Im vergangenen Sommer wurde Christina Honsel Deutsche Meisterin im Freien, jetzt könnte der erste Titel in der Halle folgen. © picture alliance/dpa
Leichtathletik

Wird Christina Honsel vor leeren Rängen Deutsche Meisterin?

Die Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund finden an diesem Wochenende unter strengen Hygienevorschriften und ohne Zuschauer statt. Wirkt sich deren Fehlen auf die Leistung aus?

Hochspringerin Christina Honsel bedauert, dass bei der Hallen-DM in Dortmund an diesem Wochenende keine Zuschauer zugelassen sind: „Gerade in der etwas kleineren Körnig-Halle ist immer tolle Stimmung. Dass das bei der DM nun nicht so sein wird, ist schon schade.“

Honsel spielt eher selten mit dem Publikum

Auf ihre Leistung werde das aber keine Auswirkungen haben, versicherte die für den TV Wattenscheid startende Dorstenerin. Sie selbst sei eher nicht der Typ dazu, mit den Fans zu spielen und sich dadurch selbst zu pushen: „Wenn es um persönliche Bestleistungen geht oder große Höhen, dann klatsche ich schon an, damit die Leute mitgehen.“

Doch normalerweise täten die Zuschauer das in derlei Situationen auch von selbst. „Ich kann auf jeden Fall auch ohne Zuschauer springen.“

In Dortmund, ihrem Wohnort und ihrer früheren sportlichen Heimat, geht die 23-Jährige am Sonntag als Titelfavoritin ins Rennen. Mit 1,88 m ist sie Jahresbeste und zeigte sich beim bislang einzigen Saisonstart in Erfurt in guter Form. In Abwesenheit der Olympia-Kandidatinnen Marie-Laurence Jungfleisch (VfB Stuttgart) und Imke Onnen (Hannover 96), die nach Verletzungen noch nicht wieder bei 100 Prozent sind, steht die Freiluftmeisterin des Vorjahres in Dortmund vor ihrem ersten Hallentitel – wenn sie ihre Normalform abrufen kann.

Ein Selbstläufer wird der Wettkampf aber natürlich nicht, denn mit Alexandra Plaza (LT DSH Köln) oder Lea Halmans (SV Sonsbeck) stehen starke Konkurrentinnen bereit, jede Schwäche Honsels auszunutzen.

Majtie Kolberg kämpft um Bronze

Um Gold und den Deutschen Meistertitel geht es für 800-m-Läuferin Majtie Kolberg in Dortmund wohl nicht. Dazu scheinen die Favoritinnen Christina Hering (München) und Tanja Spill (Uerdingen/Dormagen) zu übermächtig. Doch in den Kampf um Bronze könnte die 21-Jährige durchaus eingreifen. Doch auch sie muss dabei ohne die Unterstützung des Publikums auskommen.

„Letztlich läuft natürlich jeder allein“, sagte Kolbergs Dorstener Trainer Leo Monz-Dietz im Gespräch mit unserer Redaktion dazu. Allerdings: „In den ersten Reihen stehen für gewöhnlich doch immer ein paar Freunde und Familienangehörige, die einen besonders anfeuern. Das nimmt man schon wahr, und das fehlt bei der DM diesmal natürlich.“

Strenge Hygienemaßnahmen

In der Dortmunder Rudolf-Körnig-Halle gehen am Samstag und Sonntag – unter strengen Hygieneauflagen – etwa 250 Sportler an den Start, nur etwa halb so viel wie sonst.

Alle Personen in der Halle müssen vorher einen Corona-Schnelltest machen; Zuschauer sind – wie derzeit in der Pandemie vorgeschrieben – nicht zugelassen.

Die Aktiven mussten zudem im Vorfeld der Titelkämpfe noch einen PCR-Test machen, bei Trainern reichte der Schnelltest.

Der Hochsprung-Wettkampf der Frauen beginnt am Sonntag um 11.35 Uhr, das 800-m-Finale ist für 14.20 Uhr angesetzt.

Die Deutsche Hallenmeisterschaft kann im Internet live verfolgt werden.

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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