Sieh nicht nur neu aus – er ist es auch: Moritz Oberheims BMW M2 hat 450 PS. © FK Performance Motorsport
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Schermbecker rast mit 450 PS über den Nürburgring

Ursprünglich sollte der Schermbecker Moritz Oberheim beim Auftakt zur Langstreckenserie auf dem Nürburgring in einem Porsche sitzen. Das tut er jetzt nicht – und ist damit durchaus zufrieden.

Mit 146 gemeldeten Fahrzeugen liefert die 66. ADAC Westfalenfahrt an diesem Samstag einen attraktiven Auftakt zur Langstreckenserie 2021 auf dem Nürburgring. Im Fahrerfeld ist alles vertreten, was Rang und Namen hat – auch der Schermbecker Moritz Oberheim.

Der amtierende Meister im „BMW 240i Racing Cup“ bleibt dabei der Marke treu, startet aber mit „FK Perfomance“ für ein neues, in Bremen beheimatetes Team.

Die erste Anfrage kam im Dezember

Schon im Dezember machte ihm Fabian Fink von „FK Performance“ das Angebot, ein Porsche-Cockpit in der „Cayman GT4 Trophy by Manthey Racing“ zu übernehmen. Oberheim erinnert sich: „Ein schnelles, modernes Auto in einer attraktiven Klasse, das hat sofort gepasst.“ In der Folgezeit wurden die Gespräche intensiver, und als auch die letzten Details wie Budget und weitere Fahrerbesatzung geklärt waren, wurde der Vertrag besiegelt.

Doch wie so oft im Leben kam es am Ende doch anders als erwartet. Anfang März rief das Trophy-Management bei Moritz Oberheim an. Die niederschmetternde Nachricht: „Als Mitarbeiter von Manthey Racing dürfen Sie laut Reglement nicht in der Trophy starten. Tut uns leid, aber so sind die Regeln.“

“Was mache ich denn nun?“, fragte sich der junge Schermbecker. Doch nach dem ersten Schock, hatte Fabian Fink aber mit einem „Plan B“ eine passende und am Ende vielleicht sogar noch bessere Alternative parat.

Denn das Team setzt in der Langstreckenserie in der „Grünen Hölle“ auch einen der brandneuen „BMW M2“ im eigens dafür neu geschaffenen „M2 CS Racing Cup“ ein. Dafür hatte FK Performance mit Nico Otto und Marc Ehret schon zwei erfahrene Cup-Piloten als Besatzung, und Oberheim, so Fink, könne das Trio vervollständigen.

Dazu lies sich der Schermbecker nicht zweimal bitten, denn für jeden Vollblutracer ist es immer etwas ganz Besonderes, eine Fahrzeugpremiere auf der Rennstrecke mitzuerleben.

Der BMW M2 hat stolze 450 PS

Und für etwas Besonderes scheint der M2 geradezu wie geschaffen, hat er doch mit rund 450 PS gleich mal gute 120 Pferdestärken mehr unter der Haube als sein Vorgänger, der „BMW 240i“ aus dem letzten Jahr. Diese beeindruckenden Leistungsdaten entstammen modernster „BMW M“-Rennsporttechnologie und machen den „M2 CS Racing“ zu einem Rennfahrzeug der Extraklasse. Zusätzlich interessant ist auch, dass schon für das erste Rennen elf Teilnehmer in der Klasse gemeldet haben, darunter auch Moritz Oberheims Hauptkonkurrenten „Adrenalin Motorsport“ aus dem vergangenen Jahr.

Moritz Oberheims Zeit zum Einfahren war denkbar knapp

Das neue „Sportgerät“ stellt den Schermbecker und seine zwei neuen Teamkollegen allerdings vor eine ganz besondere Herausforderung: Weil die Test- und Einstellfahrten am 20. März kurzfristig abgesagt werden mussten, lernten sie ihr Auto erst unmittelbar vor dem Saisonstart kennen.

Das erste Rollout des Fahrzeugs erfolgte diese Woche auf der Automobilteststrecke in Papenburg. Dort fuhr das Team neben einem grundlegenden Funktionstest auch den Motor ein. Eingewöhnung und Fahrwerksabstimmung konnten erst am Freitag stattfinden.

Für das Team war es deshalb extrem wichtig, schon früh ans Fahren zu kommen, um schnell ein passendes Set-up zu finden, das nach Möglichkeit für alle drei Fahrer passt und damit gleichbleibend schnelle Runden zulässt. Moritz Oberheim vertraute da aber ganz auf die Professionalität des Teams: „Das werden wir schon hinbekommen.“

Das Rennen findet wegen Corona auch in diesem Jahr unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und mit speziellem Hygienekonzept statt. Zuschauer sind nicht zugelassen, zum Fahrerlager hat nur eine begrenzte Anzahl Personen Zutritt, und dies auch nur nach Vorlage eines negativen Corona-Tests. Auf dem kompletten Veranstaltungsgelände herrscht eine generelle Maskenpflicht.

Moritz Oberheim fiebert nach der extrem langen Pause dem ersten Renneinsatz entgegen und sagt: „Ich freue mich auf eine hoffentlich komplett stattfindende, hochklassige Saison mit vielen packenden Zweikämpfen.“

Über den Autor
freier Mitarbeiter
Ist schon seit Jahren freier Mitarbeiter der Redaktion Haltern am See. Er fotografiert und berichtet über das lokale Geschehen und betreut die Serie „Das Sportporträt“. Darüber hinaus berichtet er in Wort und Bild über aktuelle sportliche Großereignisse im Outdoorbereich , wie Reitturniere, Laufveranstaltungen, Radrennen und Kartsport. Sein Spezialgebiet ist die Berichterstattung über Motorsport auf der Nordschleife des legendären Nürburgrings. Für die Dorstener Redaktion begleitet er dazu seit Jahren die heimischen Rennfahrer in der Langstreckenserie und beim Jahreshighlight, dem 24 Stunden Rennen.
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Horst Lehr

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