Lukas Schulz kehrte im Sommer von RW Dorsten zum SV Bossendorf zurück. © Ralf Pieper
Fußball: Kreisliga B

Bossendorfs neuer Führungsspieler: Das ist unser größtes Problem

Nach zwei Jahren kehrte Lukas Schulz zu Bossendorf zurück. Die Erwartungen seines Trainers hat er erfüllt, der Torhüter ist direkt Führungsspieler - und macht eine Ansage an seine Teamkollegen.

Viel los war im Sommer nicht auf dem Transfermarkt der Halterner Amateurfußballer. Besonders ruhig war es – wieder mal – beim SV Bossendorf geblieben. Der Kader wurde nicht groß verändert. Mit Lukas Schulz wurde aber ein ehemaliger Spieler zurückgeholt, dessen Art dem Team laut Trainer Thomas Joachim noch fehlte.

Ein Jahr stand Schulz beim SV Bossendorf zwischen den Pfosten, ehe es ihn 2018 zu RW Dorsten zog. Der heute 30-Jährige entschied sich dann im Sommer für eine Rückkehr zum B-Ligisten. „Das war wie zu einer alten Familie zurückzukommen“, sagt Schulz. Die meisten Spieler kannte er noch aus seiner ersten Zeit. „Es gab aber auch einige neue junge Gesichter.“

Bossendorfs Lukas Schulz ist ein Spieler „von der alten Generation“

Unter anderem um diese ein wenig zu führen, wurde Schulz zurückgeholt. „Er hat sich charakterlich nicht verändert“, sagt Thomas Joachim über den Keeper. Die Aussage meint er vollkommen positiv. Denn der Trainer wollte einen weiteren Spieler im Team haben, der Verantwortung übernehmen kann. „Er ist eine starke Führungspersönlichkeit“, so Joachim, „er wird auch mal laut“.

Damit passe er super in die Mannschaft. Denn „wir haben zu wenige, die mal den Mund aufmachen“, sagt Bossendorfs Trainer. Mit der Rolle des Führungsspielers kann Schulz durchaus leben. Er selbst sei noch ein Spieler „von der alten Generation“. Einer Generation, in der sich junge Spieler erst mal auch verbal hinten anstellen mussten.

„Als ich zu den Senioren hochkam, hat man erst mal die Schnauze gehalten“, erzählt er. Von dieser Einstellung sei er auch heute, nun als einer der älteren Spieler, ein großer Fan.

Lukas Schulz ist zum SV Bossendorf zurückgekehrt, um den Spaß am Fußball zurückzugewinnen.
Lukas Schulz ist zum SV Bossendorf zurückgekehrt, um den Spaß am Fußball zurückzugewinnen. © Ralf Pieper (Archiv) © Ralf Pieper (Archiv)

Auf eine lockere Art mit ausreichend Fingerspitzengefühl versuche er, diese Regel noch immer ein wenig durchzusetzen. Bedeutet so viel wie: Die jungen Spieler müssen es sich erst verdienen, eine große Klappe zu haben. In dieser Saison haben die Bossendorfer allerdings einige Chancen verpasst, sich diese große Klappe auch als Team zu verdienen.

Schulz wollte den Spaß am Fußballspielen zurückgewinnen

„Wir haben sehr, sehr viel liegengelassen“, sagt Lukas Schulz, der in allen bisherigen fünf Ligaspielen für die Bossendorfer im Tor stand. Zwei Siege holte das Team bislang – einen davon allerdings nach einer 0:5-Klatsche am Grünen Tisch. Momentan steht das Team von Schulz mit einem Spiel weniger als die Spitzenmannschaften auf Platz sechs.

Womöglich hätte der SVB sogar schon höher stehen können, doch vor allem in der Offensive gab es Probleme – ein Problem, welches auch Coach Thomas Joachim bereits erkannt und angesprochen hatte. „Wir hatten eine schlechte Chancenverwertung“, erklärt Schulz, der seinen Wechsel von A-Ligist RW Dorsten runter in die Kreisliga B aber keineswegs bereut.

„Ich weiß, warum ich nach Bossendorf gekommen bin“, sagt er. Nämlich um den Spaß am Fußball wiederzugewinnen. Den hatte er zuletzt bei seinem Ex-Klub verloren, sagt er. Sein Trainer ist zufrieden mit dem Rückkehrer. „Die Erwartungen haben sich voll erfüllt“, so Thomas Joachim. Sowohl menschlich als auch sportlich passe Schulz super in die Mannschaft.

Für die Familie und fürs Team „muss man sich auch mal den Arsch aufreißen“

„Er ist auch immer noch sehr ehrgeizig.“ Ein weiterer Vorteil: Joachim kann nun quasi immer mit zwei Torhütern im Training planen. „Das ist super, das macht den anderen dann natürlich auch mehr Spaß.“ Denn mit zwei Keepern hat der Trainer auch mehr Möglichkeiten in den Übungseinheiten.

Bei seinem aktuellen Team will Schulz derweil „das größte Problem“ angehen: die Charakterfrage. „Wir haben viel Potenzial“, erklärt er . Um das noch besser ausschöpfen zu können, „versuche ich auch mal, die Jungs am Kragen zu packen“.

Der Marler vergleicht eine Fußballmannschaft mit einer Art Familie. „Für die muss man sich auch mal den Hintern aufreißen“, sagt er. Dafür, dass das in Zukunft auch wirklich alle tun, will er sorgen.

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Pascal Albert

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