Bis ins hohe Fußballeralter jagte Michael Pröpper (l.) für SuS Hervest-Dorsten noch dem runden Leder hinterher. Mit 48 war er noch Dorsten bester Torschütze der Saison 2007/08. © Ralf Pieper
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Soll Lewandowski Gerd Müllers Rekord brechen?

Fußball-Deutschland diskutiert. Wird Robert Lewandowski den Rekord von Gerd Müller brechen? Die meisten sagen ja. Aber soll er es auch? Ex-Torjäger Michael Pröpper hat dazu eine klare Meinung.

2008 war Pröpper Dorstens ältester Torschützenkönig und wird es wohl auch bleiben. Mit 48 Jahren schoss er damals 31 Tore für SuS Hervest-Dorsten. Am Ellerbruch und beim BVH Dorsten genießt „Pröppi“ Kultstatus. Doch nicht nur dort hat er in seiner langen Karriere für Rekorde gesorgt.

Torschützenkönig bei RW Essen

Von 1984 bis 88 war er für Rot-Weiß Essen am Ball. In der Saison 85/86 hatte er als Torschützenkönig maßgeblichen Anteil an Essens Meisterschaft in der Oberliga Nordrhein und der Rückkehr des Traditionsclubs in die 2. Bundesliga. Insgesamt traf der Dorstener in seinen ersten beiden Jahren für RWE in 53 Spielen genau 40mal.

Und um eben diese 40 geht es nun auch für Robert Lewandowski. Michael Pröppers Meinung zu dem Thema ist dabei die eines echten Torjägers: „Ganz klar: Der Lewy soll sich den Rekord holen, und er macht es auch.“ Rücksicht auf den großen Gerd Müller? „Da denkt man als Torjäger nicht dran. Als Torjäger ist man einfach geil auf Tore.“

So wie er selbst in der Saison 85/86. „Damals wollte ich auch den RWE-Rekord brechen“, erzählt er. 30 Tore sollten es werden, am Ende wurden es 28. Aufgestiegen ist RWE damals trotzdem, aber den Rekord hatte Pröpper verpasst. Ob ihn das wurmt?

„Klar denkt man da noch ab und zu dran.“ In der Essener Bestenliste stehen jetzt andere vor ihm. „Willi Lippens natürlich, aber auch ein paar andere Haudegen aus der Regionalliga-Zeit von RWE.“

Mit seinen 61 Jahren juckt es den Torjäger nach wie vor in den Füßen. „Wenn du am Fernseher oder auf dem Platz eine vergeben Chance siehst, dann denkst du ,Das hätt‘ ich anders gemacht‘.“ Aber selber spielen, das geht nicht mehr. „Der Rücken macht nicht mehr mit“, sagt Pröpper.

Verlockendes Angebot

Dabei hatte er zuletzt noch ein äußerst verlockendes Angebot: „Die Jungs vom BVH Dorsten III hätten mich gern dabei gehabt“, berichtet Pröpper. Die Truppe vom Waldsportplatz besteht ausschließlich aus Routiniers, die in der Kreisliga C primär für den Spaß antreten, mit ihrer Erfahrung aber natürlich eine Klasse für sich sind.

„Du musst dich nur vorne reinstellen, gar nicht laufen, haben sie gesagt“, erzählt der 61-Jährige. Hätte der Körper mitgemacht, Michael Pröpper wäre liebend gern dabei gewesen. So lange es noch ging, hat er immer das Maximum gegeben. Genau so, wie er es jetzt von Robert Lewandowski erwartet.

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Sportredaktion
Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner
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