Christina Honsel bestritt am Dienstag in Erfurt ihren ersten Wettkampf der Hallensaison. Der nächste ist schon die Deutsche Meisterschaft am 20. und 21. Februar in Dortmund. © dpa
Leichtathletik

Müssen Dorstens Athleten bei der DM einen Kaltstart hinlegen?

Keine drei Wochen sind es mehr bis zur Deutschen Hallenmeisterschaft. Doch die meisten Athleten werden dort wie die Dorstenerin Christina Honsel fast ohne Wettkampf-Praxis antreten müssen.

Beim Erfurt Indoor Meeting verlief für Hochspringerin Christina Honsel vom TV Wattenscheid am Dienstag eigentlich fast alles nach Plan. Die Dorstenerin kratzte mit 1,88 m an ihrer persönlichen Hallenbestleistung von 1,90 m und gewann den Wettbewerb. Wo sie knapp drei Wochen vor der Deutschen Hallenmeisterschaft in Dortmund genau steht, kann sie selbst allerdings nur schwer einschätzen.

Christina Honsels erster Saison-Wettkampf

„Es war halt der erste Wettkampf dieses Jahr“, sagte die 23-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion. Und die fehlende Wettkampf-Praxis sei das eigentliche Problem dieses Corona-Winters. „Trainieren konnten wir ja zum Glück“, erzählt Honsel. Die Unsicherheit, ob die DM überhaupt stattfinden würde, habe dabei keine Rolle gespielt: „Wir haben immer so trainiert, als wenn die Titelkämpfe wie geplant ausgerichtet werden können.“

Zu schaffen machte der Deutschen Freiluftmeisterin des vergangenen Jahres schon eher eine leichte Verletzung: „Wegen einer Oberschenkelzerrung musste ich zwischenzeitlich das Anlauftraining reduzieren.“ Die langjährigen Fußprobleme habe sie dagegen mittlerweile im Griff: „Ganz schmerzfrei werde ich da wohl nie sein, aber es geht.“

Und das, wie der Auftritt in Erfurt zeigt, gut. Nachdem ihr Sieg feststand, ließ Christina Honsel noch 1,91 m auflegen, was neue persönliche Bestleistung bedeutet hätte. „Dazu hat es noch nicht ganz gereicht“, sagt sie. Aber für die DM am 20. und 21. Februar ist sie zuversichtlich: „Ich will eine Medaille holen, gerne die goldene.“ Grundsätzlich wolle sie Bestleistung bringen. Und 1,93 m seien an einem guten Tag dann auch drin.

Als härteste Konkurrentinnen hat Honsel die Niedersächsin Imke Onnen auf dem Schirm. Die weist eine Hallenbestleistung von 1,96 m auf, ist die aber vor ziemlich genau einem Jahr gesprungen und hat in diesem Winter bislang noch keinen einzigen Wettkampf bestritten.

Rechnen müsse man aber auch mit jüngeren Springerinnen wie Alexandra Plaza (LT DSHS Köln) und Lea Halmans (SV GO! Saar 05 Saarbrücken), die in Erfurt jeweils 1,85 m sprangen.

Vorbereitung auf Olympia

Ob dann im Laufe des Jahres auch noch Olympia auf dem Wettkampfplan steht? Christina Honsel geht es genauso an wie die DM: „Wir bereiten uns alle so vor, als wenn die Spiele so stattfinden, wie es zuletzt geplant war.“ Doch viel geredet werde über das Thema im Training nicht.

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Andreas Leistner

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