Nicht der Ball, die Spieler sollen Maske tragen. Diese Idee haben Wissenschaftler zur Diskussion gestellt. Doch was halten die Betroffenen davon? © Jens Lukas
Fußball

Mit Maske auf den Platz – Schwachsinn oder Chance?

Was halten die Dorstens und Schermbecks Fußballer von der Idee, ihren Sport mit Corona-Maske zu betreiben, um schneller wieder zurück auf den Platz zu dürfen? Wir haben nachgefragt.

Der honduranische Nationalspieler Jerry Bengtson hat es vorgemacht: Der Fußball-Profi trug in einem Champions-League-Spiel in Nord- und Mittelamerika eine Maske zum Schutz gegen eine Corona-Ansteckung. Auch in der ersten spanischen Handball-Liga ist das Tragen einer Corona-Schutzmaske Pflicht. Nun hat auch Henning Wackerhage, Sportwissenschaftler der Technischen Universität München, in einem Interview mit unserer Zeitung vorgeschlagen, dass das Tragen von Masken eine Option für den Amateurfußball sei.

Dieser Vorschlag, der als Alternative zwischen den Möglichkeiten Fußball-Spielen und Nicht-Fußball-Spielen gedacht ist, stößt bei den heimischen Fußball-Trainern aber auf wenig Gegenliebe.

Sleiman Salha, Trainer des Oberligisten SV Schermbeck, hält überhaupt nichts von dieser Idee: „Das ist meiner Ansicht nach der komplette Schwachsinn. So eine Maske hemmt die Sauerstoffzufuhr und ist bei den nun steigenden Temperaturen hinderlich.“

„Wir brauchen eine klare Struktur und Konzepte, wie wir wieder ohne Maske auf den Platz können.“

Sleiman Salha, SV Schermbeck

Der fehlende Sauerstoff mindere die Konzentrationsfähigkeit, und mache aufwendige Übungen unnötig schwerer. Salha sagt stattdessen: „Wir brauchen eine klare Struktur und Konzepte, wie wir wieder ohne Maske auf den Platz können.“

Der Deutener Coach Markus Falkenstein sagt: „Ich bin jemand, der alles mal ausprobiert. Im ersten Moment halte ich das für eine befremdliche Idee und kann mir die Umsetzung auch nur sehr schwer vorstellen.“ Er fügt aber hinzu: „In der Not würde ich jeden Strohhalm ergreifen. Ich wäre wirklich sehr froh, wenn wir irgendwie wieder auf den Platz könnten.“

„Man muss vernünftig Luft bekommen, und alles, was behindert, halte ich für Unfug.“

Arek Knura, BVH Dorsten

Arek Knura, Trainer des A-Ligisten BVH Dorsten, hält seine eigenen Erfahrungen dagegen: „Ich muss in meinem Beruf den ganzen Tag eine Maske tragen. Das ist sehr beschwerlich und schränkt sehr ein.“ Auf einem Fußballplatz sind seiner Meinung nach die Masken eher hinderlich: „Man muss vernünftig Luft bekommen, und alles, was behindert, halte ich für Unfug.“

Lukas Diericks, momentan Team-Kapitän des Landesligisten SV Dorsten-Hardt, kann sich einen Einsatz mit Maske überhaupt nicht vorstellen: „Mich stört das ja schon beim Einkaufen. Wenn man unter Höchstbelastung nicht richtig atmen kann, geht es schon enorm ans Wohlbefinden.“ Er glaubt auch nicht, dass eine Maske lange auf dem Platz halten würde: „Der Mund ist eine sensible Körperpartie, und man fasst sich dort oft unbewusst an. Wenn dann noch der Schweiß hinzukommt, ist ein Verrutschen vorprogrammiert. Ich glaube nicht, dass es Masken gibt, die das 90 Minuten aushalten.“

„Mich stört das ja schon beim Einkaufen. Wenn man unter Höchstbelastung nicht richtig atmen kann, geht es schon enorm ans Wohlbefinden.“

Lukas Diericks, SV Dorsten-Hardt

Zudem sieht er als Mannschaftskapitän noch eine ganz andere Einschränkung: „Ich muss doch mit meinen Teamkameraden kommunizieren. Das ist mit einer Mundbedeckung enorm schwierig und führt sicher zu Missverständnissen.“

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