Joel Ferraro mit dem ETuS Haltern und Andre Nacke mit dem TuS Sythen stiegen im Sommer in die Kreisliga A auf. Wie könnte es für sie nach dem Re-Start weitergehen? © Blanka Thieme-Dietel
Fußball

Ober- bis B-Liga: Welche Chancen haben Halterns Teams nach einem Re-Start?

Duell um den Aufstieg, Abstiegskampf oder geht es um die goldene Ananas? Wir haben uns angeguckt, wie es für die Halterner Teams ab der B-Liga aufwärts nach einem Re-Start weitergehen könnte.

Die Saison ist in den meisten Staffeln erst zu maximal einem Drittel gespielt, ob es überhaupt noch mal weitergeht, weiß niemand. Sollte die Saison aber noch mal fortgesetzt werden, würde es für manche Halterner Mannschaften noch mal richtig zur Sache gehen – einige kämpfen um den Aufstieg, andere gegen den Abstieg und für manche Teams wird es wahrscheinlich kaum noch nach oben oder unten gehen.

TuS Haltern am See (Team A) – Oberliga Westfalen

Trainerwechsel, Umbruch, Klassenerhalt und Regionalliga-Rückzug – das vergangene Jahr des TuS war turbulent und ereignisreich. Mit dem neuen Trainer Timo Ostdorf hat der Verein einen neuen Weg eingeschlagen. Dass dieser holprig werden könnte, war den Verantwortlichen bewusst.

Zwischen den Halternern und dem ersten Abstiegsplatz stehen noch drei Teams, die allerdings allesamt zwei oder drei Spiele weniger als der TuS absolviert haben. Sollte die Saison noch mal fortgesetzt werden, muss das Team von Ostdorf schnell punkten, um nicht noch tiefer in den Abstiegskampf zu rutschen.

Der Vorteil des TuS: Die Halterner spielten bislang vor allem gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte, als nächstes stünden die wirklich wichtigen Partien an.

Tendenz: Der TuS ist noch längst nicht in Sicherheit, hat aber weiter gute Karten.

TuS Haltern am See (Team B) – Landesliga 4

Der Landesliga-Neuling hat mit einem jungen und zum Teil noch im Seniorenfußball komplett unerfahrenem Team schon für einige Überraschungen gesorgt. Das ausgeschriebene Ziel war von Anfang an die Weiterentwicklung der Spieler und der Klassenerhalt.

Der TuS steht auf Platz fünf und nach Anwendung der Quotientenregelung immer noch auf Rang neun. Die Abstiegsplätze sind in weiter Ferne, jeder Platz über dem Strich kann als Bonus angesehen werden. Ohne den Druck des Abstiegskampfes können die jungen Spieler vielleicht erneut den einen oder anderen vermeintlich stärkeren Gegner überraschen.

Tendenz: Der TuS kann entspannt aufspielen, das Primärziel wird locker erreicht.

Concordia Flaesheim (Frauen) – Landesliga 3

Die bisherige Landesliga-Tabelle ist extrem eng. Flaesheim hat bislang neun Punkte geholt – genauso viele wie vier weitere Teams. Die Mannschaft von Markus Schubert ließ immer wieder aufblitzen, zu was sie imstande ist, kassierte dann aber auch wieder vermeidbare oder zu hohe Niederlagen. Wollen die Flaesheimer Frauen weiter den Anschluss an die oberen Tabellenplätze halten, müssen sie beim Re-Start sofort so spielen wie am ersten Spieltag beim 6:0 gegen Coesfeld.

Tendenz: Weder nach oben noch nach unten wird es noch einen größeren Ausreißer geben.

SV Lippramsdorf – Bezirksliga 14

Obwohl sie sogar einige Punkte unnötig liegen lassen haben, stehen die Lippramsdorfer um Trainer Thomas Bartke auf Platz drei. Zwar trennen den LSV acht Punkte von Tabellenführer Dülmen und dem Zweitplatzierten Marl, doch haben die beiden Teams auch ein Spiel mehr.

Die Lippramsdorfer haben gegen Dülmen im Auftaktspiel verloren, danach aber oft starke Leistungen gezeigt. Kann das Team von Bartke die Leistung aus dem Herbst auch bei einem möglichen Re-Start abrufen und patzen die Konkurrenten, könnte der LSV noch ein Wort im Aufstiegskampf mitreden.

Tendenz: Der LSV bleibt in Lauerstellung auf den Aufstiegsplatz.

ETuS Haltern – Kreisliga A1

Weil den ETuS nur 0,03 Punkte pro Spiel von Meister Sythen trennten, stiegen die Halterner dank einer Sonderregelung ebenfalls auf. Die Mannschaft von Thomas Schaffrinna und Phillip Oligmüller konnte nicht immer seine volle Leistung zeigen, steht dennoch auf Platz fünf einer allerdings auch etwas verzerrten Tabelle.

Für das größtenteils junge Team geht es darum, sich weiter in der A-Liga zu etablieren. Mit dem Aufstiegskampf wird der ETuS nichts mehr zu tun haben – aber auch nicht mit dem Abstiegskampf.

Tendenz: Das obere Tabellenmittelfeld scheint realistisch zu sein.

TuS Sythen – Kreisliga A1

Für das Team von Dennis Schulz ist es die erste Saison der Vereinsgeschichte in der Kreisliga A – und in die starteten die Sythener gleich richtig stark. Mit Platz vier setzte die Mannschaft direkt mal ein Ausrufezeichen, begeisterte oft durch offensiven Fußball. Vor der Pause wurde das Lazarett allerdings immer größer.

Bei einem Re-Start hätte Schulz wohl wieder mehr Spieler zur Verfügung, was Sythens Chancen wieder erhöht. Ein Aufstieg ist aber alles andere als Pflicht, der TuS will sich eigentlich erst mal nur in der neuen Liga etablieren. Das ist den Spielern und ihrem Trainer bislang mehr als gut gelungen.

Tendenz: Für ganz oben reicht es noch nicht, aber Sythen landet vor Rivale ETuS.

Concordia Flaesheim – Kreisliga A2

Nur ein Mal hat Concordia Flaesheim bislang verloren, doch die eine Niederlage tut richtig weh, da sie gegen Aufstiegs-Konkurrent Recklinghausen war. Betrachtet man die Quotientenregelung, muss Flaesheim aber ein anderes Team, den SV Hochlar, überholen.

Patzt der SVH auch nur ein einziges Mal, könnten Michael Onnebrink und sein Team den Ausrutscher ausnutzen.

Tendenz: Flaesheim wird bis zum letzten Spiel Chancen auf den Aufstieg haben.

Concordia Flaesheim II (Frauen) – Kreisliga A

Genauso wie die erste Frauenmannschaft steht auch Flaesheims Zweite mit drei Siegen aus fünf Spielen im oberen Tabellenmittelfeld. Das Team von Thorsten Wieja hat sich gut verstärkt und in der Vorbereitung unter anderem die neue Frauenmannschaft des FC Schalke geschlagen. An der Spitze läuft es auf einen Zweikampf zwischen dem SC Reken und Rhade II hinaus, dahinter ist alles offen.

Tendenz: Reken oder Rhade wird aufsteigen, dahinter ist für Flaesheim alles möglich.

SV Lippramsdorf II – Kreisliga B2

Die Reserve des Bezirksligisten bestach in den vergangenen Jahren mit Konstanz, was den Tabellenplatz angeht. Seit 2012 gab es drei vierte, einen fünften und fünf sechste Plätze. Derzeit steht das Team von Michael Homann auf Platz sieben, verlor gegen die beiden Spitzenteams aus Barkenberg und Hervest. Im Vergleich zu den Teams vor dem LSV haben die Lippramsdorfer ein Spiel mehr auf dem Konto.

Tendenz: Der LSV II reiht sich wieder irgendwo zwischen Platz vier und sechs ein.

SV Bossendorf – Kreisliga B4

Lange ist es her, dass die Bossendorfer gespielt haben – die Pause ist sogar noch länger als bei den meisten anderen Teams. Denn das letzte Spiel der Mannschaft um Trainer Thomas Joachim war Anfang Oktober. Die Bossendorfer konnten bislang nur zwei Mal gewinnen, einmal davon am Grünen Tisch.

Vor allem im Offensivbereich haperte es vor der Corona-Unterbrechung. Im Gegensatz zu den Teams vor ihm, hat der SVB ein Spiel weniger auf dem Konto, trotzdem trennen ihn nur fünf Punkte vom Tabellenersten.

Tendenz: Platzt der Knoten in der Offensive, kann der SVB auf die Top-Drei schielen.

BW Lavesum – Kreisliga B2 (Ahaus-Coesfeld)

Das Team von Michael Ecker und René Kownatka hat im Sommer einen kleinen Umbruch durchgemacht. Das und einige Verletzungssorgen sorgten bislang für eine sehr inkonstante Leistung und einen unbefriedigenden 14. Tabellenplatz.

Bei einem möglichen Re-Start könnte das Trainerteam wieder einige Optionen mehr für den Kader haben. Das könnte am Ende Gold wert sein.

Tendenz: Lavesum rappelt sich wieder auf, hat mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun.

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert

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