In dieser Saison konnte HSC-Trainer Gerard Siggemann erst selten jubeln. In der kommenden Spielzeit soll er dazu wieder häufiger die Gelegenheit bekommen. © Peter Ludewig (Archiv)
Handball: Oberliga

HSC-Trainer Siggemann sieht auf einer Position dringenden Handlungsbedarf

Gerard Siggemann ist auch in der kommenden Saison Trainer des HSC. Nun geht es darum, den Kader zusammenzuhalten. Auf einer Position wird der Oberligist aber auf jeden Fall Verstärkung brauchen.

Der HSC Haltern-Sythen hat Klarheit: Gerard Siggemann wird die Oberliga-Herren auch in der kommenden Spielzeit betreuen. Lange dauerten die Gespräche mit dem Verein nicht, für Siggemann ist eine Verlängerung „in diesem Jahr nur folgerichtig“. Die ganze Situation im Handball sei aktuell merkwürdig, sagt er. Der Trainer hat genaue Vorstellungen vom zukünftigen Kader – er spricht von drei Positionen, die verstärkt werden sollen, sofern das möglich ist.

„Das ist eine eigenartige Situation“, sagt Siggemann. Der gesamte Amateur-Handballsport ruht seit Monaten, erst zwei Spiele hat der HSC in der Oberliga absolvieren können. „Man kommt aktuell gar nicht unter Handlungsdruck“, so der Trainer. In einer normalen Saison würden alle Parteien wissen, ob und wie sie auf die bisherige Spielzeit reagieren müssen.

„Aufgrund welcher Kriterien willst du etwas ändern?“

„Aber es ist ja bisher nichts passiert“, erklärt er. Dementsprechend sei es für alle Vereine schwer, die Zukunft zu planen. Durch die aktuelle Situation sehe er aber keinen Bedarf, etwas zu ändern. Einer Verlängerung mit dem HSC Haltern-Sythen stand also nichts im Weg.

Auch bei der Zusammenstellung des künftigen Kaders spiele die derzeitige Situation eine große Rolle – quasi die gleiche wie bei der Trainerfrage. „Aufgrund welcher Kriterien willst du etwas ändern?“, sagt Gerard Siggemann.

Einen Transfermarkt, sofern man das im Amateursport überhaupt so nennen könne, gebe es in diesem Jahr eigentlich gar nicht, weil nun mal keiner unter Handlungsdruck stehe. „Auch der Trainermarkt steht still“, erklärt er.

Verliert das Oberliga-Team des HSC gleich beide Torhüter?

Wie die Saison weitergeht, ist weiterhin ungewiss. Der Kader der Halterner soll derweil zusammengehalten werden. „Ich hoffe, dass wir den kompletten Kader halten können“, sagt der Trainer.

Zwei Spieler stehen aber auf der Kippe. Stephan Haunert wird wohl in Zukunft nur noch in der zweiten Mannschaft spielen, da der Aufwand für die Oberliga zu groß ist, so Siggemann. Daniel Lüger liebäugele schon seit einiger Zeit mit einem Wechsel, weil er ins rund 35 Kilometer entfernte Lünen gezogen ist.

„Ich hoffe, dass wir ihn irgendwie halten können“, sagt sein Trainer. „Aber einen Torwart brauchen wir auf jeden Fall.“ Es sei allerdings schwierig, einen Torhüter mit der Qualität der beiden aktuellen Keeper zu finden.

Eine weitere Saison ohne Absteiger lässt die Staffeln weiter wachsen

Gerade auf der Torwartposition könne er nicht einen Spieler in die Oberliga reinwerfen und warten, bis er sich an das Niveau gewöhnt hat. Die Qualitäten Lügers und Haunerts haben dem HSC schon den ein oder anderen Sieg gerettet.

Neben der Torwartposition sieht er auch Handlungsbedarf im Rückraum und am Kreis. „Wir sind an ein paar Leuten dran“, sagt er, „aber das ist auch nicht so einfach. Es ist schwer, Argumente zu finden“. Würde die Saison normal laufen, gäbe es klarere Tendenzen bei allen Teams.

Wäre der HSC beispielsweise im gesicherten Tabellenmittelfeld, könnte die Oberliga-Zugehörigkeit ein Argument für einen Wechsel von einem Team, das voraussichtlich aus der Liga absteigt, sein. „Sowas geht jetzt aber nicht, weil nichts passiert, worauf man Argumente aufbauen könnte“, erklärt Siggemann.

Dabei könnte der HSC in der kommenden Saison, die schon Ende August beginnen soll, Verstärkungen gebrauchen. Denn Absteiger wird es in dieser Spielzeit wohl nicht geben, dementsprechend könnten die Staffeln erneut voller werden. Bedeutet: Mehr Spiele und wahrscheinlich auch mehr Absteiger, um zukünftig wieder auf kleinere Staffelgrößen zu kommen.

Siggemann blickt mit Sorge auf die Entwicklungen im Jugendbereich

Eine normale Saison wird die aktuelle nicht mehr, so viel steht fest. Gerard Siggemann hofft nun darauf, dass zumindest überhaupt noch mal gespielt werden kann. Beispielsweise in einer regionalen Runde. Wichtig sei aber vor allem, dass es wieder eine Perspektive gibt, auf die die Vereine bauen könnten.

„Im Moment sieht man ja gar kein Land, man weißt nicht, für wann man plant.“ Alles steht still. Sorgen bereitet dem HSC-Trainer dabei auch die Jugend. „Wir müssen versuchen, die Kinder wieder in die Halle zu kriegen“, sagt er.

Als mahnendes Beispiel nennt er den VfL und den TV Gladbeck, die eine Jugendspielgemeinschaft gründen mussten, um in der A-Jugend überhaupt noch spielen zu können.

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Pascal Albert

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