Ein Großteil der BVB-Fans hat die Super League und ihre Gründungsvereine scharf kritisiert. Auch in Haltern gibt es kein Verständnis für die Pläne einiger Topteams. © picture alliance / dpa
Fußball

Halterner Seeborusse kritisiert Super League: „Bekloppter geht´s nicht“

Die Super League spaltet den Profifußball. Es hagelt Kritik, Bayern und Dortmund haben sich distanziert. Auch Sebastian Steck vom Halterner BVB-Fanclub hat kein Verständnis für die Pläne.

Die Nachricht kam überraschend und löste ein Beben in der Fußballwelt aus: Zwölf europäische Topvereine waren vor Kurzem mit ihren Planungen der sogenannten „Super League“ an die Öffentlichkeit gegangen. Aus Deutschland macht kein Verein mit, infrage kämen wohl ohnehin nur der FC Bayern München und Borussia Dortmund. Die Meinung der Fans ist eindeutig – auch in Haltern.

„Ich glaube, da sind sich alle einig, dass die Fans das nicht wollen“, sagt Sebastian Steck, Vorsitzender der Seeborussen, einem Halterner BVB-Fanclub. Er habe noch von keinem BVB-Anhänger gehört, der anderer Meinung ist.

Steck findet es gut, dass sich die Borussen bereits gemeinsam mit dem FC Bayern gegen eine Teilnahme an dem geplanten Wettbewerb positioniert haben. „Die Frage ist aber, ob sie dem Druck standhalten können“, sagt er.

„Man merkt schon, dass man sich etwas distanziert hat“

Sollte der BVB irgendwann doch Teil der Super League werden, ist für ihn eines klar: Angucken würde er sich die Spiele definitiv nicht. Zudem ist er sich sicher, dass es dann noch massig Proteste geben würde.

„Bekloppter geht´s ja eigentlich nicht, auf so eine Idee zu kommen“, so Sebastian Steck. Vor allem in der aktuellen Zeit, in der Corona die Sportwelt stark verändert hat und viele Vereine ums Überleben kämpfen.

Veränderungen durch die Pandemie hat der Halterner auch bei sich selbst und anderen BVB-Fans festgestellt. „Man merkt schon, dass man sich etwas distanziert hat“, sagt er.

Sein letzter Stadionbesuch ist mittlerweile über ein Jahr her, im Februar 2020 war er zuletzt im Signal Iduna Park. Im Herbst, als kurzzeitig wieder ein paar Zuschauer live dabei sein durften, waren noch einige Seeborussen im Stadion, erzählt er. Doch seit Monaten sind alle Arenen wieder durchgehend leer.

Mittlerweile empfinden viele BVB-Fans nur noch Mitleid für Schalke

Auch das letzte Derby zwischen dem BVB und dem FC Schalke 04 musste vor leeren Rängen stattfinden. Weitere wird es in der kommenden Saison – zumindest in der Liga – nicht geben, Schalkes Abstieg ist besiegelt.

Zu Beginn der Saison, als Schalke unter anderem mit 0:8 beim FC Bayern unterging, gab es noch Häme von vielen BVB-Fans – auch von Sebastian Steck, sagt er.

„Jetzt zum Ende hin hat man aber gemerkt, dass etwas fehlen wird.“ Als die Borussia im Februar 4:0 gegen die Gelsenkirchener gewann, sei es merkwürdig gewesen, zu wissen, dass es wahrscheinlich das vorerst letzte Derby gewesen sein wird.

Mittlerweile habe er – genauso wie viele seiner Kollegen – Mitleid mit den Schalkern. „Und es ist wirklich ernstgemeintes Mitleid“, betont der Halterner. Von Häme längst keine Spur mehr.

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Pascal Albert

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