Andreas Schilasky ist Fitness- und Personal Trainer. In seiner Kolumne gibt er Tipps zu allen Facetten sportlicher Fitness und Gesundheit. © Grafik Marin Klose
Die Fitness-Kolumne

Ran an die Corona-Pfunde

Von der Trainingsdosierung bis zur gesunden Ernährung, von Yoga bis Joghurt – Fitness-Experte Andreas Schilasky schreibt für uns in seiner Kolumne über alles, was unserem Körper gut tut.

Die Inzidenzzahlen sinken, unser altes Leben kommt so langsam zurück. Vieles ist im letzten Jahr gekommen und wieder gegangen, aber einiges ist geblieben, leider auch die Corona-Pfunde. Jetzt heißt es: „Ran an den Speck!“

Das Thema ist natürlich komplex: FDH, Low-Carb, Intervallfasten. Normalgewicht, Idealgewicht, BMI, Bauchumfang. Unterschied zwischen Männern und Frauen, Jung und Alt. Für jeden dieser Punkte müsste man einen eigenen Beitrag schreiben. Dabei scheint es doch ganz einfach zu sein.

Letztens hat mir jemand gesagt, mit dem Rauchen aufzuhören sei ganz einfach, er habe es schon zwölf mal gschafft. So könnte es doch auch mit dem Abnehmen sein, oder? Eigentlich wissen wir ja alle, wie es geht: Weniger essen, mehr bewegen!

Das ging schnell, nicht wahr? Aus meiner Erfahrung zu schnell … Wir brauchen einen Plan! Und der sollte so aussehen:

1. Klare Ziele definieren.

2. Jetzt anfangen, nicht Montag.

3. Familie, Freunde, Kollegen über das Vorhaben informieren und um Unterstützung bitten. Oft sind die engsten Angehörigen auch die größten Hemmschuhe.

4. Gleichgesinnte suchen. Mit einem „Team“ ist es leichter, aber: Sorgfältig suchen! Keine Energieräuber dazunehmen!

5. Einfache, aber feste Regeln aufstellen.

6. KEINE Verbote auferlegen, Abnehmen ist kein Projekt.

7. Das aktuelle Ess- und Trinkverhalten ehrlich beurteilen.

Hört sich doch gut an, oder? Naja, eigentlich sind jetzt fast alle immer noch genau so schlau wie vorher! Deshalb hier einige weitere Verhaltensregeln:

– Den wöchentlichen Gewichtsverlust festlegen. Zwischen 300 g und 1000 g sind realistisch.

– Einen Zeitraum von mindestens 3 bis 12 Monaten einplanen.

– Das Ausgangsniveau spielt eine riesige Rolle. 3 bis 4 Kilo abzunehmen ist nicht zu vergleichen mit 20 bis 30 Kilo. Beides ist möglich, man muss es nur für sich klar entscheiden.

Porridge, Porridge und noch mal Porridge

Ich empfehle für den Anfang:

– Drei Mahlzeiten am Tag( Keine Zwischenmahlzeit, kein Obst, kein Joghurt, nichts zwischendurch)

– Kein Alkohol

– Keine Süßigkeiten

– Morgens: Porridge, Porridge, Porridge.

– Mittags: wie bisher.

– Die letzte Mahlzeit am Tag, sollte nur aus Gemüse bestehen.

Porridge
An diesen Anblick sollten Sie sich gewöhnen: Porridge ist in Andreas Schilaskys Abnehm-Konzept unverzichtbar. © dpa © dpa

– Bei Hungerattacken kaltes Wasser trinken, 10 Minuten warten.

– Es muss familientauglich bleiben, das Kochen gesonderter Gerichte geht auf Dauer nicht gut.

– 2 bis 3 Liter Wasser, Früchtetee.

– Drei- bis viermal pro Woche Sport.

“Spazierengehen ist kein Sport“

Auch hier ist das Ausgangsniveau ein ganz wichtiger Faktor. Sporterfahrene können natürlich anders trainieren als Sportanfänger.

Mein Tipp für Anfänger:

30 bis 45 Minuten walken oder ganz langsam joggen (Puls 110 – 130 ). Und dazu sage ich ganz klar: Spazierengehen ist KEIN Sport! Natürlich aber gesund.

Für stark Übergewichtige ist Schwimmen und Radfahren die bessere Alternative. Auch mit dem E-Bike kann man sportlich und effektiv trainieren.

Das Training im Fitnessstudio oder Sportverein ist natürlich auch eine gute Möglichkeit.

Auch die Laune gehört als Eintrag ins Tagebuch

Einmal die Woche zu einem festen Zeitpunkt wiegen und das Gewicht notieren.

In den ersten 2 bis 3 Wochen mal ein Tagebuch führen. Mahlzeiten, Sport, Laune, Gewicht notieren.

Für ganz Entschlossene empfehle ich, auf die dritte Mahlzeit zu verzichten. Das bedeutet zwei Mahlzeiten pro Tag. Das ist nicht zu verwechseln mit dem Intervall-Fasten. Aber der Porridge gehört immer dazu!

Die größte Gefahr, dass es mit dem Abnehmen nicht klappt, ist immer das Aufgeben. Durchhalten führt zwangsläufig zum Erfolg, das kann ich versprechen. Besonders in den schwierigen Phasen braucht man seelische und moralische Unterstützung. Hier spielen die Lebensumstände eine große Rolle. Lebe ich alleine, mit Kindern, bin ich berufstätig oder alleinerziehend, habe ich Wechselschicht, bin 15 oder 75 und, und, und. Das alles gehört dazu und deshalb gibt es kein Zauberrezept.

Was Pillen und Pulver betrifft, so kann das meiner Meinung nach nur ein Arzt empfehlen. Ich jedenfalls empfehle es meinen Kunden nicht, nur mit Rücksprache eines Arztes.

Das Wichtigste, um es zu schaffen, ist, es zu wollen. Der Rest besteht nur aus Details. Das Thema „Gewicht halten“ ist dann der nächste Schritt, aber eins nach dem anderen.

Über den Autor
Sportredaktion
Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
Zur Autorenseite
Andreas Leistner

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.