Miguel Heinrich (r.) fehlt dem SC Blau-Weiß Wulfen noch für längere Zeit wegen einer Knieverletzung. © Ralf Pieper
Fussball

TSV Raesfeld und GW Barkenberg haben Nachholspiele vor der Brust und Topspiele im Kopf

Zwei Corona-Nachholspiele stehen am Donnerstag in der Kreisliga an, und in beiden Fällen hat die Gastmannschaft schon den Sonntag im Hinterkopf.

Kreisliga A 1 RE

BW Wulfen – TSV Raesfeld

Do. 19.30 Uhr, Hyundai Borgmann Stadion, Wittenbrink

Nachholspiele an Wochentagen sind schon unter normalen Umständen für viele Spieler problematisch. Zwischen Arbeitsende und Anpfiff liegt oft nur wenig Zeit. Die Corona-Krise verschärft die Lage nun allerdings noch einmal.

„Wir können in Wulfen nicht in die Kabinen“, berichtet Raesfelds Trainer Christian Gabmaier. Also ziehen sich die Spieler auf der Raesfelder Anlage um, und auch die Mannschaftsbesprechung wird dort stattfinden. „Keine Ahnung, wie das gehen soll“, sagt Gabmaier: „Um 18 Uhr? Das schafft doch kaum ein Berufstätiger.“ Wo er in der Halbzeitpause mit seiner Mannschaft hingeht? Auch das weiß der Raesfelder Trainer noch nicht.

Dazu kommen noch die grundsätzlichen Gedanken zur Coronalage: „Anderswo sollen sich maximal Leute aus fünf Haushalten treffen, und wir sind beim Fußball mit Leuten aus 20 Haushalten auf dem Platz?“

Da fällt es schwer, sich auf das Sportliche zu konzentrieren. Auch, wenn die Partie in Wulfen auch in dieser Hinsicht eine besondere ist. „Wulfen ist mit Gahlen erklärter Favorit der Liga“, sagt Christian Gabmaier. Deshalb liege auch der Druck ganz klar beim Gegner. Am Donnerstag in Wulfen genauso wie am Sonntag, wenn der TSV die Gahlener empfängt.

Das sieht auch Wulfens Trainer Daniel Schikora so: „Der TSV hat bislang alle Spiele gewonnen, das wird eine schwere Aufgabe, und wir haben sicherlich den Druck auf unserer Seite. Wenn wir aber unsere Leistung abrufen, sind wir auch in der Lage, sie zu schlagen. Das hat ja der Pokal gezeigt.“

Kreisliga B 2 RE

SV Lippramsdorf II – GW Barkenberg

Do. 19.15 Uhr, SA Jahnstr. 20, 45721 Haltern.

Fast einen Monat sind die Barkenberger ohne Wettkampfpraxis, und Trainer Frank Hofmann weiß: „Die Jungs freuen sich unheimlich, dass sie wieder spielen können.“

In Lippramsdorf stehen die Grün-Weißen aber gleich vor einer kniffligen Aufgabe. „Der LSV hat eine junge und sehr austrainierte Mannschaft. Da hab ich großen Respekt“, sagt Hofmann.

Um die Kabinensituation macht er sich keine Gedanken: „Wir fahren ganz normal nach Lippramsdorf und ziehen uns dort um. Meine Ansprache vor dem Spiel ist eh immer nur drei, vier Minuten lang. Wir spielen schließlich Kreisliga B. Je länger ich da rede, desto verwirrter werden die Jungs.“

Der Trainer hofft, dass seine Spieler noch nicht allzu viel ans Topspiel Sonntag in Hervest denken. Er selbst relativiert die vier Siege aus vier Spielen auch: „Ich zähle uns nicht zu den Topfavoriten. Nach den Spielen jetzt gegen Lippramsdorf, dann gegen Hervest und Altendorf werden wir wissen, wo wir tatsächlich stehen.“

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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