Nico Pal, Victoria Duve und Christian Kerkhoff (v.l.) waren maßgeblich an der größten Investition beteiligt, die der BSV Wulfen in seiner knapp 53-jährigen Vereinsgeschichte getätigt hat. © Andreas Leistner
Basketball

Früher warb Schalke damit – jetzt ist es die größte Investition in der Geschichte des BSV Wulfen

Es ist die bislang größte Investition in der Geschichte des BSV Wulfen. Doch sie spielt sich im wahrsten Sinne des Wortes am Rande ab.

Es ist etwas neu beim BSV Wulfen. Das stach den Besuchern des Regionalligaspiels der BSV Münsterland Baskets gegen den Deutzer TV am Samstag auf Anhieb ins Auge. Und es ist die bislang größte Investition, die der BSV in seiner knapp 53-jährigen Vereinsgeschichte getätigt hat.

Die Wulfener haben neue Werbebanden. Allerdings nicht irgendwelche. Die 80 Zentimeter hohen Werbeträger sind elektronisch und bieten dem BSV völlig neue Möglichkeiten.

So leuchten beim Einlaufen der Spieler deren Namen auf, Termine für die nächsten Heimspiele können ab sofort nicht nur akustisch, sondern auch optisch angekündigt werden, und wenn der BSV von jenseits der Drei-Punkte-Linie trifft – am Samstag gegen Deutz immerhin 14-mal – dann jubelt auch die Bande: „3 Points!“

Werbebande BSV Wulfen
14-mal konnte der BSV Wulfen im Regionalligaspiel gegen Deutz am Samstag auf seinen elektronischen Werbebanden erfolgreiche Drei-Punkte-Würfe bejubeln. © Joachim Lücke

Ganz nebenbei bietet die neue Technik natürlich auch den Sponsoren des Vereins ganz neue Möglichkeiten zur Präsentation. Aber wie kam es zu diesem technischen Quantensprung?

„Unsere alten Banden mussten eh ersetzt werden. Die waren fast 20 Jahre alt“, berichtet BSV-Vorsitzender Christoph Winck. In dieser Situation erfuhr Vorstandsmitglied Victoria Duve von den elektronischen Werbebanden, die der FC Schalke 04 bis zum Frühjahr 2020 in der 2. Bundesliga Pro A einsetzte und die seit dem Schalker Rückzug vergeblich auf weitere Einsätze warteten.

„Schalke hat die Banden seinerzeit immer gemietet, doch das hätte sich für uns nicht gerechnet“, erzählt Christoph Winck weiter. Doch auch der Kauf bedeutete für den BSV Wulfen einen finanziellen Kraftakt. „Neu hätten die Banden 50.000 Euro gekostet“, sagt der BSV-Vorsitzende. Illusorisch.

Der BSV-Vorstand musste lange beraten

Doch die Banden waren ja bei Schalke zwei Jahre im Einsatz gewesen und danach weitere zwei Jahre ungenutzt geblieben. Das senkte den Preis deutlich, auch wenn er immer noch fünfstellig blieb. „Trotzdem“, so Winck, „ mussten wir im Vorstand lange beraten, ob wir diese Investition vornehmen wollen und können.“ Doch schließlich gab Kassierer Christian Hinsken grünes Licht, und der BSV wurde sich mit Veranstaltungstechniker Christian Kerkhoff einig.

„Sollten wir irgendwann mal nur noch 2. Regionalliga oder gar Oberliga spielen, können wir die Banden auch wieder verkaufen. Das Risiko ist also letztlich überschaubar. Und andere Banden hätten auch viel Geld gekostet“, sagt der BSV-Vorsitzende. Das Spiel gegen Deutz sei quasi die Generalprobe für die neue Technik gewesen. „Und mit dieser Generalprobe waren wir sehr, sehr zufrieden.“

Nico Pal arbeitete unermüdlich

Die Voraussetzungen dafür hatte neben Christian Kerkhoff, der beratend zur Seite stand, vor allem Nico Pal geschaffen. „Als die Entscheidung zum Kauf kurz nach Weihnachten gefallen war, hat sich Nico sofort in die Technik eingearbeitet und sich ans Programmieren gemacht“, lobte Christian Kerkhoff den Einsatz des Wulfeners.

Zunächst musste Pal aber Kontakt zu den Sponsoren aufnehmen, deren Werbelogos digitalisieren und eventuelle Sonderwünsche abklopfen. Auf „sechs Tage jeweils sechs bis sieben Stunden“ schätzte Pal sein Arbeitspensum ein, auf dessen Ergebnis er durchaus stolz sein durfte. Trotzdem sieht der Perfektionist noch Luft nach oben.

„Wir konnten das Mittelstück noch nicht so programmieren wie die beiden Seitenteile, weil es in der Mitte vier und an den Seiten sieben Einzelelemente gibt“, sagt Pal. Außer ihm ist das am Samstag aber wohl niemandem aufgefallen.

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Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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