Jonas Erwig-Drüppel wurde im Laufe der Saison vom Rechtsaußen zum rechten Verteidiger umfunktioniert. Nach der Winterpause winkt aber die Rückkehr auf die angestammte Position. © Jochen Classen
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Erwig-Drüppel und der Wuppertaler SV wollen durchstarten

Am Wochenende endet auch in der Regionalliga West die kurze Winterpause. Für den Schermbecker Jonas Erwig-Drüppel und den Wuppertaler SV steht dann gleich ein Schlüsselspiel an.

Der Regionalligist Wuppertaler SV strukturiert gerade seine Mannschaft um. Während sich fünf Akteure einen neuen Verein suchen müssen, bleibt Jonas Erwig-Drüppel aber ein fester Bestandteil des Teams, das sich mitten im Abstiegskampf befindet.

Alles andere wäre auch eine sehr große Überraschung gewesen. Der 29-Jährige, der beim SV Schermbeck und BVH Dorsten das erste fußballerische Rüstzeug für seine Profikarriere mit auf den Weg bekommen hat, stand bislang in allen 19 Partien der Wuppertaler auf dem Feld und bereitete bislang fünf Tore vor. Erwig-Drüppel erklärt: „Mein Vertrag in Wuppertal geht noch bis zum Ende der Saison, alles weitere werden wir dann sehen.“

Es liegt an den Wirrungen der aktuellen Saison , dass die weiteren Planungen noch nicht begonnen sind: „Wenn wir Corona nicht hätten, wäre vielleicht jetzt in oder in den kommenden Wochen der Zeitpunkt, um über neue Verträge zu sprechen. Jetzt sind wir aber gerade mal dabei, die Winterneuzugänge zu verpflichten. An die kommende Saison denkt überhaupt noch niemand.“

Die Wuppertaler, einstmals Erstligist mit dem legendären BVH-Spieler Günter Pröpper, stehen momentan nach 19 Spielen und 16 Punkten auf dem 18. Platz, haben aber ein Spiel weniger auf dem Konto als die Konkurrenz. Jonas Erwig-Drüppel sagt: „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Wenn man in dieser ausgeglichenen Liga nicht in jedem Spiel Vollgas gibt, dann verliert man auch den einen oder anderen Punkt, der in der Endabrechnung wichtig wäre.“

Erwig-Drüppel wurde zum Verteidiger umfunktioniert

Da der WSV seit dem Saisonanfang auch einige Probleme in der Defensive hatte, musste Erwig-Drüppel umschulen: „Der Trainer hat mich auf die rechte Verteidigungsseite gestellt. Das ist zwar nicht meine Wunschposition, aber ich spiele natürlich dort, wo ich der Mannschaft am besten weiterhelfen kann.“ Sollten die Neuzugänge aber so einschlagen wie gewünscht, dann könnte sich das schnell ändern: „Meine Lieblingsposition ist das offensive rechte Mittelfeld oder Rechtsaußen.“

Der Wunsch könnte schon an diesem Samstag (16. Januar) Realität werden, wenn die Wuppertaler in Ahlen antreten: „Die Rot-Weißen stehen drei Punkte hinter uns. Dort wäre ein Dreier sehr wichtig, um den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze zu halten.“

Eine lange Weihnachtspause war Jonas Erwig-Drüppel nicht vergönnt. Am 19. Dezember bestritten die Wuppertaler ihr letztes Meisterschaftsspiel, das mit einem 0:3 bei der U23 von Borussia Dortmund endete: „Am 22. gab es eine Leistungsdiagnostik, und am 27. habe ich mit dem Individualtraining begonnen, bevor wir am 2. Januar wieder mit dem regulären Training starteten. Da gab es keine Zeit, um Weihnachtsspeck an den Hüften zu sammeln.

Corona-Tests wie in der Bundesliga

Die Corona-Tests laufen in der Regionalliga wie in der Bundesliga: „Wir werden sehr oft getestet, als die Saison lief, sogar vor jedem Spiel. Da es viele englische Wochen gab, wurde ich also zweimal pro Woche getestet.“ Auch wenn die Regionalliga ihre Saison wohl komplett spielen wird, vermisst Erwig-Drüppel aber doch etwas: „Ohne Zuschauer ist es sehr schwer. Wir wissen zwar in der Mannschaft, dass die Stadt und die Fans Anteil an unseren Spielen nehmen, doch in den Stadien merkt man das ohne Fans überhaupt nicht. Ich hoffe, dass wir schnell wieder Zuschauer auf den Tribünen haben.“

Die enge Spieltaktung in der Corona-Saison hat auch Einfluss auf Jonas Erwig-Drüppels berufliche Planungen. Im September hat er die Bachelor-Prüfung im Sport-Business-Management bestanden. Die ursprüngliche Idee, zumindest teilweise ins Berufsleben einzusteigen, musste er aber wieder zur Seite legen: „Sechs Tage pro Woche fahre ich zum Training oder zu Spielen von Dinslaken nach Wuppertal. Der Zeitplan ist so dicht, dass ich mich nicht um eine Stelle kümmern konnte, und das Arbeitsleben sicher unter dem Sport gelitten hätte.“

Die persönlichen Zukunftspläne liegen also alle auf Eis, denn der Wuppertaler SV steht für Jonas Erwig-Drüppel an ersten Stelle: „Ich werde alles dafür tun, dass wir in der Regionalliga bleiben, und bin mir auch sicher, dass wir das schaffen.“

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