Nach drei Monaten Lockdown hat sich der Handball-Verband Westfalen entschieden, die Saison in ihrer ursprünglich geplanten Form abzubrechen. © picture alliance/dpa
Meinung

Der Handball-Verband tut das einzig Richtige – jetzt müssen die Fußballer folgen

Die Entscheidung ist gefallen: Die Handball-Saison wurde offiziell abgebrochen. Der Verband bemüht sich bereits um sinnvolle Alternativen, jetzt müssen die Fußballer nachziehen. Ein Kommentar.

Der erste Verband hat sich entschieden. Im Amateur-Handball wird die aktuelle Saison komplett abgebrochen, es wird keine Absteiger geben, aber dafür wahrscheinlich eine Aufstiegsrunde geben. Und auch für die Teams, die nicht um den Aufstieg spielen wollen, gibt es Pläne. Der Handball-Verband Westfalen (HVW) geht damit den richtigen Schritt – und könnte als Vorbild für die Fußballer dienen.

Dass die Saison nicht mehr normal beendet werden könnte, war schon länger klar. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, doch die Anzeichen verdichteten sich immer mehr, dass die Saison gelaufen ist. Der HVW hat nun die logischste und auch einzig richtige Entscheidung getroffen: Abbrechen und Alternativen schaffen.

Vereine können selbst entscheiden, ob sie um den Aufstieg spielen oder nicht

Beim Handball ist es nicht anders als beim Fußball: Es gibt immer vereinzelt Mannschaften, die aus finanziellen Gründen quasi zum Aufsteigen verdammt sind. So wird es auch jetzt wieder sein, hatte HSC-Trainer Gerard Siggemann vor einiger Zeit schon vermutet.

Dementsprechend müssen die Verbände bei frühzeitigen Saisonabbrüchen auch mit Klagen von Vereinen rechnen, wie Manfred Schnieders vom Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen vor Kurzem noch bestätigte.

Mit der Idee, die Mannschaften, die unbedingt aufsteigen wollen, in einer eigenen kleinen Runde spielen zu lassen, hat der HVW nun eine gute Alternative in den Raum geworfen. Wer einen Aufstieg unbedingt nötig hat, bekommt so doch noch seine Chance. Alle anderen können, sofern sie wollen, aber auch wieder ein bisschen Wettkampfhärte bekommen – mit kleinen regionalen Pokalrunden.

Nachdem der Handball-Verband Westfalen jetzt den ersten Schritt gemacht hat, müssen auch andere Verbände mit einem Abbruch nachziehen: beispielsweise die Fußballer. Die warten aber weiter auf ein Zeichen von weiter oben, die Vereine hängen dadurch weiterhin in der Luft. Planungssicherheit sieht anders aus. Die haben jetzt zumindest schon mal die Handballer…

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Pascal Albert

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