Halternerin bei der EM: Jola Aelken erreicht ihr Ziel trotz Sturz

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Jola Aelken startete in diesem Sommer zum ersten Mal bei den Jugend-Europameisterschaften im Mountainbike.
Jola Aelken startete in diesem Sommer zum ersten Mal bei den Jugend-Europameisterschaften im Mountainbike. © Horst Lehr
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Mit ihren 13 Jahren blickt die für den ATV startende Jola Aelken aus Haltern bereits auf eine erfolgreiche Mountainbike-Karriere zurück, die dieser Tage mit der Teilnahme an den Jugend-Europameisterschaften in der Schweiz ihren vorläufigen Höhepunkt fand. „Das war ein ganz tolles Erlebnis“, sagt sie noch immer beeindruckt.

Begonnen hatte für Aelken alles mit gerade mal sechs Jahren. Damals tauchte sie auf einem pinken Mädchenrad mit defekter Schaltung bei ATV-Trainer Klaus Prag auf. Ihr erstes richtiges Mountainbike bekam sie ein Jahr später und fuhr damit auch gleich ihr erstes Rennen. „Das war schon sehr aufregend“, sagt sie rückblickend. Ab da zeigte die Leistungskurve der Nachwuchsbikerin steil nach oben.

Bereits 2020 wurde sie aufgrund ihrer guten Leistungen, unter anderem einem zweiten Platz beim Hessen Cup in Gedern, in den NRW-Landeskader berufen. Im Jahr darauf startete sie ihre erste komplette U15-Saison im NRW-Kader, fuhr in der Bundesnachwuchssichtung, wurde Landesmeisterin und gewann auch den NRW Cup.

Jola Aelken: „Ich habe natürlich direkt zugesagt“

In diesem Jahr fährt sie erneut alle acht Rennen der Bundesnachwuchssichtung und startet auch wieder im NRW Cup. Zu diesem strammen Programm kam dann überraschenderweise mit der Europameisterschaft auch noch der erste Start auf der großen internationalen Bühne dazu.

Dort wird in Dreierteams gefahren und Rita Pollack, eine Sportbekanntschaft aus dem NRW Cup, suchte nach einer passenden Verstärkung. „Ich habe natürlich direkt zugesagt“, erzählt Jola Aelken. Dritter Starter im „Team South West Germany“ wurde Alex Shipani. So fuhr die Halternerin Anfang August hoch motiviert in die Schweiz, wo in Capriasca die UEC MTB-Jugend-Europameisterschaften U15/U17 ausgefahren wurden.

Bei den Jugend-Europameisterschaften freute sich Jola Aelken am Ende über den 27. Platz.
Bei den Jugend-Europameisterschaften freute sich Jola Aelken am Ende über den 27. Platz. © Privat

Dort hatte der Veranstalter zum Auftakt ein kurzes, knackiges Einzelzeitfahren über eine circa 600 Meter lange Kurzdistanz zur Leistungseinordnung der insgesamt 118 Starter angesetzt. Mit Platz 54 konnte sich Aelken einen guten Mittelfeldplatz sichern.

Mit einem Massenstart folgte am zweiten Tag das Rennen der Teamstaffel. Steinfelder, Wurzelpassagen, steile Anstiege und schwierige Abfahrten brachten dabei einige Teilnehmer an ihre Leistungsgrenzen. „Die Strecke war genau passend. Anstiege sind einfach mein Ding“, sagt dagegen die 13-Jährige. Doch im Rennen lief es dann nicht ganz so wie geplant, und so war Aelken mit Platz 64 nicht ganz zufrieden.

Griff nach Wasserflasche endet für die Halternerin mit einem Sturz

Beim Ausscheidungsrennen durften am dritten Tag nur die 32 Besten des Zeitfahrens starten. Aelken nutzte die freie Zeit zur Regeneration und Vorbereitung auf das XCO Cross Country Rennen.

Hier ging es nun richtig zur Sache, denn die 4,2 Kilometer lange Runde musste mittags bei großer Hitze gleich zweimal durchfahren werden. Jola Aelken startete, resultierend aus der Ergebnissen des Zeit- und Teamwettbewerbs auf Platz 23 und sagt: „Das war sehr aufregend, denn so große Startfelder bin ich gar nicht gewohnt.“

Nach einem geglückten Start konnte sie zunächst ihren Platz halten, musste aber schon etwa 500 Meter später wegen eines Staus auf dem schmalen Waldtrail vom Rad und schieben. Nach einem schnellen Aufsprung gelangte sie kurze Zeit später in die erste Versorgungszone, wo sie in schneller Fahrt eine Wasserflasche aufnehmen wollte. „Ich dachte, das kriege ich so hin“, sagt Jola Aelken, doch endete dieses Manöver auf dem unebenen Untergrund in einem Sturz.

„Mit meinem Top-30-Platz bin ich sehr zufrieden“

Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch sprang sie wieder in den Rennsattel. Durch diese Missgeschick hatte sie rund zehn Plätze verloren, keine Wasserflasche und einen schief stehenden Lenker. Ihr gelang es danach trotzdem, bergauf einige Plätze aufzuholen, doch vor dem Downhill im Steinfeld gab es einen erneuten Stopp im Feld.

In der zweiten Runde wollte sie noch einmal angreifen, aber ihr machten der Wassermangel und die Hitze zu schaffen. In der nachfolgenden, sehr technischen Passage ließen dann ihre Kräfte zusehends nach, doch sie schaffte auch den letzten Downhill, wurde aber danach in einem harten Zweikampf in einer der letzten Kurven von einer Niederländerin überholt. Aelken setzte zwar im Zielsprint noch zu einem Gegenmanöver an, musste die Gegnerin aber doch ziehen lassen und fuhr am Ende auf Platz 27 über die Ziellinie.

Damit hatte sie ihr persönliches Ziel, die Top 30, erreicht und freute sich erschöpft, aber glücklich auch über den dritten Platz unter den deutschen Teilnehmern. Jola Aelken betont besonders den starken Teamzusammenhalt bei den Rennen, die tolle Organisation und die vielen deutschen Zuschauer die beim Anfeuern alles gaben. Abschließend sagt die Halternerin: „Mit meinem Top-30-Platz bin ich sehr zufrieden. Ich will auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder teilnehmen.“