1952 wurde das Bootshaus des Kanu-Club Hamm-Marl in Haltern errichtet. Bald wird es mit Unterstützung des Landes NRW renoviert. © Privat
Kanusport

Jubiläum, Förderung und Renovierung: Viel los beim Kanu-Club in Haltern

70 Jahre wird der Kanu-Club Hamm-Marl alt. Gegründet wurde der Verein auf Halterner Boden, wo er auch noch immer beheimatet ist. Dennoch musste irgendwann der Name geändert werden.

Der Kanu-Club Hamm-Marl, der bereits seit Ewigkeiten Haltern am See sein Zuhause nennt, feiert in diesem Jahr sein 70-jähriges Jubiläum. Doch die geplante Festveranstaltung fällt aufgrund der Pandemie ins Wasser. Dennoch gibt es auch Grund zur Freude im Verein: Die Kanuten werden vom Land NRW unterstützt und können nun ihr Bootshaus renovieren.

Schon gleich nach dem Krieg trafen sich kanubegeisterte Wassersportler aus Haltern zu gemeinsamen Bootstouren in zu Anfang noch selbst gebauten Booten.

Mit dem Wunsch, die Aktivitäten in einem Verein zu bündeln, gründete sich daraus am 21. März 1951 eine Interessengemeinschaft. Erste Versammlungen fanden bei Mitgliedern und in Halterner Gaststätten statt.

Zusammenschluss mit dem Kanu-Club Wanderpaddler Marl

Schon bald zählte der Verein 40 Mitglieder und es entstand der Plan, ein eigenes Bootshaus zu bauen. Doch zunächst folgte im Februar 1952 der Zusammenschluss mit dem Kanu-Club Wanderpaddler Marl.

Der neue Verein gab sich den Namen „Kanu-Club Haltern“, beließ seinen Sitz in Haltern und schon einen Monat später, am 23. März 1952, wurde zwischen Kanal und Lippe der Grundstein für das neue Bootshaus gelegt.

Bei diesem ersten Großprojekt waren Idealismus und die Bereitschaft zu einem großen persönlichen Einsatz der Mitglieder das wichtigste Kapital. Nach knapp viermonatiger Bauzeit mit unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden wurde das neue Bootshaus mit Platz für 50 Boote und einer Hausmeisterwohnung feierlich eingeweiht.

Natürlich wurde zwischendurch auch gepaddelt und so begaben sich schon in diesen frühen Jahren Vereinsmitglieder mit Zeltplanen und Faltbooten auf große Kanufahrten, beispielsweise an die Ardèche in Südfrankreich.

Neben den Wanderfahrten nahm aber auch der Wettkampfsport an Bedeutung zu. Über viele Jahre freute sich der Verein über Erfolge in Rennkanu- und Slalomwettbewerben. Im November 1964 folgte mit „Kanu-Club Hamm-Marl e. V.“ eine notwendige neue Namensgebung. Denn Hamm-Bossendorf als Standort gehörte damals verwaltungstechnisch noch zu Marl.

Auch Stand-Up-Paddling kann man beim Kanu-Club ausüben

Schon früh erkannten die Gründerväter, dass Jugendarbeit ein wichtiger Baustein für den Fortbestand des Vereins ist und kauften 1967 das erste eigene Vereinsboot.

Mit diesem Siebener-Mannschaftskanadier, der auf den Namen „Panda“ getauft wurde, konnten nun auch die Jugendlichen aufs Wasser und sind seitdem bei regionalen Veranstaltungen unterwegs.

Freuen sich über das 70-jährige Jubiläum des Kanu-Clubs Hamm-Marl: Die Vorsitzende Elke Heuver (l.) und Wanderwartin Sabine Uehlemann.
Freuen sich über das 70-jährige Jubiläum des Kanu-Clubs Hamm-Marl: Die Vorsitzende Elke Heuver (l.) und Wanderwartin Sabine Uehlemann. © Andreas Kegl © Andreas Kegl

Das sportliche Highlight in der 70-jährigen Vereinsgeschichte war aber sicherlich das gemeinsam mit den „Kanufreunden Marl“ und der „Paddlergilde Haltern“ ausgerichtete „23. Wanderfahrertreffen des Deutschen Kanu-Landesverbandes NRW“.

Schirmherr war der damalige Bürgermeister Josef Paris, der vom 15. bis 17. September 1978 rund 1500 Kanuten aus dem ganzen Land begrüßte. Allein rund 700 Paddler nahmen die Paddelstrecke auf der Lippe von der Rauschenburg in Datteln bis nach Haltern in Angriff.

Eine schwierige Zeit überstand der Verein, als 1988 die Umbaumaßnahmen des Wesel-Datteln-Kanals begannen. Doch 2001 waren die Probleme vergessen und man feierte in Verbindung mit dem 20. Marler Kanutag das 50-jährige Vereinsjubiläum.

Neben vielen verschiedenen Vereinsbooten verfügen die Paddler seit 2003 auch über einen Mannschaftskanadier mit zehn Plätzen, zeigen sich aber auch aufgeschlossen für neue Entwicklungen. So können die Mitglieder seit einiger Zeit mit vereinseigener Ausrüstung auch die neue Trendsportart Stand-Up-Paddling ausprobieren.

47.932 Euro für die Renovierung des Bootshauses

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie im letzten Jahr sind auch bei den Paddlern fast alle Veranstaltungen ausgefallen. Da Paddeln aber als Individualsport auch in Corona-Zeiten möglich ist, zeigt sich die gepaddelte Kilometerleistung des Vereins nur leicht rückläufig. Sie liegt aktuell bei rund 500.000 Kilometer seit der Gründung.

In den zurückliegenden Jahren hat sich das Vereinsleben mit einer gesunden und ausgewogenen Altersstruktur positiv entwickelt. Die aktuell 65 Aktiven sind alle mit Herz und Seele dabei und haben aktuell die Renovierung des Bootshauses in den Mittelpunkt der Aktivitäten gerückt.

Hierzu erhielt der Verein im Zuge des Programms „Moderne Sportstätte 2022“ der Landesregierung NRW eine Fördersumme in Höhe von 47.932 Euro zugesprochen. Damit wird eine energetische Sanierung mit den Schwerpunkten Dachsanierung und Einbau einer modernen Heizungsanlage erfolgen.

Fahrtenleiter Andreas Kegl zeigt sich vorsichtig optimistisch und sagt: „Wir haben die Hoffnung, dass vielleicht im Herbst der Abschluss der Renovierungsarbeiten mit einer Jubiläumsveranstaltung kombiniert werden kann.“

Über den Autor
freier Mitarbeiter
Ist schon seit Jahren freier Mitarbeiter der Redaktion Haltern am See. Er fotografiert und berichtet über das lokale Geschehen und betreut die Serie „Das Sportporträt“. Darüber hinaus berichtet er in Wort und Bild über aktuelle sportliche Großereignisse im Outdoorbereich , wie Reitturniere, Laufveranstaltungen, Radrennen und Kartsport. Sein Spezialgebiet ist die Berichterstattung über Motorsport auf der Nordschleife des legendären Nürburgrings. Für die Dorstener Redaktion begleitet er dazu seit Jahren die heimischen Rennfahrer in der Langstreckenserie und beim Jahreshighlight, dem 24 Stunden Rennen.
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Horst Lehr

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