Ein Lippramsdorfer spielte einst in der Jugend gegen Kai Havertz (l.) und einige andere heute namhafte Spieler. Er selbst geht im Sommer wieder einen Schritt nach vorne und wechselt zu einem ambitionierten Westfalenligisten. © picture alliance/dpa/PA Wire

Lippramsdorfer wechselt in die Westfalenliga – einst spielte er gegen Havertz und Co.

In der Jugend spielte er gegen Top-Talente wie Havertz und Pulisic. In seiner eigenen noch jungen Karriere kam er schon ein wenig rum. Ab dem Sommer spielt er für einen Westfalenligisten.

Er kommt gebürtig aus Lippramsdorf, spielt aber seit vielen Jahren schon nicht mehr dort oder in Haltern. Im Sommer wechselt der 23-Jährige, der in seiner Jugend auch in der Junioren-Bundesliga kickte, zu einem Westfalenligisten, bei dem er auf einige weitere Ex-Halterner trifft.

„Ich bin viel rumgekommen“, sagt Jonas Weid, der aktuell noch bei der SG Borken unter Vertrag steht und ab dem kommenden Sommer für Westfalenliga-Aufsteiger RW Deuten spielt.

Die ersten Jahre seiner Laufbahn verbrachte Jonas Weid noch beim SV Lippramsdorf. Dann ging es in die Jugend des TuS Haltern am See, ehe er zur TSV Marl-Hüls wechselte. Drei Jahre blieb er dort, dann folgte der wahrscheinlich größte Wechsel: in die B-Jugend des MSV Duisburg.

Pulisic, Havertz, Passlack und Henrichs hießen die Gegner von Jonas Weid

„Das war natürlich eine große Umstellung“, sagt er heute. Die Fahrten zum Training wurden länger „und es war nicht einfach, das alles mit der Schule unter einen Hut zu bekommen“.

Er wechselte jedoch nicht alleine nach Duisburg, auch zwei seiner vorherigen Teamkollegen gingen den Schritt. „Dadurch war ich zum Start nicht alleine da“, erinnert sich der Außenverteidiger, der zwischenzeitlich auch in der Kreisauswahl aktiv war.

Jonas Weid (M.) spielte in der Jugend für Lippramsdorf und den TuS Haltern am See, ehe es ihn aus der Seestadt zog.
Jonas Weid (M.) spielte in der Jugend für Lippramsdorf und den TuS Haltern am See, ehe es ihn aus der Seestadt zog. Nun wechselt er in die Westfalenliga zu RW Deuten. © Sänger (Archiv) © Sänger (Archiv)

Als Junioren-Bundesligist lieferte sich Weid auch so manches Duell mit heutigen Bundesliga-Stars. Unter anderem habe er damals gegen Christian Pulisic und Kai Havertz, die heute beim FC Chelsea London aktiven sind, gespielt, erzählt er.

Auch Leipzig-Profi Benjamin Henrichs und Borussia Dortmunds Felix Passlack seien seine Gegner gewesen. Aus seiner eigenen Mannschaft schaffte es beispielsweise Lukas Daschner (FC St. Pauli) ins Profigeschäft.

Plötzlich „stand ich ohne Verein da, das war ein bisschen blöd“

Ein Jahr blieb Jonas Weid beim Duisburger Traditionsverein, danach ging es ins Münsterland. Von 2015 bis 2017 spielte er für die Jugendmannschaften von Preußen Münster.

Gerne hätte er sich dann auch mal für die erste Mannschaft, die damals noch in der 3. Liga spielte, empfohlen, doch eine wirkliche Chance erhielt er nie. „Das war ein bisschen schade“, sagt er. Doch der Schritt zu einer Profimannschaft sei eben auch immer mit ein wenig Glück verbunden.

Statt für die zweite Mannschaft Münsters zu spielen, entschied sich Weid dann, zur Spielvereinigung Vreden zu wechseln, für die er ebenfalls in der Westfalenliga spielen konnte. Bei der mittlerweile in der Oberliga spielenden Mannschaft sei er aber „nicht so zum Zug gekommen“. Es folgte der nächste Wechsel.

Beim TSV Marl-Hüls blieb der Lippramsdorfer allerdings ebenfalls nicht lange, was aber nicht an ihm, sondern am Verein lag. Denn als der TSV plötzlich Insolvenz anmeldete, „stand ich ohne Verein da, das war ein bisschen blöd“. Bei der SG Borken fand er ein neues Zuhause, doch aufgrund der Corona-Pandemie konnte er für den Landesligisten auch noch nicht allzu viel spielen.

Jonas Weid: „Deuten ist ein sehr ambitionierter Verein“

Im kommenden Sommer geht er wieder einen Schritt nach vorne, zu RW Deuten. Der Aufsteiger konnte bis zur Corona-Unterbrechung durchaus überzeugen, gewann fünf von sieben Spielen. Schon in den vergangenen Jahren habe er mit den Verantwortlichen aus Deuten Kontakt gehabt, ein Wechsel kam jedoch nicht zustande.

„Deuten ist ein sehr ambitionierter Verein, sie haben ein gutes Konzept und gute Trainer“, sagt Jonas Weid. Einer von ihnen ist auch in Haltern bereits bekannt: Marek Swiatkowski trainierte ein Jahr lang die zweite Mannschaft des TuS Haltern am See, mit der er nah am Landesliga-Aufstieg war.

Mit Robin Pötter, Vangjel Frasheri und Thomas Swiatkowski spielen dort noch weitere Ex-Halterner, die Weid auch schon von früheren Stationen kennt. An Deuten habe ihn auch gereizt, „dass die Jungs soweit zusammengeblieben sind und viele noch da sind, die schon in der Bezirksliga zusammen gezockt haben“.

Deuten wolle den Kader nur immer punktuell verstärken, so der 23-Jährige. Ab dem Sommer wird er selbst eine dieser punktuellen Verstärkungen sein.

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Pascal Albert