Aufgrund der Corona-Pandemie finden die Fitness-Kurse des ATV Haltern derzeit nur online statt. © picture alliance/dpa
Lockdown

„Das ist schon beträchtlich“: ATV spürt Auswirkungen der Corona-Pandemie

Um seinen Mitgliedern trotz der Corona-Pandemie und des Lockdowns weiterhin Kurse anbieten zu können, wurde der ATV Haltern kreativ. Dennoch ist ein Mitgliederrückgang deutlich zu spüren.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind in allen Lebensbereichen zu spüren. Der Spiel- und Trainingsbetrieb im Amateursport ruht bereits wieder seit Monaten, auch Fitness-Kurse können nicht vor Ort stattfinden. In der Fitness- und Reha-Abteilung des ATV Haltern musste man kreativ werden, um den Mitgliedern weiter etwas bieten zu können. Doch die Mitgliederzahlen zeigten zuletzt eine deutliche Tendenz – der Verein hat bereits reagiert.

„Es sind mehr als sonst“, sagt Miriam Kuckuck, Abteilungsleiterin Fitness/Reha beim ATV, über die Mitgliederabgänge in den vergangenen Monaten. Eine gewisse Fluktuation sei immer schon völlig normal gewesen, doch in letzter Zeit, schätzt sie, gab es etwa 100 Abgänge mehr als gewöhnlich.

Die Online-Kurse werden weiterhin gut genutzt

Neuanmeldungen seien derzeit eben geringer, wodurch ein Teil der Abgänge diesmal nicht so ausgeglichen werden konnte wie sonst. „Das ist schon beträchtlich“, sagt Kuckuck.

Ob es zuletzt auch Mitglieder gab, die sich abgemeldet, aber dennoch weiterhin an den Kursen teilgenommen haben, kann sie nicht sagen. „Das können wir nicht kontrollieren.“ Um derartiges aber zu verhindern, hat der ATV reagiert und seine Mitglieder kontaktiert und neue Passwörter verteilt.

Generell sei die Resonanz auf die Online-Kurse bislang sehr gut, verrät Miriam Kuckuck. 27 Fitness-Kurse bietet der ATV derzeit an, dazu kommen noch verschiedene Kurse für Kinder. Die Kurse finden zu unterschiedlichsten Zeiten statt. Vormittags seien meist zwischen 10 und 15 Teilnehmer dabei, „abends sind es dann oft locker 20 Leute“.

Die einzelnen Kurse werden nicht vorab aufgezeichnet, sondern finden immer live über die Videokonferenzen-Plattform „Zoom“ statt. Für die Trainer und Trainerinnen war die Umstellung auf Online-Kurse anfangs eine gar nicht so einfache.

Für die Trainer des ATV Haltern gibt es extra einen Trainingsraum

„Es ist erst mal ein bisschen befremdlich“, erzählt Miriam Kuckuck, die selbst auch einige Kurse leitet. Als Trainerin sehe sie nämlich nur sich selbst, die anderen Teilnehmer haben ihre Mikrofone und Kameras ausgeschaltet. „Das ist eben erst mal komisch, aber man gewöhnt sich daran“, sagt sie.

Aber natürlich wäre ein Training in der Halle deutlich schöner als nur vor dem Bildschirm. Dort hätten die Trainer auch deutlich mehr Möglichkeiten. „Zuhause hat man ja nur einen begrenzten Raum“, erklärt sie. Beim „Home-Workout“ werde sich viel mehr auf der Stelle bewegt.

Zudem gibt es weniger Hilfsmittel oder Geräte, auf die die Trainer zurückgreifen können. Denn alles, was sie bei ihren Kursen benutzen, müssen schließlich auch die Teilnehmer zuhause haben. „Als Trainer muss man da echt kreativ werden“, so Kuckuck – beispielsweise durch den Gebrauch von Wasserflaschen. „Das alles ist schon eine Herausforderung“, sagt sie.

Doch nicht jeder Trainer kann seine Übungen überhaupt in den eigenen vier Wänden vormachen. Sei es die zu schlechte Internetverbindung, der fehlende Platz oder vielleicht das kleine Kind, welches ständig mitmachen möchte – für solche Fälle hat der ATV sich ebenfalls etwas ausgedacht.

„Wir haben extra einen Raum in der Geschäftsstelle dafür“, sagt Miriam Kuckuck. Von dort aus könnten Trainer dann ebenfalls Kurse leiten. Und in Zukunft, so die Hoffnung aller, können sie dann endlich auch wieder in die Halle.

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Erst als Praktikant, dann als freier Mitarbeiter und nach dem Volontariat seit 2021 als Redakteur für Lensing Media im Einsatz. Am liebsten im Lokalsport unterwegs - denn abseits der reinen Ergebnisse hat jedes Spiel und jeder Sportler eine spannende Geschichte zu erzählen.
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Pascal Albert

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