auch verletzungsbedingt – ausfällt, ist im Laufe einer Saison normal. Dass aber mehr als 50 Prozent des Kaders nicht zur Verfügung stehen, ist außergewöhnlich. „So extrem hatte ich das noch nie“, sagt Dennis Schulz.

Eine so lange Verletztenliste hatte und möchte der 34-Jährige nicht noch mal haben. „Es hatte sich ein bisschen durch die Saison gezogen“, erzählt er. Auch Spieler, die sonst eigentlich nie verletzt waren, hätten plötzlich Probleme gehabt.

Wäre die Saison noch mal fortgesetzt worden, die Sythener hätten gut und gerne zu den Gewinnern der Corona-Pause gezählt werden können. Denn kein Team ging so gebeutelt in den Lockdown wie der A-Ligist. Seit dem Lockdown-Beginn am 1. November konnten sich immer mehr Sythener Spieler zurückmelden.

Der Kader des TuS Sythen ist noch mal gewachsen

„Zum Großteil sind alle wieder fit“, sagt Sythens Trainer jetzt. Der ein oder andere habe noch mit leichten muskulären Problemen zu kämpfen, „aber das ist alles nichts Wildes“. Beispielsweise Tim Pöter und Marvin Polczinski, die beide länger gefehlt hatten, seien nun wieder einsatzbereit.

„Wenn wir irgendwann wieder starten, können wir, glaube ich, mit dem gesamten Kader loslegen“, so Schulz. Dann sogar mit einem größeren Kader als in der nun annullierten Spielzeit.

Denn die Sythener haben sich bereits drei junge Talente gesichert: Malte Spyra, Bruder von Torben Spyra, Tizian Lasch, Bruder von Lucas Lasch und Lutz Gronemeyer verstärken den TuS. Für alle drei wird es ihre erste Saison im Seniorenfußball sein.

Über den Autor
Redakteur
Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
Zur Autorenseite
Pascal Albert
Lesen Sie jetzt