Seit über einem Jahr konnten Halterns Basketballer schon nicht mehr spielen - besonders in der Jugend könnte das gefährlich werden. © Holger Steffe (Archiv)
Basketball

Halterns Jugend und Corona: „Mit jeder weiteren Woche lässt die Motivation nach“

In vielen Vereinen wächst die Sorge, nach dem Lockdown weniger junge Mitglieder begrüßen zu dürfen als früher. Das gilt auch für die ATV-Basketballer. Probleme gab es aber auch schon vor Corona.

Viele Sportler müssen schon seit Monaten auf ihre liebsten Hobbys verzichten. Am schlimmsten trifft es dabei die Jugend. Viele Vereinsvertreter haben schon öfter die Sorge geäußert, dass viele Kinder und Jugendlichen nicht zurückkehren könnten. Auch die Basketballer des ATV Haltern treibt diese Sorge um.

Kein Sport, dann wieder unter Auflagen, dann wieder kein Sport – das vergangene Jahr war für Amateursportler ziemlich ungewöhnlich und ermüdend. Nach dem ersten Lockdown „waren wir erstmals im Mai wieder draußen“, erzählt Jörg Pieper, Jugendwart der ATV-Basketballer und Trainer der U18.

Viel machen konnten sie allerdings damals nicht. „Wir haben dann auch ein bisschen im Westuferpark trainiert“, erinnert er sich. Einige Zeit später ging es mit entsprechendem Hygienekonzept dann wieder in die Halle. „Das lief auch echt gut“, sagt Pieper.

Auch im Westuferpark kann derzeit kein Basketball gespielt werden

Mit seiner Mannschaft konnte er damals sogar wieder ein erstes Testspiel absolvieren, doch seit November geht wieder gar nichts mehr. Mittlerweile wurde die Saison, die in fast allen Ligen noch gar nicht angefangen hatte, da sie bereits im Herbst verschoben wurde, abgebrochen. Überrascht war davon kaum noch jemand.

Vor einigen Wochen konnten die Basketballer zumindest in kleinen Gruppen wieder ein bisschen was machen. „Wir konnten wieder ein bisschen mit Athletik-Training anfangen“, erzählt Jörg Pieper.

Gerne hätten sie auch unter Beachtung der Corona-Regeln im passenden Rahmen mal wieder ein paar Körbe geworfen, doch in ganz Haltern gibt es nur einen Ort, wo das im Freien möglich ist: im Westuferpark.

Dort wurden allerdings vor einiger Zeit die Basketballkörbe abmontiert, damit sich nicht zu viele Menschen dort treffen. Für Jörg Pieper eine Entscheidung, die er zwar traurig, aber mit Blick auf größere auswärtige Gruppen, die dort spielten, auch nachvollziehen kann.

In der U16 gibt es bald ein Loch, welches wohl nicht gestopft werden kann

Am liebsten würden nun alle natürlich wieder in die Halle, sagt er. Wann genau wieder in geschlossenen Räumen Sport ausgeübt werden darf, ist aber noch ungewiss. „Wenn wir draußen Möglichkeiten hätten, würden wir die natürlich nutzen“, so Pieper. Vor allem jetzt, da es wieder wärmer wird.

Doch aktuell können Halterns Basketballer nur weiter warten. „Mit jeder weiteren Woche, die vergeht, lässt die Motivation nach“, sagt der ATV-Jugendwart und -trainer. Die Sorge, dass in Zukunft weniger Jugendspieler im Verein sein werden, ist groß.

Schon vor der Pandemie gab es die, doch nun ist sie noch mal gewachsen. „Wir wissen jetzt schon, dass wir bald in der U16 ein Loch haben werden“, erklärt er. „Das ist aber unabhängig von Corona.“ Aber in den Teams darunter, der U14 und der U12, „wissen wir noch nicht, wer nach dem Lockdown zurückkommt“.

Gerade bei letzterer Mannschaft sei die Resonanz auf eine Rückkehr ins Training nach dem ersten Lockdown spürbar geringer gewesen. „Das ist schon traurig“, sagt Jörg Pieper. Ändern kann er daran aktuell jedoch nichts. Auch er ist dazu verdammt, abzuwarten.

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Pascal Albert

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