Neuer Spitzenreiter muss gleich zu seinem Vorgänger - SV Lembeck fordert SV Schermbeck

Redakteur
Ilkay Kara an der Seitenlinie
Schermbecks Trainer Ilkay Kara hofft, dass seine Mannschaft im Topspiel beim SV Lembeck endlich einmal effektiver ihre Chancen nutzt. © Joachim Lücke
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Der entthronte Tabellenführer fordert den neuen Spitzenreiter. Allein dieses Spiel zwischen dem SV Lembeck und dem TSV Raesfeld würde den achten Spieltag der Kreisliga A 1 Recklinghausen schon zu einem besonderen machen. Doch parallel dazu gibt es am Sonntag noch einen weiteren „Kracher“.

Denn mögen der SC Blau-Weiß Wulfen und der TSV Raesfeld aktuell auch „nur“ auf den Plätzen vier und sechs stehen, so zählen sie doch weiterhin zu den Schwergewichten der Liga, die nach wie vor am Ende ganz weit vorne erwartet werden.

BW Wulfen und TSV Raesfeld stehen beide unter Druck

Gerade daraus erwächst für beide am Sonntag aber natürlich auch der Druck. Eine Niederlage darf sich im Verfolgerduell keiner von beiden erlauben. Die Wulfener gehen immerhin mit einem Erfolgserlebnis ins Rennen: Nach kleinem Durchhänger und drei Spielen ohne Sieg feierten die Blau-Weißen mit dem 6:1 gegen die SG Borken II zuletzt nicht nur einen standesgemäßen Sieg, sondern durften sich auch über die „Genesung“ ihrer Sturmabteilung freuen, die fünf der sechs Tore beisteuerte.

Spielerbank des TSV Raesfeld
Der TSV Raesfeld ist bereit, in Wulfen in den Bus nach oben zu einzusteigen. © Andreas Leistner

Raesfeld dagegen spielte im Gipfeltreffen mit dem SV Lembeck zwar durchaus gut, konnte mit dem 2:2 aber nicht wie erhofft Boden gutmachen. Das soll, das muss fast, im Wulfener Hyundai-Borgmann-Stadion nachgeholt werden.

So wichtig die Partie am Wittenbrink auch ist – für zwei andere Topteams spielte sie im Vorfeld des achten Spieltags, und spielt sie auch am Sonntag bestenfalls eine Nebenrolle. Denn das Duell des SV Lembeck gegen den SV Schermbeck ist in der Liga derzeit das Spiel der Spiele, denn es ist das Duell Tabellenzweiter gegen -erster.

Zugleich ist es ein Duell der Gegensätze. Nicht unbedingt der Systeme, denn beide Teams spielen technisch versierten Offensivfußball, setzen auf frühes Pressing und taktische Disziplin. Doch während die Lembecker bislang meist ein Offensiv-Feuerwerk abbrannten und pro Partie fast vier Tore im Schnitt erzielen, spielen die Schermbecker das gute Pferd, das nicht höher springt, als es muss. Mit zwölf Tore sechs Siege zu feiern darf getrost als minimalistisch bezeichnet werden. Fast erinnern beide Teams an das Ringen der Mönchengladbacher Borussia mit dem FC Bayern in den 70er-Jahren.

Allerdings ist Schermbecks Trainer Ilkay Kara weit davon entfernt, mit dem bisherigen Minimal-Kurs seiner Elf zufrieden zu sein. Denn es ist nicht so, dass sein Team aus wenigen Chancen das Optimale heraus holt. Im Gegenteil. „Es ist wie letzte Saison“, klagte Kara bislang nach fast jedem Spiel: „Wir haben etliche Möglichkeiten, aber der Ball will einfach nicht rein.“

Drauf verlassen dürfen sich die Gegner aber nicht. Denn die Schermbecker warten, wenn nötig, geduldig bis zum Schluss. Siehe 1:0-Sieg beim BVH, siehe 1:0-Sieg in der Nachspielzeit gegen Marl-Hamm.

Also Topspiele und sonst gar nichts in der Liga? Mitnichten.

Denn allmählich muss sich im Tabellenkeller auch Aufsteiger Barkenberg aufmachen, die eigenen Ansprüche umzusetzen. Für die Spiele gegen Sythen, Rhade und Fenerbahce Marl hatte Spielertrainer Marvin Pulver die Punkte ins Auge gefasst, die die Grün-Weißen bräuchten, um ihre Aufholjagd in Richtung Tabellenmittelfeld zu starten. Bislang haben die Barkenberger aus diesen Partien einen von sechs möglichen Punkten geholt. Am Sonntag ist gegen Fenerbahce also Zahltag, sonst heißt es „Ziele korrigieren“.

Swen Coralic am Ball
Swen Coralic (l.) und Grün-Weiß Barkenberg brauchen gegen Fenerbahce Marl dringend den zweiten Saisonsieg. © Andreas Leistner

Last but not least stehen der SSV Rhade beim überraschend starken TuS Sythen und der BVH in Velen vor unangenehmen Aufgaben. Größeren Druck haben dabei sicher die ambitionierten Holsterhausener. Dafür aber auch die größere Chance, dass sich die Konkurrenz am Sonntag gegenseitig die Punkte abnimmt.