Für die Sportausübung in Innenräumen gilt seit dem 28. Dezember die 2Gplus-Regel. Genesene und Geimpfte brauchen zusätzlich noch einen Testnachweis. Eine organisatorische Hürde, die den Vereinen viel Kopfzerbrechen bereitet. © dpa
2Gplus im Hallensport

Verblüffende Lösung – ein Verein testet seine Mitglieder selbst auf Corona

Ein Coronatest für jedes Training, jedes Spiel? Seit dem 28. Dezember ist das für Hallensportler vorgeschrieben und stellt die Vereine vor große Probleme. Doch ein Club hat eine Lösung gefunden.

Seit dem 28. Dezember dürfen Hallensportler nur noch dann gemeinsam ihr jeweiliges Hobby ausüben, wenn sie genesen oder geimpft sind und zusätzlich einen gültigen Schnell- oder PCR-Test vorlegen können. Diese so genannte 2Gplus-Regel stellt die Vereine vor große Probleme.

Der organisatorische Aufwand etwa für die Spieler des Basketball-Regionalligisten BSV Wulfen ist bei drei Trainingseinheiten pro Woche plus Spiel am Wochenende enorm. Viermal pro Woche müssten sie zum Schnelltest oder zum teuren PCR-Test, wenn sie die Zahl der Tests einschränken wollen – und die Trainingszeiten günstig liegen. Doch es ist noch nicht einmal die erste Mannschaft, um die sich Vorsitzender Cristoph Winck Sorgen macht.

BSV Wulfen - Hertener Löwen, Kampfgericht
Selbst das Kampfgericht müsste bei Basketballspielen gemäß der neuen Coronaschutzverordnung die 2Gplus-Regel erfüllen. © Joachim Lücke

„Die kriegen das schon hin“, sagt er. Das Problem wiege bei den anderen Mannschaften viel schwerer: „Ob bei unseren Landesliga-Damen oder -Herren jeder Akteur diesen Aufwand betreiben will und für jedes Training einen Test macht, muss sich zeigen. Ich fürchte, dass der Trainingsbetrieb da doch sehr leiden wird.“ Und Vorstandsmitglied Daniel Hoffmann fürchtet gar, „dass demnächst auch eine ganze Menge Spiele ausfallen werden, weil die Teams nicht genug Spieler zusammen bekommen“.

Fehlende Schultests stellen Problem dar

Bis Ferienende rechnet der BSV-Vorstand auch mit großen Lücken in den Jugendteams, da Schüler bis einschließlich 9. Januar wegen der entfallenden Testung in den Schulen nicht mehr automatisch als immunisiert gelten.

Deutlich sinkende Teilnehmerzahlen befürchtet durch 2Gplus auch das Tanz-Sport-Zentrum Royal Wulfen für seine Formationen und Gruppen. Der Vorstand hat deshalb nach einer Lösung gesucht – und eine gefunden: Das TSZ testet einfach selbst.

Sachkundenachweis wie in größeren Firmen üblich

Vorsitzender Helmut Winkler und Beisitzer Hans-Peter Jungblut haben über eine private Firma, die dies auch bei größeren Betrieben anbietet, den vom Kreisgesundheitsamt vorgeschriebenen Sachkundenachweis für ein derartiges Test-Prozedere erlangt. So dürfen sie die Trainer und Übungsleiter ihres Vereins für die offiziell gültigen Schnelltests unterweisen. Allerdings will der Verein kein regelrechtes Testzentrum eröffnen.

Helmut Winkler, Hans-Peter Jungblut
Helmut Winkler und Hans-Peter Jungblut (v.l.) vom TSZ Royal Wulfen freuen sich über die gespendeten Test-Kits der Wulfener Hubertus-Apotheke. © BLUDAU FOTO

Der Service ist ausschließlich für die eigenen Vereinsmitglieder gedacht. „So ist es ihnen auch weiterhin möglich, am Training ohne großen Mehraufwand teilzunehmen“, erklärt Helmut Winkler: „Vor dem Training können die Mitglieder von uns getestet werden, die keinen Bürgertest vorlegen können.“

Die Testungen werden mit offiziellen Test-Kits durchgeführt, die die Hubertus Apotheke in Wulfen dem Verein kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Für Apotheker Dr. Georgos Markantonakis war es eine Ehrensache dem Wulfener Sportverein so großzügig zu helfen. „Wir wollen die Vereine, die so viel ehrenamtlich leisten, auch mal unterstützen, dass wir in Zeiten wie diesen nicht alles zum Erliegen bringen“, so der Apotheker.

Trainer wurden unterwiesen

Am Sonntag fand im Trainingszentrum des TSZ am Rhönweg die Unterweisung der Trainer und Übungsleiter statt. Sie können nun im Vorfeld der jeweiligen Trainingseinheiten die Sportler testen, die noch ohne Testnachweis sind.

„Dabei haben wir die Variante gewählt, bei der die Leute die Teststäbchen selbst in die Nase stecken“, berichtet Helmut Winkler. Das erspart dem Testpersonal einen Ganzkörper-Schutzanzug oder Kittel. Handschuhe und Desinfektionsmittel reichen als Ausrüstung. Die benutzten Test-Kits müssen zudem nach der Nutzung gesondert entsorgt werden.

„Wer weiß, wie lange das Ganze geht“

Und so kann das Testen heute losgehen, und Helmut Winkler hofft, dass der Trainingsbetrieb beim TSZ ohne große Beeinträchtigungen weitergehen kann. „Auf jeden Fall sind wir vorne dabei“, sagt der Vereinsvorsitzende, „denn wer weiß, wie lange das Ganze so geht. Und wenn erst mal die Testtermine oder Test-Kits rar werden, dann können wir vielleicht noch weitertrainieren.“

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner
Freier Mitarbeiter
Als „Blaulicht-Reporter“ bin ich Tag und Nacht unterwegs, um über Einsätze von Polizei und Feuerwehr seriös in Wort und (bewegten) Bildern zu informieren. Dem Stadtteil Wulfen gehört darüber hinaus meine besondere Leidenschaft. Hier bin ich verwurzelt und in verschiedenen Vereinen aktiv. Davon profitiert natürlich auch meine journalistische Arbeit.
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