Ilja Wiebe gehört mit seinen 35 Jahren zu den Routiniers des BSV Wulfen II. Corona hat auch ihn ein Wettkampfjahr gekostet. © Ralf Pieper
Basketball

Was macht ein Jahr ohne Wettkampf mit den Spielern des BSV Wulfen?

Erst Saisonabbruch, dann -annullierung. Ein Jahr ohne Pflichtspiel – was macht das mit einem Spieler? Wir fragten einen Youngster und einen Routinier des BSV Wulfen.

Was er sportlich in den vergangenen zwölf Monaten gemacht habe? „Nichts“, sagt Ilja Wiebe und ergänzt dann doch: „Ein bisschen war ich an der Hantelbank im Keller.“

Der 35-Jährige zählt bei den Landesliga-Herren des BSV Wulfen II zu den Routiniers. Mit „elf oder zwölf“ habe er mit dem Basketball angefangen, und abgesehen von einer Pause, um sich auf den Schulabschluss zu konzentrieren, hat er noch nie eine so lange Unterbrechung von Training und Spielbetrieb erlebt wie seit dem Frühjahr 2020.

“Das ist schon anstrengend“, sagt der 2,00-m-Mann und meint damit weniger das Körperliche: „Man sieht einfach die Jungs nicht mehr, hat kaum noch Kontakte, ist einfach oft allein.“

Andererseits hatte die Sportpause für Wiebe auch etwas Gutes: „Ich habe ein Studium aufgenommen und musste gerade im mathematischen Bereich einiges aufarbeiten. Schule ist ja schon ein paar Jahre her bei mir. Mit zweimal Training plus Spiel pro Woche wäre das schon schwierig geworden.“

Sollte es im Herbst weiter gehen, will sich der Routinier aber auf jeden Fall wieder zur Verfügung stellen: „Der Trainer vertraut ja darauf.“ Corona soll also nicht das Karriereende für den 35-Jährigen bedeuten.

Ole Wegener steht noch ganz am Anfang

Noch ganz am Anfang der Senioren-Laufbahn steht dagegen Wiebes Teamkollege Ole Wegener. Der 19-Jährige hatte Ende der Saison 19/20 noch zwei Spiele im Wulfener Landesliga-Team mitgemacht. „Zum Glück“, wie er rückblickend sagt. Denn kurz darauf wurde der Spielbetrieb seinerzeit zum ersten Mal lahmgelegt. Für Wegener stand allerdings fest, dass er beim BSV II angreifen wollte. Er hatte Blut geleckt.

Ole Wegener, BSV Wulfen
Ole Wegener konnte kurz vor dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 noch zwei Landesliga-Spiele bestreiten. Dann war auch für ihn Pause. © Privat © Privat

Entsprechend fleißig setzte er die Trainingspläne um, die Trainer Martin Gruczyk seinen Spielern mitgegeben hatte. „Ich war sehr viel joggen“, berichtet Wegener. Gerade seiner Altersgruppe fehlten aber natürlich auch die sozialen Kontakte sehr: „Man konnte ja wirklich gar nichts machen.“

Momentan lenken ihn die Abi-Vorklausuren von der sonstigen Leere kräftig ab. Ansonsten blickt der Youngster mit jugendlichem Optimismus in die sportliche Zukunft. Dass er weiter Basketball spielt, steht für ihn außer Frage. Dass es noch diesen Herbst sein wird, auch. Dann will er in Sachen Basketball noch viel lernen. Auch von Ilja Wiebe.

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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