Wann und wie lange SpVgg Vreden, TuS Haltern und die übrigen Oberligisten im Falle eines Re-Starts vorab trainieren dürfen sollten, darüber wurde am Donnerstag unter anderem diskutiert. © Sascha Keirat
Fußball

Oberliga-Konferenz: Hitzige Debatte und ein wütender Aussteiger

Teils heiße Diskussionen zum Thema Saisonfortsetzung lieferten sich Vertreter der Oberliga-Vereine und des Verbands beim Meeting am Donnerstag. Ein wütender Trainer verließ die Runde vorzeitig.

Mehr Kommunikation vonseiten des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen (FLVW) hatten sich viele Vertreter der Oberliga Westfalen zuletzt gewünscht. Am Donnerstagabend erhielten sie nun wieder die Gelegenheit, ihre Wünsche und Sorgen an die Verbandsvertreter um Staffelleiter Reinhold Spohn und Verbands-Vize Manfred Schnieders heranzutragen. Dabei wurde kontrovers diskutiert. Christian Knappmann, Trainer von Westfalia Herne, verließ das Meeting sogar frühzeitig.

Ein zentrales Thema bei diesem Online-Austausch war die Vorbereitungszeit auf einen möglichen Re-Start der seit Ende Oktober unterbrochenen Saison. Teils heftige Kritik hatte Manfred Schnieders bereits im Januar für seine Aussage geerntet, zwei Wochen sollten zur Vorbereitung darauf genügen.

Diskussion nimmt Fahrt auf

Die Diskussion darüber nahm am Donnerstag noch einmal Fahrt auf. Die Vereinsvertreter – nicht von allen 21 Oberliga-Klubs hatten sich welche zugeschaltet – demonstrierten größtenteils Einigkeit darin, dass vier Wochen Vorbereitung ein Muss seien. Die Verbandsvertreter zeigten dafür Verständnis, eine Zusage für diese Forderung mochten sie aber nicht geben.

In dieser Diskussion kam auch die Frage auf, ob denn nicht alle Mannschaften der Chancengleichheit halber zum gleichen Zeitpunkt in die Vorbereitung starten sollten. Diese Idee wischten die Verbandsvertreter aber schnell vom Tisch. Auf Nachfrage erklärte Manfred Schnieders am Freitag, warum: „Wir können schließlich nicht beeinflussen, wann welche Kommune ihre Sportanlagen wieder öffnet. In einigen Kommunen, beispielsweise Münster, könnte das früher passieren als in anderen.“

Für die SpVgg Vreden waren der Klubvorsitzende Christoph Kondring und Trainer Engin Yavuzaslan zugeschaltet. „Für mich war der wichtigste Punkt des Abends eine Deadline, wann wir spätestens das erste Spiel machen müssen, um die restlichen Spiele noch austragen zu können“, so Kondring. „Das ist mir viel wichtiger, als sich immer wieder über die Vorbereitung zu streiten. Darüber kann man ja dann sprechen, wenn man ein konkretes Startdatum hat.“

Orientierung für den Re-Start

Ein konkretes Startdatum gibt es freilich noch nicht. Dennoch könnten die offiziell elf ausstehenden Spieltage noch absolviert werden. In dieser Debatte trat Hernes Trainer Christian Knappmann auf den Plan, der eine Zusage dafür haben wollte, die restlichen Spiele dann auch vor 300 Zuschauern austragen zu dürfen.

Mit den Antworten der Funktionäre unzufrieden, die die Saison notfalls auch ohne Zuschauer zu Ende bringen wollen, verließ er kurz darauf das Meeting. Bereits am Freitag habe er sich aber bei Manfred Schnieders für seine emotionale Reaktion entschuldigt, stehe aber zu seiner Sichtweise auf das Thema.

Weiteres Thema war der Westfalenpokal. Der soll auf jeden Fall zu Ende gespielt werden, zur Not auch erst ab Juni, damit der Verband westfälische Vertreter für den DFB-Pokal melden kann. Das Turnier auf Westfalenebene könne auch in dem Fall ausgespielt werden, dass die Saison annulliert wird. Auch diese Idee stieß nicht bei allen Konferenz-Teilnehmern auf Gegenliebe.

Manfred Schnieders sprach trotzdem von einem insgesamt vernünftigen Austausch. Jetzt gelte es erst einmal, auf neue Vorgaben von der Landespolitik zu warten. Am Dienstag, 9. März, wollen sich Verband und Oberligisten dann erneut zusammenfinden.

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Sportredaktion Ahaus

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