Trotz des Schnees sieht man immer wieder Jogger in Haltern. Magnus Kaprolat erklärt, worauf beim Schneelauf geachtet werden muss. © picture alliance/dpa/KEYSTONE
Lauf-Tipps

Joggen im Schnee: Halterner Experte erklärt, worauf geachtet werden muss

Es gibt Läufer, die aufgrund des Wintereinbruchs eine Pause einlegen und es gibt die, die sich nicht von Eis und Schnee abschrecken lassen. Ein Fachmann klärt auf, worauf man dabei achten muss.

Durch den Schneefall der vergangenen Tage und die eisigen Minustemperaturen sind sie zwar weniger geworden, doch es gibt sie noch immer in Haltern, die Menschen, die regelmäßig joggen gehen. Bei den derzeitigen Witterungsbedingungen gibt es aber einiges zu beachten. Bewegungs-Analyst Magnus Kaprolat (30) gibt Tipps, wie es sich bei Schnee und Eis am besten läuft.

„Grundsätzlich ist erst mal die richtige Kleidung wichtig“, sagt er, verweist aber auch darauf, dass jeder sein eigenes Kälteempfinden besitzt. „Es gibt Leute, die auch bei null Grad noch mit einer kurzen Hose laufen gehen.“ Jeder müsse selbst für sich gucken, dass er für sein eigenes Empfinden warm genug angezogen ist.

Reine Baumwoll-Kleidung ist eher kontraproduktiv

Dabei sei es sinnvoll, sich nach dem sogenannten „Zwiebelschicht-System“, also mit mehreren Kleidungslagen, anzuziehen. Für die erste Schicht empfiehlt er Kleidung aus Polyester.

Reine Baumwolle ist dagegen eher kontraproduktiv, weil sie den Schweiß stark aufnimmt und ihn im Gegensatz zu Polyester nicht abweist. „Man unterkühlt dann eher“, sagt Kaprolat. Auch das Gesicht sollte bei den winterlichen Temperaturen besser geschützt werden.

Zumindest der Mund sollte bedeckt sein, „damit man nicht die ganze kalte Luft einatmet und die wärmere Luft zirkuliert“. Wird die kalte Luft ohne einen Schutz eingeatmet, sei das beispielsweise für den Kreislauf eher suboptimal.

„Da gibt es Unterschiede wie bei Autoreifen“

Auch die richtigen Schuhe sind wichtig für das Laufen im Schnee. Das Schuhwerk sollte eine ordentliche Stabilität haben. Die erreiche man zum Beispiel durch eine feste Fersenkappe, „um die Gefahr, umzuknicken, zu verringern“, erklärt Magnus Kapsolat.

Außerdem sollten die Schuhe für den Fall, dass man mal in tieferen Schnee tritt, wasserdicht sein. Beim Sohlenprofil sollte zudem darauf geachtet werden, ausreichend Grip zu haben.

„Da gibt es Unterschiede wie bei Autoreifen“, erklärt der Bewegungs-Analyst. Schuhe mit mehr Grip „haben keine Spikes im eigentlichen Sinne, aber sie sind schon griffiger“.

Von Spikes grundsätzlich abraten möchte Kapsolat nicht, aber „meiner Meinung nach sind sie für den normalen Hobbyläufer nicht zwingend notwendig“. Schuhe mit Spikes sehe er im Normalfall eher beim Rundendrehen auf einer Tartanbahn.

Bei Schnee und Eis „ist Gehen keine Schmach“

„Was ich auch wichtig finde“, sagt der Fachmann, „ist, dass die Sicherheit immer vorgeht“. Natürlich wolle man auch immer seine Leistung bringen, wenn man laufen geht, aber bei den Schneemassen und dem Eis auf den Wegen solle man seinen Ehrgeiz zuhause lassen.

„Die Verletzungsgefahr ist höher, weil man eher mal auf härteres Eis tritt oder eine Eisschicht nicht sieht“, so Magnus Kapsolat. An Stellen, an denen Läufer aufgrund des Untergrundes unsicher sind, sollten sie das Tempo lieber verringern oder sogar ihren Lauf unterbrechen.

„Gehen ist in dem Fall keine Schmach“, sagt der 30-Jährige. Kürzere Schritte seien auch unter Umständen sinnvoller, um so mehr Stabilität beim Laufen zu gewinnen.

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Pascal Albert

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