Der Halterner Jan Marpe hat ein Angebot, in der kommenden Saison bei einer Regionalligamannschaft zu spielen, abgelehnt. © Nico Herbertz/RWO
Fußball

Halterner (19) lehnt Regionalliga-Angebot ab und wechselt ins Ausland

Der Halterner Jan Marpe hätte bei einem Regionalligisten unterschreiben können, doch er lehnte ab. Zukünftig wird er im Ausland auflaufen und weiter an seinem Traum vom Profifußball arbeiten.

Jan Marpe (19) wohnt mittlerweile seit 15 Jahren in Haltern. Sieben Jahre lang spielte er beim TuS Haltern am See, ehe er die Seestadt sportlich verließ. Nach Stationen bei Schalke, Duisburg und dem VfL Bochum landete er bei RW Oberhausen. Der Regionalligist hat ihm zuletzt ein Vertragsangebot für die kommende Saison vor, doch der Linksverteidiger hat sich für einen anderen Weg entschieden.

Statt in Oberhausen wird Marpe in einigen Monaten in San Francisco spielen. Dort wechselt er an das Saint Mary’s College of California, wo er die nächsten vier Jahre Psychologie studieren wird. Spielen wird er dort in der Division I, der höchsten Spielklasse für Universitätsteams.

70.000 Euro würde das Studium dort ungefähr jährlich kosten, doch dank seiner fußballerischen Qualitäten und seiner schulischen Leistungen – sein Abitur machte er mit einem 1,4er-Notenschnitt – bekommt Jan Marpe ein Vollstipendium.

Würde er nicht in die USA gehen, würde Marpe bei Oberhausen bleiben

Vor etwa einem halben Jahr habe ihn die Vermittlungsagentur Wagner & Woolf auf Instagram kontaktiert und angeboten, ihm zu helfen, in die USA zu kommen. „Ich fand das direkt sehr interessant und hatte mich dann beworben“, erzählt Marpe.

Jan Marpe lebt seit seinem vierten Lebensjahr in Haltern und spielte einige Jahre für den TuS Haltern am See, ehe er die Seestadt sportlich verließ.
Jan Marpe (l.) lebt seit seinem vierten Lebensjahr in Haltern und spielte einige Jahre für den TuS Haltern am See, ehe er die Seestadt sportlich verließ. © Nico Herbertz/RWO © Nico Herbertz/RWO

Im Zuge dessen wurde ein Video seiner bisherigen Spielszenen erstellt, welches sich die Verantwortlichen verschiedener Universitäten angucken konnten. „Daraufhin hatten sich dann mehrere bei mir gemeldet und dann habe ich mich für das beste Angebot entschieden“, so der Linksverteidiger.

Neben dem Vollstipendium überzeugte ihn auch das Fußballteam, mit dem er in der Liga eine gute Rolle spielen möchte. Würde er nun nicht nach San Francisco wechseln, „hätte ich wohl bei Oberhausen unterschrieben“, sagt der 19-Jährige, der in der nun beendeten Regionalliga-Saison schon sein Debüt feiern konnte.

Gegen den Wuppertaler SV durfte er kurz vor Schluss erstmals für die Senioren von RW Oberhausen auflaufen. Zwar spielte er nur eine Minute, gefreut hatte er sich über sein Debüt dennoch. „Das war auf jeden Fall aufregend“, so Marpe, „auch wenn ich nur einen Einwurf hatte“.

Weitere Einsätze kamen nicht mehr hinzu – auch, weil er einen Muskelfaserriss erlitt und dadurch einige Zeit ausfiel. Über seinen aktuellen Verein kann der Halterner derweil nur Positives sagen.

Jan Marpe zieht mit einem schwedischen Teamkollegen zusammen

„Bei RWO haben alle Verständnis für meine Entscheidung gezeigt und viel mit mir darüber gesprochen, da das ein großer Schritt ist“, erzählt der Verteidiger, für den es in weniger als zwei Monaten losgeht.

Jan Marpe (r.) wechselte im Sommer 2020 vom VfL Bochum zu RW Oberhausen. Nun zieht es ihn in die USA. © imago images / MaBoSport © imago images / MaBoSport

Am 4. August geht sein Flug, zuvor muss er noch nach Berlin zur Botschaft reisen, um letzte Formalien zu klären. Wohnen wird er dann zukünftig auf dem Campus der Universität.

Dort wird er gemeinsam mit einem anderen Studenten aus Stockholm leben. „Mit dem spiele ich dann auch in der Mannschaft zusammen“, erzählt er, „und nach dem ersten Jahr kriegt man seine eigene Wohnung“.

In den kommenden Jahren möchte er dann weiter an seinem Traum arbeiten: „Der Traum vom Profifußball ist auf jeden Fall da.“ Den Sprung aus der Division I in die MLS (Major League Soccer, Anm. d. Red.) haben schon einige geschafft, andere sind danach zurück nach Deutschland gegangen, wo sie sich dann im Profifußball etabliert haben.

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Pascal Albert

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