Wie voll wird es in der Wintersaison in den heimischen Tennishallen werden? Der Verband hat es den Clubs freigestellt, ob sie melden oder nicht. © Privat
Tennis

„Saison ohne Auf- und Abstieg ist witzlos“

Keine Auf- und Absteiger in der Wintersaison? Der Vorsitzende eines Dorstener Tennisvereins hält das für witzlos.

Die Nachricht, dass es in der Wintersaison wie schon im Sommer keine Auf- und Absteiger geben soll, hat die Vereine in der vergangenen Woche durchaus überrascht. Die Reaktionen sind deshalb auch noch von ein wenig Ungläubigkeit geprägt.

“Ehrlich gesagt, wissen wir noch gar nicht recht, was wir davon halten sollen“, sagt zum Beispiel der Vorsitzende des TC Deuten, Jan-Henning Janowitz.

Um den Abstieg hatten sich die Deutener für ihre erste Damenmannschaft in der Westfalenliga eh keine Gedanken gemacht. Im Gegenteil: „Wir waren die vergangenen zwei Jahre jeweils Zweiter bei der Westfalenmeisterschaft. Diesmal wollten wir mehr“, sagt der Vorsitzende. Dass der Westfälische Meistertitel in diesem Winter nicht ausgespielt wird, sieht er deshalb mit einem weinenden Auge.

Die Teilnahme an sich stellt er aber nicht in Frage: „Wir würden natürlich melden“, sagt Janowitz. Der Westfälische Tennis-Verband hat das den Teams freigestellt. Und Deutens Vorsitzender sieht auch einen positiven Aspekt: „Wir werden kräftig durchwechseln und jungen Spielerinnen wie Hannah Eifert oder Eva Bennemann, die schon im Sommer Erfahrung in der ersten Mannschaft gesammelt haben, mehr Einsatzzeiten geben. Das wird sie natürlich voran bringen.“

Kein Qualitätsverlust

Einbußen bei der Spielstärke befürchtet Janowitz nicht: „Hinter Dinah Pfizenmaier und Linda Puppendahl sind wir sehr ausgeglichen besetzt.“ Bei den anderen Teams lässt sich der Deutener Vorsitzende überraschen: „Sie können ja im Grunde auf Importspielerinnen verzichten.“ Denn: „Das Ganze ist ja eine Freundschaftsspiel-Saison.“ Und für die anderen Mannschaften von der Birkenallee fällt Janowitz‘ Urteil noch ein bisschen drastischer aus: „Eigentlich ist es witzlos.“

Die Herren 40 des Vereins hätten zum Beispiel nach dem Aufstieg in die Bezirksliga wohl hart gegen den Abstieg kämpfen müssen. Jetzt haben sie den Klassenerhalt schon vor dem ersten Aufschlag in der Tasche.

Grundsätzlich kann Jan-Henning Janowitz mit der ungewöhnlichen Winterlösung aber leben: „Die Wintersaison ist nicht ganz so wichtig. Schlimmer wäre es, wenn im Sommer wieder ohne Auf- und Abstieg gespielt werden müsste.“ Ganz trauen will der Deutener Vorsitzende dem Braten ohnehin noch nicht: „Ich rechne eigentlich nicht damit, dass die Saison in der Halle tatsächlich wie jetzt geplant am 5. Dezember los geht.“

Viel wichtiger ist ihm sowieso etwas anderes: „Dass unsere 50 Kinder und Jugendlichen bald wieder in Kleingruppen trainieren können.“ Die Saison der Erwachsenen steht da nur an zweiter Stelle.

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Andreas Leistner

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