Noah Karthaus (l.) spielt seit mehreren Jahren für die TSG Sprockhövel, im Sommer wechselt er zum TuS Haltern am See. © imago/Rene Traut
Fußball: Oberliga

Karthaus‘ ungewöhnlicher Weg zum TuS Haltern und eine komplizierte Verletzung

Die Geschichte, wie Noah Karthaus beim TuS Haltern gelandet ist, ist anders als die bei den meisten Verpflichtungen. Zwei Faktoren waren die Corona-Pandemie und eine Knieverletzung.

Mit Noah Karthaus hat der TuS Haltern am See einen weiteren jungen Spieler für die kommende Saison verpflichtet. Der 21-Jährige kommt von der TSG Sprockhövel. Die Geschichte, wie er nun zum TuS kam, ist eher ungewöhnlich – Corona und eine komplizierte Verletzung spielten dabei eine wichtige Rolle.

Rund zehn Monate ist es her, dass Noah Karthaus für Sprockhövel auf dem Platz stand. Nach einer Operation am Knie musste er lange pausieren. In Folge einer alten Verletzung hatte sich sein Kreuzband im linken Knie ausgeleiert.

Noah Karthaus „wusste nicht, wie interessant und bekannt ich bin“

Durch einen Innenbandanriss sei sein Knie wohl so instabil gewesen, dass sein Kreuzband bei jeder extremen Bewegung weiter gedehnt wurde. Dadurch habe er auch immer wieder kleinere Verletzungen im linken Bein gehabt. „Ich wurde dann operiert, damit nichts Schlimmeres passiert“, erklärt er.

Trotz der Verletzung und der späteren Operation, erzählt Karthaus, gab es zu Beginn Signale von der TSG, den Vertrag mit dem jungen Verteidiger erneut zu verlängern. Vor einiger Zeit änderte sich das dann aber.

Warten, bis andere Vereine auf ihn zukommen, wollte der 21-Jährige danach aber nicht. „Durch Corona und meine Knieverletzung wusste ich nicht, wie interessant und bekannt ich in der Oberliga bin“, erklärt der Student aus Bochum. Daher habe er schnell angefangen, sich nach einem neuen Verein umzuschauen.

Tim Eibold lobte Halterns Neuzugang Karthaus in den höchsten Tönen

„Ich habe geguckt, was für Optionen ich in der Nähe hätte und was für mich passen würde“, erzählt er. „Da bin ich dann schnell auf den TuS gekommen.“ Das Konzept, vor allem auf junge Spieler zu setzen, habe ihn direkt überzeugt.

Noah Karthaus (l.) schließt sich im Sommer dem TuS Haltern am See an.
Noah Karthaus (l.) schließt sich im Sommer dem TuS Haltern am See an. © TuS Haltern am See © TuS Haltern am See

Auch die Tatsache, dass die Halterner mittlerweile einen guten Unterbau mit dem Team B in der Landesliga haben, hatte ihn angesprochen. Denn dort könnte er ebenfalls auf einem ordentlichen Niveau Spielpraxis sammeln, „falls ich nach der langen Pause Anlaufschwierigkeiten habe“, erklärt er.

Den Kontakt baute er dann selbst auf – meist ist es eigentlich andersherum. Tim Eibold, Leiter Seniorenfußball des TuS Haltern am See, kannte Noah Karthaus bereits aus seiner Zeit bei Westfalia Herne, mit der er mehrmals auf die TSG Sprockhövel traf.

Eibold war es auch, der Karthaus bei der Verkündung seiner Verpflichtung in höchsten Tönen gelobt hatte. „Noah ist ein Spieler, der in seiner Art Fußball zu spielen, auf diesem Niveau und dem jungen Alter, nicht allzu oft zu finden ist“, hatte er unter anderem gesagt.

Noah Karthaus: „Wo ich spiele, ist mir letztendlich relativ egal“

„Seine Robustheit und sein Wille, jeden Zweikampf positiv zu bestreiten, hat mich sehr beeindruckt“, erklärte er. „Ich war etwas überrascht, dass er so hoch von mir gesprochen hat“, sagt Noah Karthaus über die Vorschusslorbeeren Eibolds.

Dieses Vertrauen möchte der Bochumer in der kommenden Saison mit guten Leistungen zurückzahlen. „Ich weiß, dass ich das, was er gesagt hat, draufhabe“, sagt er, „dafür muss ich gesund bleiben und regelmäßig spielen“. Das ist auch sein großes Ziel für die kommende Spielzeit.

„Ich möchte so schnell wie möglich reinkommen, gesund bleiben und natürlich versuchen, die hoch angesetzten Worte von Tim Eibold auf dem Platz zu bestätigen“, sagt Noah Karthaus. Wo er letztendlich auf dem Platz stehen wird, ist ihm nicht allzu wichtig.

„Ich würde mich als Defensiv-Allrounder bezeichnen“, so der 21-Jährige. Bei Sprockhövel spielte er im Seniorenbereich hauptsächlich als Rechtsverteidiger, in der A-Jugend wurde er meist als Innenverteidiger eingesetzt. „Wo ich spiele, ist mir letztendlich relativ egal.“ Hauptsache wieder spielen.

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert
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