Hertens harte Verteidigung zwang BSV-Aufbauspieler Bryant Allen oft zu gewagten Würfen wie diesem. Ganz auszuschalten war der US-Amerikaner aber nicht und avancierte mit 27 Punkten einmal mehr zum Topscorer der Partie. © Joachim Lücke
Basketball

Es bleibt dabei: Die Hertener Löwen können gegen den BSV Wulfen in dieser Saison nicht gewinnen

Die Hertener Löwen kämpften vergebens. Auch im dritten Duell mit dem BSV Wulfen in dieser Saison zogen sie am Dienstag im WBV-Pokal den Kürzeren, wenn auch erst nach Verlängerung.

Im Fußball spricht man oft vom echten Pokalfight. Nun, diese Bezeichnung kommt dem, was die BSV Münsterland Baskets Wulfen und die Hertener Löwen am Dienstagabend in der Wulfener Gesamtschulhalle wohl am nächsten. Es war nicht schön, aber spannend, und der Wulfener 87:81-Sieg stand auch erst nach der Verlängerung fest.

Fast wie ein Elfmeterschießen

Die fünf Extra-Minuten lieferten zudem noch fast so etwas wie ein Elfmeterschießen. Denn die Wulfener, die bis dahin in den 40 regulären Spielminuten ganze fünf Freiwürfe bekommen und nur einen getroffen hatten, durften nun gleich achtmal von der Linie aus ran. Doch gerade zur rechten Zeit fanden die BSV-Spieler ihr sicheres Händchen wieder. Bryant Allen traf vier von vier Versuchen, Manuel Bojang drei von vier. Auch deswegen zog der BSV den Kopf noch einmal aus der Schlinge. Zuvor hatte es über weite Strecken anders ausgesehen.

Denn Herten wirkte wacher und kaufte den Gastgebern mit aggressiver Verteidigung, die von den Schiedsrichtern lange nicht unterbunden wurde den Schneid ab.

BSV Wulfen - Hertener Löwen, WBV-Pokal
Hertens Center Tarik Jakupovic hatte vor allem in der ersten Halbzeit starke Szenen. © Joachim Lücke © Joachim Lücke

Dem BSV fiel in der Offensive nicht viel ein. Die Größenvorteile am Korb, die man Wulfen mit Willi Köhler und Lyuben Paskov zuschreiben mochte, blieben ungenutzt. Vor allem Paskov wirkte ungewohnt nervös, verweigerte fast den eigenen Abschluss, um bei der Suche nach besser postierten Nebenleuten Fehlpässe zu produzieren.

Dem Wulfener Spiel fehlte es an Überraschungsmomenten. Die Drei-Punkte-Quote von 39,3 Prozent war nicht unbedingt geeignet, die Fans in Ekstase zu versetzen, doch die aus der Mittel- und Nahdistanz war mit 44,3 Prozent kaum besser.

Löwen lagen nach zehn Minuten 25:15 vorn

So führte Herten nach dem ersten Viertel mit 25:15 und zehrte von diesem Vorsprung bis ins Schlussviertel. Wulfener Zwischenspurts wie den zum 61:61 (31. Minute) beantworteten die Löwen immer wieder mit eigenen Mini-Serien. Erst nach dem 69:69 (37.) konnte sich bis zum Ende der regulären Spielzeit kein Team entscheidend absetzen.

Wulfen profitierte zu diesem Zeitpunkt davon, dass Adam Pickett, der schon mit lädierter Schulter ins Spiel gegangen war, nicht mehr im Vollbesitz seiner Kräfte war und als Scorer mehr oder weniger ausfiel.

BSV Wulfen - Hertener Löwen, WBV-Pokal
Adam Pickett (M.) musste nach 35 Minuten sogar kurz vom Feld, weil die lädierte linke Schulter zu sehr schmerzte. © Joachim Lücke © Joachim Lücke

Außerdem hatten die Schiedsrichter ihre anfängliche Linie geändert und pfiffen nun wesentlich kleinlicher. Bester Beweis: Juan Barga war bis zur 35. Minute ohne jeden Foulpfiff durchs Spiel gekommen. In den nächsten 80 Sekunden sammelte er dann gleich vier.

Letzter Wulfener Angriff war ausrechenbar

Der BSV hatte bei eigenem Ballbesitz sogar die Chance, die Partie nach 40 Minuten zu entscheiden. Doch die letzten 16 Sekunden verliefen wie viele Angriffe zuvor: durchsichtig. Herten konnte sich im Grunde darauf verlassen, dass Bryant Allen den letzten Wurf nehmen würde, und der wurde dann auch vom helfenden Pickett geblockt. Es ging in die Verlängerung, doch da blieb es bei den häufigeren Foulentscheidungen gegen die Löwen, und Wulfen brachte den hart umkämpften Sieg an der Freiwurflinie nach Hause.

  • WBV-POkal-Achtelfinale: BSV Münsterland Baskets- Hertener Löwen 87:81 n.V. (74:74; 39:46)
    Wulfen: Silic (2), Strubich (3/1), Allen (27/4), Bojang (13/2), Köhler (6), Kleinert (13/3), Peters (4), Paskov (13/1), van Buer (6).
    Herten: Barga (11/1), Tauch (3/1), Severing, Pickett (22/1), Husmann (15/4), Neuhaus (o.E.), Brummert (2), Jakupovic (15), Jung (8/1), Bungart (4).
Über den Autor
Sportredaktion
Sport ist für den Wulfener nicht nur ein wichtiger Bestandteil seines Arbeitslebens. Seit 1993 schreibt er als Mitarbeiter der Dorstener Zeitung über das Sportgeschehen in der Lippestadt, seit 1999 ist er als Redakteur für den Lokalsport in der Lippestadt verantwortlich. Dabei fasziniert ihn besonders die Vielfalt der Dorstener Sportszene, die von Fußball bis Tanzen und von Basketball bis Kitesurfen reicht.
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Andreas Leistner

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