Fussball

Punkte futsch: Sieg des TuS 05 Sinsen II umgewertet für SC Marl-Hamm

Der SC Marl-Hamm hat mit einem Einspruch gegen die Wertung der 3:4-Derby-Niederlage gegen den TuS 05 Sinsen II Erfolg gehabt.
Es geht um den Einsatz von Dominik Lenger (Nummer 27): Er stand nicht im Spielbericht, stattdessen war dort Jesper Holtkamp aufgeführt. © Bernd Turowski

Wie gewonnen, so zerronnen: Da schlägt der TuS 05 Sinsen II am ersten Spieltag der Kreisliga A1 völlig überraschend den Mitfavoriten SC Marl-Hamm mit 4:3, und ein paar Tage später sind die Punkte wieder weg. Staffelleiter Franz-Josef Humme hat die Partie mit 2:0 zugunsten der Hammer Löwen umgewertet.

Der Grund? Vereinfacht gesagt geht es darum, dass laut Spielbericht bei den Sinsenern Jesper Holtkamp mit der Nummer 27 aufgelaufen war, in Wahrheit aber Dominik Lenger diese Nummer trug. Ausgerechnet jener Dominik Lenger, der zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit den umjubelten Siegtreffer der Gäste erzielte. Das war eine große Genugtuung für die Mannschaft von Trainer Patrick Walter, die sich bei ihrem 2:0-Testspielsieg eine Woche zuvor über das zweite SC-Team (Kreisliga C) von Hammer Seite verspottet fühlte.

Staffelleiter gibt Einspruch statt

Die Gastgeber waren durch mehrere Faktoren ins Grübeln gekommen, ob auf Sinsener Seite alles mit rechten Dingen zuging. „Die Sinsener konnten den Spielbericht nicht freigeben und haben bis in die zweite Halbzeit hinein am Spielfeldrand telefoniert“, sagt Jan Achtelik, Sportlicher Leiter des SC Marl-Hamm. „Da wurde ich schon stutzig, ob da etwas nicht passt. Und dann habe ich gesehen, dass ein falscher Name im Spielbericht steht.“ Es hätte ja sein können, dass der Spieler noch gesperrt gewesen sei.

Die Löwen legten Einspruch gegen die Wertung der Partie ein und Staffelleiter Franz-Josef Humme hat die Begegnung am Donnerstag umgewertet zu einem 2:0 für den SC. „Es scheint so zu sein, dass da etwas schief gelaufen ist“, sagt Humme, der betont, dass er für alle Vereine da sei und objektiv entscheide.

TuS 05 will gegen Wertung vorgehen

Allerdings ist die Sache damit noch nicht abgehakt, denn die Sinsener haben ein Einspruchsrecht und wollen laut Geschäftsführer Marcus Voigt davon auch Gebrauch machen. Seiner Meinung nach habe es drei Versäumnisse gegeben: „Erstens hätte der Schiedsrichter nicht anpfeifen dürfen, solange der Spielbericht nicht fertig ist. Zweitens hat der SC Marl-Hamm als Gastgeber dafür zu sorgen, dass das DFB-Net läuft (in das der Spielbericht eingegeben wird, d. Red.), ansonsten hätte ein manueller Spielbericht angefertigt werden müssen. Drittens hätte es dem Schiedsrichter auffallen müssen, dass irgendetwas nicht passt.“ Denn der Unparteiische hätte hinterher klar den Spieler identifizieren können, der gespielt habe, also Lenger. Am Donnerstagnachmittag wollte der TuS 05 seinen Einspruch an Franz-Josef Humme übermitteln.

Sinsener sind sauer auf die Hammer Löwen

Die Sinsener sind sauer auf den Lokalrivalen: „Wenn der SC Marl-Hamm von Anfang an ein komisches Gefühl gehabt hat, warum haben sie uns dann nicht angesprochen, wie sich das unter Sportlern gehört?“, fragt er. Zu unterstellen, man habe Lenger auf einen falschen Pass einsetzen wollen, sei völlig abwegig. „So etwas hat es bei uns noch nie gegeben“, so Voigt. Zudem kenne man Dominik Lenger und auch Jesper Holtkamp in Hamm gut, weshalb ein Versuch, einen von ihnen bewusst auf einen falschen Pass einzusetzen, von vornherein zum Scheitern verurteilt sei. Läge der Fall umgekehrt, so Voigt, würde er keinen Einspruch gegen die Wertung der Partie einlegen. „Sportlich gesehen ist das arm.“

Beim SC Marl-Hamm freut sich Trainer Henry Schoemaker natürlich über die drei Punkte, auch wenn noch nicht abschließend geklärt ist, ob sie auf dem Löwen-Konto bleiben. „Ich hätte sie aber lieber auf dem Spielfeld gewonnen“, sagt der Niederländer.

Es ist damit zu rechnen, dass über den Fall am Ende vor dem Sportgericht verhandelt wird.

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