Von der Kampfstärke Paul Stiebers (r.) konnte sich der SV Schermbeck (hier mit Kilian Niewerth, l.) schon selbst ein Bild machen, als Stieber für den ASC 09 Dortmund auflief. © Stefan Schuetze
Fussball

Paul Stieber will über Schermbeck zu den Profis

Die Oberliga gilt als Sprungbrett für junge Talente in den Profibereich. Der Schermbecker Neuzugang Paul Stieber träumt noch von der Profikarriere.

Paul Stiebers Traumziel ist der Profifußball. In der kommenden Saison unternimmt der 23-Jährige Gelsenkirchener seinen dritten Versuch, sich für einen Profi-Vertrag zu empfehlen – und zwar beim SV Schermbeck.

Schon zweimal hat es für den defensiven Mittelfeldspieler nicht funktioniert. Stieber erinnert sich: „Da war immer auch sehr viel Pech dabei.“ Ein Engagement beim griechischen Zweitligisten Panseraikos Serres kam nicht zustande, weil er einen Monat lang im Krankenhaus lag. Wenig später schien ein Wechsel zum belgischen Erstligisten Royal Excel Mouscron schon perfekt zu sein, so Stieber: „Nach einem dreitägigen Probetraining hat sich der Trainer Bernd Stork für mich entschieden.“ Doch dann kam alles anders: „Stork ging, und der neue Coach Bernd Hollerbach wollte mich dann doch nicht.“

Cem Kara, Paul Stieber, SV Schermbeck
Schermbecks Sportlicher Leiter Cem Kara (l.) freut sich sehr, dass er Paul Stieber (r.) endlich zum SVS lotsen konnte. © Privat © Privat

Das war für den Gelsenkirchener zwar ein Schlag ins Kontor, doch aufgeben wollte er nicht: „Ich bin ein Mensch, der sich nicht zu sehr mit der Vergangenheit beschäftigt, sondern immer in die Zukunft schaut.“

Es war schon immer Paul Stiebers Wunsch, ins Ausland zu wechseln. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass seine Familie international aufgestellt ist: „Mein Vater ist Russe und meine Mutter Griechin. Die Familie meiner Mutter wohnt auch noch in Griechenland.“

Mit Schalke und Leroy Sané Deutscher Meister

Seine Fußballerkarriere begann er sehr früh bei Erle 08, und wechselte schon mit sieben Jahren in die U9 des FC Schalke 04. Dort durchlief er in 13 Jahren alle Stationen der königsblauen Ausbildung und trainierte unter Jens Keller und natürlich auch unter dem Schermbecker Norbert Elgert. Mit der U19 wurde Paul Stieber Deutscher Meister: „Zu meinen Teamkameraden gehörte unter anderem auch Leroy Sané. Damals gewannen wir das Finale gegen Hoffenheim.“

Auch die Teilnahme an der Youth League wird er nicht vergessen: „Wir standen mit Schalke im Achtelfinale, verloren das aber bei Manchester City im Elfmeterschießen.“ Im deutschen Seniorenbereich spielte Stieber für den ASC Dortmund, Zwischendurch bekam er einen Vertrag bei Westfalia Herne, spielte aber dort unter anderem auch wegen der Corona-Pause kein einziges Mal.“

Wechsel zum SVS bahnte sich schon länger an

Der Wechsel nach Schermbeck bahnte sich schon seit langer Zeit an: „Der Sportliche Leiter Cem Kara stand schon lange in Kontakt mit mir, und nun hat es endlich geklappt“ Von der Mannschaft, die im kommenden Jahr in der Oberliga auflaufen wird, hat Stieber eine hohe Meinung: Wir haben das Potenzial, ganz oben mitzuspielen und vielleicht sogar aufzusteigen.“

Dazu will Paul Stieber eine gehörige Portion mit beitragen, denn schließlich will er wieder auf sich aufmerksam machen. Seine Lieblingspositionen sind auf der Sechs und auf der etwas offensiver ausgerichteten Ach: „Mein Lieblingsspieler ist Xavi vom FC Barcelona. Meine Aufgabe ist es, die Bälle zu verteilen, dazu muss man schnell im Kopf sein und Spielsituationen erkennen.“ Geht es dann doch mal in Richtung gegnerischer Strafraum, dann kann er auch knipsen: „Ich habe in der Oberliga schon einige Tore geschossen. Meist mit dem Fuß, weil ich mit 1,75 nicht der geborene Kopfballspieler bin.“

“Der Fußball ist mein ein und alles“

Bislang hat sich Paul Stieber nur auf den Fußball konzentriert: „Der Fußball ist mein ein und alles. Nach meinem Realschulabschluss habe ich mich nur darauf konzentriert.“ Dementsprechend gestaltet sich auch Paul Stiebers Alltag. Während der Corona-Pause und in seinen vereinslosen Monaten hat er sich ständig fit gehalten. Dazu gehörten aber nicht nur Dauerläufe und ein Krafttraining: „Ich bin auch mit dem Ball auf den Platz gegangen und habe ein Techniktraining absolviert.“

Sollte es aber am Ende der kommenden Saison nicht mit einem Profivertrag hinhauen, wird er sich auch anderweitig umschauen: „Ich werde natürlich alles dafür tun, um Profi zu werden. Wenn ich es nicht schaffe, habe ich aber auch einen Plan B, wie mein Leben weitergeht.“

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