Wann nehmen auf der Auswechselbank wieder Spieler Platz? Darauf haben die heimischen Trainer unterschiedliche Antworten. © picture alliance/dpa
Fussball

Wann und wie geht es nach dem Lockdown weiter?

Geht es in diesem Jahr noch einmal um Punkte? Die Ansichten der Übungsleiter der Dorstener und Schermbecker Vereine sind in dieser Frage durchaus geteilt.

Der zweite Corona-Lockdown schickt auch wieder den Amateurfußball in eine Zwangspause. Diese soll erst einmal bis Ende November dauern. Während einige Trainer auf den Dezember hoffen, glauben andere nicht, dass in diesem Jahr noch um Punkte gespielt wird.

Schermbecks Trainer Sleiman Salha schickt seine Mannschaft erst einmal in eine zweiwöchige Pause: „Wir hatten einen frühen Saisonstart mit vielen Pokalspielen. Die Mannschaft ist müde, und wir nutzen die Pause gerne zur Regeneration.“ Erst Mitte November sollen die Oberliga-Fußballer wieder mit dem Individualprogramm beginnen.

Sleiman Salha, SV Schermbeck
Der Trainer des SV Schermbeck, Sleiman Salha, nutzt den Lockdown, um seinen Spielern erst einmal eine Pause zu geben. © Manfred_Rimkus © Manfred_Rimkus

Salha sieht noch nicht schwarz für ein reguläres Saisonende. „Sollten wir im Dezember noch drei- oder viermal spielen, dann schaffen wir das. Wenn nicht, glaube ich, dass wir nur eine Hinrunde absolvieren. Wir müssen schließlich auch noch im Kreis- und Westfalenpokal antreten.“

Markus Falkenstein, RW Deuten
Deutens Trainer Markus Falkenstein stellt sich auf einen Wiedereinstieg in die Liga am 6. Dezember ein. © Joachim Lücke © Joachim Lücke

In Deuten hat Trainer Markus Falkenstein den 6. Dezember fest im Visier: „Wir müssen jetzt erst einmal davon ausgehen, dass wir am Nikolaustag gegen Wanne-Eickel spielen. An etwas anderem können wir uns nicht orientieren.“ Bis Ende November geht der Westfalenligist wieder in den Frühjahrs-Modus, so der Coach: „Die Spieler haben einen Plan mit Konditions- und Krafteinheiten bekommen, und ich bin sicher dass sie das einhalten.“ Auch die Nachholspiele könne man ohne weiteres bewältigen: „Wegen Allerheiligen und dem Totensonntag fallen für uns nur drei Meisterschaftsspiele und ein Nachholspiel aus. Das ist überschaubar.“

Martin Stroetzel, SV Dorsten-Hardt
Martin Stroetzel, Trainer des SV Dorsten-Hardt, hat starke Zeifel, dass in diesem Jahr noch gespielt wird. © Ralf Pieper © Ralf Pieper

Auch der Hardter Trainer Martin Stroetzel hat noch für den 6. Dezember das Punktspiel gegen Bönen im Terminkalender stehen: „Die Spieler halten sich selber fit, damit sie zumindest auf dem gleichen Stand bleiben. Ich habe aber starke Zweifel, dass wir in diesem Jahr noch spielen.“ Man könne zwar im Januar antreten, doch in den letzten Jahren sind im Februar Begegnungen ausgefallen, weil selbst Kunstrasenplätze unbespielbar waren: „Wir sollten darauf abzielen, bis zum Sommer mindestens die Hälfte der Punktspiele zu absolvieren, um die Quotienten-Regelung anwenden zu können.“

Thomas Grefen, TuS Gahlen
Thomas Grefen hält einen Wiedereinstieg noch in 2020 für unwahrscheinlich. © Ralf Pieper © Ralf Pieper

Thomas Grefen, Trainer des A-Ligisten TuS Gahlen, glaubt nicht, dass in diesem Jahr der Ligabetrieb noch einmal aufgenommen wird: „Wir brauchen auch eine Vorbereitung auf die Spiele. Da reicht eine Woche eigentlich nicht aus.“ Am Donnerstag wollte er sein Team noch zu einem lockeren Trainingsspiel auf der Lippesportanlage versammeln, bevor er sie in die Einzel-Einheiten schickt.

Da die A-Liga nur mit 16 Mannschaften startet, glaubt Grefen, dass die Saison ordentlich beendet wird: „Das können wir mit englischen Wochen hinbekommen. Als es früher noch nicht so viele Kunstrasenplätze gab, sind in manchen Jahren noch mehr Spiele abgesagt worden.“

Arek Knura, BVH Dorsten
Arek Knura vom BVH Dorsten geht davon aus, dass am Ende der Saison wieder die Quotientenregel über Auf- und Abstieg entscheidet. © Ralf Pieper © Ralf Pieper

Arek Knura, der die Kicker des A-Ligisten BVH Dorsten ebenfalls in die Eigenverantwortung entlässt, ist da nicht ganz so optimistisch: „Ich glaube nicht an einen Spielbeginn im Dezember und auch für das Frühjahr bin ich skeptisch.“ Vielmehr rechnet er damit, dass der Kreis bis in den Juni spielen wird: „Dann wird wieder ein Quotient über Auf- und Abstieg entscheiden.“

Frank Hofmann, GW Barkenberg
Grün-Weiß Barkenbergs Trainer Frank Hofmann sieht in der Kreisliga B 2 RE mit ihren 14 Mannschaften kein Problem, die Saison zu Ende zu bringen. © Ralf Pieper © Ralf Pieper

Auch in Barkenberg ruht ab sofort der Trainingsbetrieb. Trainer Frank Hofmann sagt: „Ich hoffe, dass meine Jungs die individuellen Trainingspläne befolgen, sodass wir nicht wieder bei Null beginnen müssen.“ Er würde gerne im Dezember wieder spielen, und, wenn das nicht klappt, zumindest wieder trainieren: „Ich mache mir aber keine Sorgen, dass wir in unserer Liga mit 14 Mannschaften die Saison nicht beenden können.“

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