Die Corona-Pandemie sorgt schon wieder seit Monaten dafür, dass Halterns Fußballer ihre Schuhe nicht brauchen. Die Sorge, dass sich das vor allem auf den Jugendbereich negativ auswirkt, sind groß. © Jens Lukas
Jugendfußball

Corona bremst den Jugendfußball aus – aber nicht nur die Spieler

Kein Training und keine Spiele. Jugendspieler haben derzeit keine Chance, sich weiterzuentwickeln. Doch nicht nur ihre Entwicklung wird durch die Corona-Pandemie ausgebremst.

Junge Spieler brauchen Spielpraxis. Das sagt so ziemlich jeder Trainer. Doch die Corona-Pandemie machte das im vergangenen Jahr lange unmöglich. Auch jetzt ist noch längst nicht klar, wann die Jugendfußballer wieder auf den Platz dürfen. Aber auch Trainer werden durch die Pandemie in ihrer Entwicklung ausgebremst, wie das Beispiel SV Bossendorf zeigt.

„Natürlich ist das eine schwierige Situation für alle“, sagt Nico Martinez (22), der im vergangenen Jahr gemeinsam mit Benedict Kuss (24) die A-Junioren des SV Bossendorf übernommen hatte. Sich groß beklagen möchte er allerdings nicht. „Es bringt ja nichts, da jetzt viel mit zu hadern“, erklärt er.

Noch keine Trainingseinheiten bei den Senioren

Ändern kann er die Situation ohnehin nicht. „Wir hoffen, dass wir noch im ersten Quartal irgendwann wieder trainieren können.“ Dann hätten sie zumindest noch zwei oder drei Monate bis zum Ende der Saison, „um die Spieler körperlich auf den Seniorenbereich vorzubereiten“.

Seit Mai 2020 sind er und Kuss, die sogar Mitbewohner sind, die Trainer der Bossendorfer A-Junioren. „Arne (Feldmann, Sportlicher Leiter, Anm. d. Red.) hat da echt Mut bewiesen, uns zu nehmen“, sagt Martinez, der bis vor einiger Zeit selbst für Bossendorf spielte, aber dann verletzungsbedingt aufhören musste.

„Wir haben richtig Spaß“, sagt er über die Arbeit als Trainer. Auch wenn zuletzt viel aufgrund der Pandemie ausgefallen ist. In der Liga waren die Bossendorfer erst ein einziges Mal im Einsatz – und verloren gegen Hullerns A-Junioren mit 1:2.

Normalerweise könnten Spieler aus der A-Jugend bereits seit dem 1. Januar bei den Seniorenteams trainieren, so Martinez, der auch betont, dass neue Jugendspieler immer herzlich willkommen sind. Dieses erste „Reinschnuppern“ in den Seniorenbereich fällt nun natürlich auch weg. „Da können sie sich normalerweise schon mal ein wenig an die Härte bei den Senioren gewöhnen“, sagt der 22-Jährige.

„Wir haben schon ein Konzept für den Tag X entwickelt“

Normalerweise wäre der Ablauf der, dass alle Beteiligten zusammensetzen und gemeinsam überlegen, welche Jugendspieler wo am besten aufgehoben wären. Es würden erste Trainingseinheiten bei den Senioren folgen, so Nico Martinez. Dann würde endgültig entschieden werden, wer in welchem Team landet. All das ist derzeit nicht möglich.

Doch nicht nur den Jugendspielern macht die derzeitige Situation zu schaffen. Auch für Nico Martinez und Benedict Kuss läuft derzeit nicht alles optimal. „Wir wollen uns natürlich weiterentwickeln“, erklärt Martinez. Beide haben aber noch keinen Trainerschein.

Das liegt allerdings nur daran, dass es wegen des Coronavirus schlichtweg nicht möglich war, den Schein zu machen. „Derzeit können wir uns nur mit Lektüren weiterhelfen“, sagt er. Sobald es aber wieder möglich ist, einen Trainerschein zu machen, wollen die beiden die Chancen ergreifen.

Bis es aber wieder eine Rückkehr zur sportlichen Normalität gibt, tüfteln die beiden an einem Plan, wie es dann weitergehen könnte. „Wir haben schon ein Konzept für den Tag X entwickelt“, erzählt er. Wenn wieder mit der gesamten Mannschaft trainiert werden kann, „sollten die ja schon relativ fit sein“. Bis dahin könnte jedoch noch einige Zeit vergehen.

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Pascal Albert

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