Samy Mertens (M.) und Rot-Weiß Deuten waren am Sonntag gegen SpVg Hagen buchstäblich am Boden. © Ralf Pieper
Fussball

Rot-Weiß Deuten ging als Tabellenführer unter

Fünf Spiele in Serie hatte der SV Rot-Weiß Deuten gewonnen. War Tabellenführer. Doch gegen Hagen gab‘s am Sonntag eine kalte Dusche.

Westfalenliga 2

RW Deuten – SpVg Hagen

0:5 (0:3)

Gut, dass es nicht das erste Saisonspiel war. Sonst hätte der SV Rot-Weiß Deuten nach dem 0:5 gegen die SpVg Hagen wohl mit Grausen dem weiteren Saisonverlauf entgegen geblickt. So bleibt immer noch eine herbe Pleite, doch die Deutener wissen ihre Position in der Liga schon besser einzuschätzen, können sich schütteln und weitermachen.

Schnell vergessen werden die Rot-Weißen das Duell mit Mitaufsteiger Hagen aber wohl nicht. Zu sehr wurden sie von den Volmestädtern düpiert und phasenweise ausgespielt. Geradezu symbolisch war die Szene, die zum zwischenzeitlichen 0:4 führte. Hagens Kapitän Gaetano Manno führte einen Freistoß in der Deutener Hälfte zu schnell aus und wurde vom Schiedsrichter zurückgepfiffen. Manno legte sich den Ball noch einmal zurecht und spielte ihn anschließend fast genauso noch mal, ohne dass die Deutener Abwehr ein Mittel dagegen fand. Yalcin Erkaya schlüpfte zwischen zwei Deutener Verteidigern durch, lief allein auf Keeper Marvin Radüchel zu und schoss lässig ein (59.).

Bis dahin hatte der ein oder andere Deuten-Fan noch auf eine Wende gehofft. So dumm sich die Mannschaft bis dahin in Hälfte eins bei den Gegentoren angestellt hatte, sie hatte doch auch selbst gute Einschussmöglichkeiten heraus gespielt. Einmal verhinderte ein Abseitspfiff, einmal der Pfosten und einmal Hagens Torwart einen Treffer für die Gastgeber. Aber sie schienen doch in der Lage zu sein, Tore zu erzielen. Ein Eindruck, der in der zweiten Hälfte gänzlich verloren ging.

So aggressiv wie die Hagener die Deutener zu Spielbeginn an deren Strafraum angelaufen waren, so vielbeinig verteidigten sie jetzt den eigenen Sechzehner und ließen keine echten Torchancen mehr zu.

„Wir haben heute mehr Fehler gemacht als in den sechs Spielen vorher zusammen“, stöhnte Deutens Trainer Marek Swiatkowski. Mit der Leistung an sich sei er gar nicht mal unzufrieden: „Wir hatten unsere Chancen.“ Aber: „Bei den Gegentoren haben wir tatkräftig mitgeholfen.“ Stimmt: Beim 0:1 ließen die Deutener Berkant Canbulut am zweiten Pfosten völlig ungedeckt (30.), beim 0:2 durften Yalcin Erkaya und Safet Tupalla Zwei-gegen-eins spielen (38.), und beim 0:3 wirbelte ei kurz ausgeführter Eckball die Deutener Hintermannschaft durcheinander (43.).

Hätte Marvin Radüchel nicht noch drei Distanzschüsse entschärft, wäre es schon vor der Pause noch deutlicher geworden. Die viel zu harte Rote Karte gegen Dennis Drepper (72.) nach einem Foulspiel an der Mittellinie machte das Deutener Unglück perfekt.

Runter von eins auf fünf

In der Tabelle ging es für Deuten runter von eins auf fünf. Nächsten Sonntag geht es zum Tabellendritten SV Wacker Obercastrop. Aber leichte Gegner gibt‘s in der Westfalenliga eh nicht. Auch nicht für Tabellenführer.

RWD: Radüchel; Löbler (58. Swiatkowski), Hubert, T. Goeke, J. Goeke, Frasheri (71. Falkenstein), Drepper, Noetzel (74. Tomicki), Mertens, Fabisiak, Pötter.

Tore: 0:1 Canbulut (30.); 0:2 Tupalla (38.); 0:3 Ropiak (43.); 0:4 Erkaya (59.); 0:5 Pötter (90.+3, Eigentor).

Bes. Vorkommnis: Rot gegen Drepper (Deuten, 72., grobes Foulspiel).

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Andreas Leistner

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