In Kooperation mit Michael Hüsken (r.) bieten Willy Dreckmann und der Segelclub Prinzensteg schon seit Jahren eine Fortbildung an. Derzeit plant der Segelclub die neue Saison - und eine besondere Anschaffung. © Privat
Segeln

„Der richtige Zeitpunkt“: Segelclub soll ein ganz besonderes Boot bekommen

Der Segelclub Prinzensteg plant derzeit trotz der Corona-Pandemie die Saison 2021. Auch die Anschaffung eines besonderen Bootes soll in diesem Jahr realisiert werden, verrät Willy Dreckmann.

Absagen können wir immer noch“, sagt Willy Dreckmann, der Vorsitzende des Segelclub Prinzensteg. Er plant aktuell mit dem Vorstandsteam in Onlinesitzungen eine mögliche Segelsaison 2021, denn „Segeln braucht eine gewisse Vorbereitung“, erklärt er.

Und das ist schon allein für die rund 20 Clubschiffe ein gehöriger Aufwand, müssen doch Boote und Material rechtzeitig aus dem Winterlager geholt werden. Nach einer gründlichen Inspektion und eventuellen kleineren Reparaturen wie der Erneuerung des Unterwasseranstrichs werden die Boote dann zu Wasser gelassen. Die dafür notwendigen Trailer und Krantermine wurden schon festgelegt.

Regatten müssen rechtzeitig angemeldet werden

Für den Seglernachwuchs haben Jugendkoordinatorin Lena Abendroth und Jugendwart Fabian Schmitz ebenfalls schon vorgearbeitet und einen vorläufigen Termin- und Trainingsplan erstellt. Mit exakt festgelegten Trainingsintervallen soll damit ein geordneter Trainingsablauf gesichert werden, natürlich alles unter dem Vorbehalt der Durchführbarkeit.

Gleiches gilt auch für die geplanten Regatta-Events. „Diese Termine müssen alle offiziell beim Deutschen und beim NRW Segelverband angemeldet werden. Wenn wir damit warten, bis es eventuell wieder losgeht, sind alle Termine blockiert und nichts mehr frei“, erklärt Willy Dreckmann.

Daher gilt es, schon jetzt vorausschauend für die notwendige DLRG-Betreuung zu sorgen und auch Wettkampfleiter und lizenzierte Schiedsrichter müssen bestellt werden.

Bereits seit vielen Jahren bietet der Verein in erfolgreicher Kooperation mit der „Halterner Yachtschule Michael Hüsken“ die Möglichkeit zur Erlangung der „Sportbootführerscheine Binnen und See“ an. Dafür werden traditionell die Wintermonate für den theoretischen Unterricht genutzt.

Das passende Umfeld für das neue Projekt ist schon geschaffen

Da dies wegen der Corona-Pandemie aktuell nicht möglich ist, will der Verein die Kurse erstmalig als komplette Onlineversion in zwölf geplanten Abendveranstaltungen durchführen.

Start ist Anfang Februar, aber auch spätere Anmeldungen sind für die noch freien Plätze unter der Telefonnummer 0151 61334897 noch möglich. „Wir wollen damit unsere langjährige Schulungstradition aufrecht erhalten, und machen so aus der Not eine Tugend“, sagt Dreckmann.

Mit der Anschaffung eines eigenen Boots für Menschen mit Handicap hat sich das Vorstandsteam um Dreckmann und die Geschwister Pia und Annika Ellerbrock für diese Saison ein ganz besonderes Ziel gesetzt. Für ein passendes Umfeld ist mit einem entsprechenden Liegeplatz am Steg und Sanitäranlagen schon gesorgt.

Der Segelclub Prinzensteg hofft auf Spenden für das neue Boot

Dreckmann ist begeistert von der Idee und den sich daraus bietenden neuen Möglichkeiten. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür“, sagt er und verweist auch auf die erfolgreiche Einführung einer eigenen Inklusionsklasse beim letztjährigen „Helga Cup“ in Hamburg.

Doch es ist natürlich nicht nur die Idee alleine, sondern das Vorstandsteam hat mit einer gezielten Bootssuche auch schon die ersten praktischen Schritte zur Durchführung des Projekts unternommen.

Der Segelclub Prinzensteg möchte sich eine „RS Venture Connect“ anschaffen. © Phil Jackson © Phil Jackson

Entschieden hat man sich für die Anschaffung eines „RS Venture Connect“. Das ist ein Bootstyp mit speziellen Umbauten für das Parasailing mit zum Beispiel fest installierten Schalensitzen.

Finanziert werden soll das Boot auch mit Spenden. „Wir legen als Verein natürlich etwas dazu, aber ganz allein schaffen wir es nicht“, sagt Willy Dreckmann. Parallel dazu ist am Steg auch der Einbau einer speziellen Hebevorrichtung für den sicheren Ein- und Ausstieg der Inklusionssegler geplant.

Ansegeln am 1. Mai? „Wenn alles klappt, ist unser Inklusionsboot dann schon dabei“

„Damit können wir weitere Sportbegeisterung wecken, das wird ein Erfolgsmodell“, ist sich Dreckmann sicher und freut sich schon auf die dann hoffentlich wieder gemeinsam stattfindende Schiffstaufe.

Dreckmann lobt die vielen Aktiven im Verein, die die Arbeit mittragen und will mit diesem speziellen Projekt den Verein weiter entwickeln. Er hofft dabei auch auf mögliche neue Kooperationspartner.

Er blickt vorsichtig optimistisch auf einen geplanten Ansegeltermin am 1. Mai. „Wenn alles klappt, ist unser Inklusionsboot dann schon dabei“, sagt er.

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freier Mitarbeiter
Ist schon seit Jahren freier Mitarbeiter der Redaktion Haltern am See. Er fotografiert und berichtet über das lokale Geschehen und betreut die Serie „Das Sportporträt“. Darüber hinaus berichtet er in Wort und Bild über aktuelle sportliche Großereignisse im Outdoorbereich , wie Reitturniere, Laufveranstaltungen, Radrennen und Kartsport. Sein Spezialgebiet ist die Berichterstattung über Motorsport auf der Nordschleife des legendären Nürburgrings. Für die Dorstener Redaktion begleitet er dazu seit Jahren die heimischen Rennfahrer in der Langstreckenserie und beim Jahreshighlight, dem 24 Stunden Rennen.
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Horst Lehr

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