Die beiden Dorstener Joshua Bitter (l.) und Max Jansen (r.) spielen seit 2019 für den MSV Duisburg in der 3. Liga. © MSV/Herbertz Grafik Klose
Fussball

Max Jansen und Joshua Bitter dürfen mit Duisburg auch in Corona-Zeiten spielen

Im zweiten Teil unseres großen Interviews mit den Dorstener MSV-Duisburg-Profis Max Jansen und Joshua Bitter geht es um das Leben als Profisportler in Corona-Zeiten.

Max und Joshua, wie ist es, in dieser Blase Fußball zu leben, während der Coronavirus-Pandemie?

Bitter: Wir werden zwei- bis dreimal die Woche getestet. Es ist schon ein Unterschied zum normalen Bürger. Wir müssen aber immer aufpassen. Keiner will sich durch unvorsichtiges Handeln im Supermarkt anstecken oder weil er einen Freund gesehen hat. Dann ist man sofort zwei Wochen raus – im Fußball ist das eine lange Zeit. Wir müssen uns auch unserer Verantwortung und unserer Vorbildfunktion gegenüber der Gesellschaft bewusst sein.

Jansen: Man hat keine Angst davor, sich mit dem Virus zu infizieren, aber der Respekt ist da. Ich nehme das Thema sehr ernst, deshalb habe ich meine Kontakte auf ein Minimum reduziert.

Inwiefern schränkt einen das aber auch ein, obwohl Ihr vielleicht mehr Freiheiten habt als andere zurzeit?

Bitter: Als Fußballer ist es schön, kicken zu können. Das ist nicht selbstverständlich. Wir freuen uns darüber trotz der erschwerten Bedingungen. Manche Menschen können ihren Beruf derzeit nicht ausüben, deswegen beschweren wir uns nicht darüber, dass wir manchmal noch vorsichtiger sein müssen.

Jansen: Es ist ein bisschen eine „Sowohl-als-auch-Situation“. Auf der einen Seite bin ich absolut glücklich darüber, dass ich so ein privilegiertes Leben führen darf. Ich kann meinem absoluten Traum-Hobby als Beruf nachgehen. Auf der anderen Seite tut es mir für meine Kollegen leid. Sie können leider momentan nicht gegen den Ball treten. Man wünscht sich, dass auch sie, zumindest in kleinerer Form, wieder ihrem Hobby nachgehen können.

Müsst Ihr manchmal auch mit Anfeindungen rechnen, da Ihr „so privilegiert“ seid während der Coronavirus-Pandemie?

Bitter: Bislang habe ich damit keine Erfahrungen gemacht. Persönlich habe ich nichts mitbekommen.

Jansen: Ich habe bislang ebenfalls keine Erfahrungen mit Anfeindungen gemacht.

Inwiefern fehlen Zuschauer in den Stadien – oder macht Euch das nichts aus?

Bitter: Wenn die Zuschauer nicht da sind, macht das einen enormen Unterschied. Es ist wie Tag und Nacht. Gerade bei Duisburg können die Fans den Unterschied ausmachen. Ich hoffe, dass sie 2021 wieder langsam ins Stadion dürfen. Es ist einfach ein anderes Gefühl.

Jansen: Manche Fußballer sagen, sie hätten sich daran gewöhnt. Für mich ist das aber Quatsch. Jeder will vor Zuschauern und in einem großen Stadion spielen. Derzeit ist keine Stimmung in den Stadien. Es fehlen die Fans, die einen die letzten zehn Minuten nach vorne pushen und einem die zweite Luft verleihen.

Ich hoffe, dass wir bald wieder vor Zuschauern spielen dürfen.

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